Aussichtsreiche 2-Tagestour im Höllengebirge
Eine beeindruckende zweitägige Bergwanderung führte die Wandergruppe des DAV Bad Griesbach i.R.-Pocking am 04. – 05. Juni in das Höllengebirge im oberösterreichischen Salzkammergut. Bei herrlichem Bergwetter, eindrucksvollen Ausblicken und bester Stimmung erlebten die Teilnehmer zwei abwechslungsreiche Tage in einer der schönsten Gebirgslandschaften Österreichs. Ausgangspunkt der Tour war die Talstation der Feuerkogelbahn in Ebensee. Nach der Auffahrt mit der Gondel stand zunächst ein kurzer Abstecher zum Gipfelkreuz des Feuerkogels auf dem Programm. Hinter der Christophoruskapelle bot die Aussichtskanzel einen spektakulären Blick auf den tiefblauen Traunsee und den markanten Traunstein – ein erster Höhepunkt der Wanderung.
Bei strahlendem Sonnenschein startete die Gruppe anschließend von der Bergstation in Richtung Helmeskogel. Dort wurde beim zweiten Frühstück Rast gemacht. Erstmals zeigte sich dabei auch der noch schneebedeckte Dachstein, der die Wanderer fortan während der gesamten Tour begleiten sollte. Die Route führte über den historischen Kaiserweg, auf dem einst bereits Kaiser Franz Joseph I. unterwegs gewesen sein soll. Immer wieder eröffneten sich herrliche Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Ziel der ersten längeren Etappe war die unbewirtschaftete Spitzalm, wo eine ausgedehnte Mittagspause eingelegt wurde. Bei stetig steigenden Temperaturen verschwanden nach und nach lange Hosen und warme Kleidung in den Rucksäcken. Typisch für das Höllengebirge sind die zahlreichen Dolinen – trichterförmige Vertiefungen im Karstgestein. In vielen dieser Senken lagen noch Schneefelder, die für willkommene Abkühlung sorgten. Mit Schneeballwürfen wurde die Pause kurzerhand zu einem kleinen Vergnügen. Kurz vor der Spitzalm wartete zudem die Schlüsselstelle des Tages: Ein Geröllfeld musste vorsichtig gequert werden, bevor eine kurze seilversicherte Passage den weiteren Aufstieg ermöglichte. Nach der Mittagspause führte der Weg stetig bergauf.
Die Schneefelder wurden häufiger, und der Große Höllkogel blieb schließlich links liegen. Die Vorfreude auf die Rieder Hütte war bei allen Teilnehmern größer als der Ehrgeiz, weitere Höhenmeter zu sammeln. Dort angekommen, wurden die Wanderer mit einem hervorragenden Topfenstrudel, Kaffee und kühlen Getränken belohnt. Nach Bezug des gräumigen Sechserzimmers mit großem Doppeltbett führte ein kurzer Aufstieg noch zu einem Aussichtsbankerl oberhalb der Hütte. In der Abendsonne und ohne Handyempfang genossen die Teilnehmer das beeindruckende 360-Grad-Panorama. Erstmals zeigte sich dabei auch der Nordzipfel des Attersees. Den gelungenen Wandertag rundete ein schmackhaftes Drei-Gänge-Menü mit selbstgemachtem Eis als Dessert ab. Beim gemütlichen Beisammensitzen wurde die Route für den nächsten Tag besprochen, denn die Wettervorhersage kündigte eine Verschlechterung an und es musste ein wenig umgeplant werden von der ursprünglichen Route. Nach einer ausgesprochen ruhigen und erholsamen Nacht präsentierte sich der Morgen zunächst nass und trüb. Daher blieb genügend Zeit für ein ausgiebiges Frühstück und das gemütliche Räumen der Zimmer. Gegen 10 Uhr hörte der Regen – ganz wie vom Hüttenwirt vorhergesagt – auf, und die Gruppe machte sich auf den Weg.
Durch das Edltal oberhalb des Totengrabens führte die Wanderung zum Europakreuz auf dem 1.707 Meter hohen Alberfeldkogel. Das weithin sichtbare Kreuz symbolisiert die Europäische Union. Es besteht aus gleich großen Würfeln, die für die Mitgliedsstaaten stehen. Jeder Würfel enthält einen landestypischen Stein und verweist damit auf die kulturelle Vielfalt Europas. Mit zunehmender Auflockerung des Wetters bot sich hier eine herrliche Aussicht auf den Vorderen Langbathsee und den Brunnkogel. Nach einer letzten gemeinsamen Mittagspause führte der Weg zurück zur Bergstation des Feuerkogels. Mit der Feuerkogelbahn schwebten die Wanderer schließlich wieder talwärts und erreichten am Nachmittag den Parkplatz in Ebensee. Am
Ende waren sich alle Teilnehmer einig: Die Tour bot alles, was das Bergsteigerherz begehrt – grandiose Ausblicke, beeindruckende Natur, kameradschaftliches Miteinander und zahlreiche unvergessliche Momente. Entsprechend zufrieden kehrte die Wandergruppe nach zwei erlebnisreichen Tagen aus dem Höllengebirge zurück.