Mehrtagestour - Zwieselstein

Umgeben von Gletscherriesen und Dreitausendern - Griesbachs Bergfreunde erleben die Vielfalt des Ötztals

Anreise / Tag 1

Spannender und schöner hätte der Auftakt zum Bergurlaub im Ötztal für 22 wandererprobte Bergfreunde des Griesbacher Alpenvereins nicht sein können, denn als sie sich in Umhausen für ihre obligatorische Eingehtour startklar machten, erwartete sie ein Naturschauspiel der Superlative: 159 Meter stürzt der Stuibenfall – Tirols größter und beeindruckendster Wasserfall – in zwei Kaskaden donnernd und brausend in die Tiefe. Schon von weitem lockt der Wasserstaub, der dem Stuibenfall seinen Namen gibt mit einer Abkühlung. Diese mussten sich Griesbachs DAVler aber erst verdienen – beim Aufstieg über die imposante Wege- und Stufenkonstruktion mit exakt 728 Stufen und einer exponierten 80 m langen Hängebrücke direkt am Wasserfall entlang. Vorbei an mehreren Aussichtsplattformen ging es zur höchsten Plattform – und der fantastische Tiefblick von dort oben war definitiv jeden Muskelkater wert. Wer sich die Überquerung der schwankenden Hängebrücke nicht zutraute, genoss das Naturschauspiel herabstürzender Wassermassen eben auf der Aussichtswarte am Fuße des Wasserfalls. Ein kulinarisch genussvoller Ausklang des erlebnisreichen Tages erwartete die Bergfreunde dann am Abend in ihrer Unterkunft beim Brückenwirt in Zwieselstein.

Tag 2

Die Hohe Mut mit ihren 2.653 Metern Höhe war das Ziel der Bergfreunde am nächsten Tag. Nicht zu Fuß, sondern schwebend in der Gondelbahn erreichten sie kräfteschonend den faszinierenden Berg der Ötztaler Alpen. Da standen sie nun auf seinem Gipfel, überwältigt und sprachlos, denn vor ihnen erstreckte sich eine Hochgebirgslandschaft, die sich nicht in Worte fassen lässt – eine gigantische Gletscherbergwelt mit 21 Dreitausendern. Nach Gruppenfoto und ausführlicher Gipfelschau gingen die DAVler getrennte Wege. Die Genusswanderer schlossen sich ihrem Tourenbegleiter Horst Rustler an, um Flora und Fauna am grasigen Sattel der Hohen Mut zu erkunden – immer mit Blick auf die fantastischen Rotmoos- und Gaisbergferner. Doch als es zu regnen begann, waren sie einer längeren, gemütlichen Einkehr auf der Hohe Mut nicht abgeneigt, bevor sie per Gondel wieder nach Obergurgl abwärts schwebten. Zu gleicher Zeit folgten die strapazierfähigeren DAVler ihren Tourenleitern Irene und Gerhard Graw hinab ins Gaisbergtal. Der Abstieg über einen steilen, regennassen Hang erforderte ihre volle Aufmerksamkeit und für kurze Zeit war ihr Ziel, der Gaisbergferner hinter grauen Regenwolken verschwunden. Als es später auf felsigem Weg aufwärts ging, durchbrach die Sonne die graue Wolkenwand und wie aus dem Nichts tauchte der Gaisbergferner wieder vor ihnen auf. Es war schon ein besonderes Erlebnis am Gletschertor zu verweilen, aus dem ein munterer Bach sprudelte und am Gletscherrand auf eine blau schimmernde Eiswand zu blicken. Auch Mineralienfans kamen hier am Fuße des benachbarten Granatkogls auf ihre Kosten – so mancher Granat- und Hornblendenstein verschwand in den Rucksäcken eifriger Sucher. Und beim Abstieg nach Obergurgl waren es dann die bunten Alpenblumen, die faszinierten – weniger aufregend war allerdings ein weiterer Regenschauer, der dem erlebnisreichen Bergtag ein nasses Ende setzte.

Tag 3

Mit Regencapes und Schirmen ausgestattet, stürzten sich die Bergfreunde am nächsten Morgen erneut mutig ins Nass. Die tolle Tour durch die wildromantische Kühtrainschlucht zwischen Zwieselstein und Sölden wollte niemand versäumen; sie führt entlang der Ötztaler Ache in das sich immer weiter verengende Tal hinein. Hier kämpft sich die Ache durch mächtige Steinblöcke, die von den steilen Hängen herausgebrochen sind. Auch der Weg schlängelt sich an mächtigen Felsblöcken vorbei, die zum Teil zimmer-, wenn nicht gar haushoch sind. So schickten die Schluchtwanderer immer wieder skeptische Blicke nach oben, ob auf dem durch Steinschlag gefährdeten Train auch nichts herunterkam. Schneller als ihnen lieb war erreichten sie nach zwei Kilometern Schluchtstrecke die ersten Häuser von Sölden.Während einer gemütlichen Einkehr in einem Söldener Cafe schloss der Himmel seine Schleusen und garantierte den Rottaler Bergfreunden eine entspannte Rückkehr nach Zwieselstein, gab es doch in der Schlucht noch eine vielfältige Flora zu entdecken.

Tag 4 / Abreise

Wie am Anreisetag, ließ sich die Sonne auch amTag der Abreise blicken und begleitete die Rottaler Bergfreunde zuverlässig auf ihrer letzten Tour durch die wunderschöne Kundler Klamm. Vor allem für Mineralienfreunde war die Schlucht sehr interessant, ist die Umgebung doch reich an geologischen Besonderheiten, worauf die vielen Infotafeln am Weg hinweisen. Auf breiten Wanderwegen ging es über Holzbrücken, durch felsige Tunnels und vorbei an schroffen hochaufragenden Felswänden, immer das Rauschen der Wildschönauer Ache im Ohr, die sich schon seit vielen Jahrtausenden einen Weg durch die wildromantische Gebirgslandschaft zwischen Wildschönau und dem Tiroler Inntal bahnt – und oft begegnet man dem Drachen Trias, der nach alter Sage für die Entstehung der Klamm verantwortlich sein soll. Verantwortlich für einen erfolgreichen Ötztalurlaub dagegen waren die Organisatoren Irene und Gerhard Graw; ihnen gebührt großer Dank, denn ihrem spannenden, mit Bedacht ausgewählten Tourenprogramm konnten die unvorhersehbaren Wetterkapriolen nichts anhaben. So kehrten Griesbachs Bergfreunde mit tollen Erinnerungen und schönen Fotos im Gepäck nach vier erlebnisreichen Tagen in ihre Rottaler Heimat zurück.

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