Hochstaufen
Ein Tag voller spannender Momente und fesselnder Tiefblicke
Alpenverein Bad Griesbach – Pocking bezwingen den Hochstaufen
Eine Bergtour auf den Hochstaufen (1.771m) ist immer ein Erlebnis, egal von welcher Seite man ihn bezwingt. Der Steinerne-Jager-Steig, in der steil abfallenden Südwand, ist der Klassiker am Staufen und auch der Aufstieg über Bartlmahd wird gerne gegangen. Für eine 15-köpfige Gruppe von der DAV-Sektion Bad Griesbach-Pocking war der Hochstaufen an diesem Sonntag das begehrte Ziel.
Bereits um 8:00 Uhr morgens starteten die rottaler Bergler vom Wanderparkplatz im Ortsteil Nonn von Bad Reichenhall. Gleich nach ein paar Häusern ging es diritissima durch den Buchenwald steil bergauf. Der Steig endete an einer Forststraße. Hier teilte sich die Gruppe. Sechs Wanderer bezwangen den Aufstieg zum Gipfel über den Bartlmahd-Steig, einer etwas gemäßigteren Variante. Für die neun restlichen Alpinisten ging es noch ein Stück der Schotterstraße entlang bis ein gelber Wegweiser zum „Steinernen-Jager-Steig“ verwies. Von nun an ging es eine gute Stunde moderat durch den Buchenwald aufwärts. Der holprige, wurzelige Waldweg endete an einem markannten Aussichtspunkt. Hier boten sich schon die ersten Tiefblicke hinunter nach Bad Reichenhall. Perfekt für eine letzte Brotzeit bevor das Abenteuer Steinerner-Jager begann. Von Süden zogen Regenwolken in das Saalachtal, und auch die Wanderer spürten ein paar Regentropfen. Nach einer kurzen Einschätzung des Wettergeschehens war klar: Der Steig ist machbar, aber zügig und ohne längere Pause.
Eine Eisenleiter brachte die Gruppe über die erste Felsstufe und schongleich wurde das Gelände anspruchsvoll. Es folgte eine genussvolle Kraxelei im griffigem Fels. Die Route führte anhaltend durch steiles Schrofengelände und vorbei an ausgesetzten Felsflanken. Schwindelerregende Tiefblicke waren fortan die ständigen Begleiter der DAVler. Ab jetzt war Vorsicht das Passwort, denn auf dem gesammten Steig gibt es keine Seilversicherungen. Jeder Fehltritt oder Stolperer kann hier fatale Folgen haben. Die Waldgrenze war schon lange überschritten, nur die urwüchsigen Kieferlatschen vermittelten einen Hauch an Sicherheit. Während sich die Gruppe Tritt für Tritt nach oben arbeitete zog ein graues Regenband über das Saalachtal in ihre Richtung, aber immer noch im gebührenden Abstand. Die rottaler Alpinisten gönnten sich keine Pause in der Hoffnung noch trocken das Staufenhaus zu erreichen. Und plötzlich war die Schutzhütte in Sichtweite. Es folgte der letzte Felsaufschwung. Leichter Nieselregen setzte ein. Auf den letzten Höhenmetern wurden nochmals alle Kräfte mobilisier, und endlich war der Ausstieg erreicht. Auch die Bartlmahd-Wanderer hatten ihren Aufstieg schon gemeistert. Bei der Hütte, die unmittelbar unterhalb des Gipfels trohnt pfiff den Alpinisten ein kalter Wind um die Ohren. Aus der Hütte lockte schon ein wohtuender Geruch von Gulaschsuppe und Sauerkraut. Da lies man den Gipfel, Gipfel sein. Man hätte sowieso keine Fernsicht gehabt und es wurde auch zunehmend ungemütlicher. Beim Einkehrschwung in der urigen Gaststube waren die Anstrengungen schnell vergessen. In geselliger Runde tauschten die beiden Gruppen ihre Erlebnisse aus und stärkten sich mit deftigen Hüttenschmankerln.
Nach einer guten Stunde waren alle wieder fit für den folgenden Abstieg. Der Regen war bereits abgezogen, aber der stürmische Wind machte den oberen Teil des Abstiegs nochmals spannend. Steile schottrige Kehren und schmale Felsstufen verlangten volle Aufmerksamkeit. An einer besonders exponierter Stelle fegten kräftige Wondböen über den Grat. Für so manchem war dies nochmals eine mentale Herausforderung, denn man will ja nicht vom Winde verweht werden. Zügig meisterten alle diese letzte Herausforderung. Im Anschluß ging der Pfad in den deutlich entspannten Teil der Bartlmahd über. Mit zufriedenen Gesichtern kehrte die Alpenvereinsgruppe unfallfrei zum Parkplatz zurück.