Alm und Klamm

Wo sich Felsenschlucht und Panoramablicke die Hand geben.

Alpenverein Bad Griesbach-Pocking erwandern jede Menge Höhenmeter.

Die Dr. Vogelgesang-Klamm und die anschließende Karleckrunde mit dem Kleinen Bosruck und dem Lugkogel ist ein Klassiker und eine der schönsten Wanderungen in der Pyhrn-Priel-Region. Das dachte sich auch Bergwanderleiterin Anita Kälker von der DAV-Sektion Bad Griesbach-Pocking und bot diese Tour ins Programm 2026 an. Talort der Tour war Spital am Pyhrn. Während 15 DAVler vom Parkplatz am Klammeingang durch die Klamm starteten fuhr die Bergwanderleiterin hinauf zum Parkplatz der Bosruckhütte und kam den Wanderern von oben durch die Schlucht entgegen.

Die wildromantische 1,5 Kilometer lange Felsenschlucht ist die längste Klamm Oberösterreichs und die zweitlängste Österreichs. Auf über 500 hölzernen Stufen, Stegen und Brücken geht es 200 Höhenmeter durch das Naturdenkmal. Unter den Füßen der Wanderer rauschte der Fallbach durch die engen Felspassagen. Moosbewachsene Steilwände und riesige, vom Wasser glattgeschliffene Felsformationen zeugen von der unnachgiebigen Erosionskraft des Wassers. Über Jahrtausende kämpfte sich hier das Wasser fast senkrecht in die Tiefe. Mit Staunen und Ehrfurcht durchwanderten die DAVler die 1,5 Kilometer lange Schlucht und erreichten nach etwa einer Stunde den Wasserfall kurz vor dem Ausstieg. Hier wurde natürlich, wie auch in der Klamm fleißig fotografiert.

Nach der kühlen Klamm folgte nun die sogenannte Karleckrunde. Vom Ausgang der Schlucht folgte die Gruppe noch 300 Meter der schmalen Straße in Richtung Bosruckhütte. Bei den Parkplätzen zweigte der Wanderweg ab. Es ging vorbei an der Ochsenwaldalm und über blühendes Almgelände hinauf zur 1708 erbauten Ochsenwald-Kapelle. Mit der hervorragende Sicht hinüber zu den schroffen Gipfeln der Warscheneckgruppe bekam die Gruppe gleichmal einen Vorgeschmack auf die folgenden Panoramablicke. Der weitere Routenverlauf führte im steilen Aufstieg hinauf zum Arlingsattel auf 1425 m Höhe. Hier verläuft die Grenze zwischen Oberösterreich und der Steiermark. Der Blick von hier richtet sich unweigerlich auf den Nord-Ost-Grat vom Großen Bosruck. Nach Süden schweift der Blick über die steirischen Arlingalmen bis zu den Schladminger Tauern. Im Norden zeigte sich das langgezogene Sengsengebirge, das sich über dem Windischgarstener Becken erhebt. Danach ging es noch etwa 40 Höhenmeter hinauf zum Kleinen Bosruck, 1.466m. Mittlerweile steckten 680 Höhenmeter in den Beinen der Bergwanderer. Da kam eine Verschnaufpause auf dem breiten, mit Latschen und lichtem Baumbestand bedeckten Gipfel gerade recht. Wieder zurück auf dem Arlingsattel folgte ein flotter Abstieg nach Süden bis zur Forststraße. Versteckt hinter Bäumen und Sträuchern wartete nun ein Rastplatz auf die Gruppe. Hier gab es endlich eine längere Pause mit Brotzeit aus dem Rucksack. Hier dominierte die steile, abweisende Ostseite vom Großen Bosruck die nur erfahrenen Alpinisten vorenthalten ist. Gut gestärkt folgten nun die Wanderer der Forststraße nach Osten in Richtung Bacheralm. Nach einem Kurzen Waldstück öffnete sich plötzlich der Blick nach Süd-Osten. Das war ein regelrechter „Wow-Effekt“. Wie auf einer Postkarte präsentierte sich die gewaltige Kulisse der Haller Mauern mit dem Scheiblingstein über die Kreuzmauer bis zur Admonter Warte. Dahinter erhebt sich der Große Buchstein in den Gesäusebergen. Sie bilden einen scharfen Kontrast zu den sanften Bergwiesen der Bacheralm im Vordergrund. Unweit der Bacheralm zweigte ein Steig wieder ab und führt die Wanderer über Almgelände hinauf zum Pyhrgassattel. Nun schob sich auch der mächtige Kalkstock des Großen Pyhrgas ins Blickfeld. Wieder ging es bergab und schon bald erreichte die Gruppe das Rohrauer Haus, gerade recht zur Kaffeepause. Hier teilte sich die Gruppe. Während drei DAVler direkt zur Bosruckhütte wanderten folgten die anderen den Almenhöhenweg hinüber zum Hofalmsattel und in der Verlängerung zum Aussichtspunkt Lugkogel. Hier gab es nochmals Panoramablicke auf die umliegenden Bergmassive. Nach dem lohnenden Abstecher wanderten die Bergler zurück zum Hofalmsattel und auf direktem Weg zur Bosruckhütte wo sich alle Wanderer wieder trafen. Hier zahlte sich die vorausschauende Planung der Tourenleiterin aus. Dank des am Morgen geparkten Autos auf dem Hüttenparkplatz konnte man sich den weiteren Abstieg zum Ausgangspunkt Sparen.

Denn zum Schluss waren es 13 Kilometer Wanderstrecke im ständigen bergauf und bergab. Dabei wurden 1000 Höhenmetern im Aufstieg und 800 Höhenmetern im Abstieg überwunden. Das war ausreichend!

Diese kontrastreiche, landschaftlich erstklassige Runde war ein perfekter Mix aus Bergpanoramen und maximalen Naturgenuss bleibt allen Teilnehmern bestimmt noch lange im Gedächtnis.

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