Wo Spuren der Vergangenheit noch sichtbar sind

Dort, wo die Vils in den breiten Strom der Donau einmündet, starteten kürzlich Griesbachs wanderfreudige Bergfreunde in die Tourensaison 2025; ausgehend von der Vilshofener Altstadt steuerten sie das abwechslungsreiche Vils-Engtal an. Dabei war Jochen Selbach nicht ihr einziger Tourenbegleiter, auch die wärmende Frühlingssonne strahlte von einem tiefblauen Himmel auf 18 Rottaler Wanderer herab. Bis zum Zweiten Weltkrieg baute man am Unterlauf der Vils fast 100 Jahre lang Granit ab – heute hat sich die Natur das Gebiet links und rechts der Vils wieder zurückerobert. Auf dem interessanten Themenweg „Historischer Granitabbau“ konnten Griesbachs Bergfreunde anhand zahlreicher Infotafeln den Wandel vom einstigen Industriegebiet zum wertvollen Naturschutzgebiet verfolgen. Am Städtischen Elektrizitätswerk Vilshofen wechselten sie über eine Fußgängerbrücke an das rechte Vilsufer, wo Frühlingsboten wie Taubnessel, Lungenkraut, Blaustern und Buschwindröschen bunte Farbkleckse auf den Waldboden  zauberten. Auf ihrem Weg durch den noch unbelaubten Auwald konnten die Frühlingswanderer immer wieder Spuren des Granitabbaus entdecken, wie zum Beispiel Reste einer einstigen Elektrozentrale und einen Transformator-Turm, den man zum „Tierhotel“ umfunktioniert hat.  An der Barbarakapelle – entstanden aus einem baufälligen Trafohäuschen – genehmigten sich die DAVler eine kurze Trinkpause. Entspannt ging es danach weiter, vorbei am Wehr Grafenmühl zum bedeutendsten Steinbruch, der einst in den Granitfels geschlagen wurde, zum sogenannten Taferlsee –  ein kleines Naturparadies, etwas abseits vom Vilsufer. Wo einst Männer schwitzten, bestaunten die Rottaler Wanderer eine herrliche Artenvielfalt und stellten sich vor mächtigen Granitwänden am Ufer zum obligatorischen Gruppenfoto auf. Nach einer Wanderstrecke von 4,5 Kilometern auf dem „Granitweg“ setzten die DAVler ihre Wanderung auf dem 4,2 km langen Themen-Rundweg „Lebendige Vils“ zwischen den Ortschaften Mattenham und Schönerting fort. Schon von weitem sichtbar ist das Herzstück dieser einzigartigen Fluss-Landschaft: Der 2014 errichtete Piske-Aussichtsturm, den die Bergfreunde unverzüglich  anstrebten, winkte doch in seinem Schatten eine längere Brotzeitpause. Schnell war der 13 Meter hohe Turm erstürmt, der mit wunderbaren Ausblicken auf die Vilsauen belohnt – eine Idylle, die ihresgleichen sucht, denn hier gräbt sich die Vils mit stillen Seitenarmen zwischen Sträuchern und Bäumen in die Landschaft. Nicht ohne Grund hat die herrliche Gegend  maßgeblich dazu beigetragen, dass die Vils zu den attraktivsten Flusslandschaften Bayerns zählt. Mehrere Male ging es auf  kompakten Granitblöcken über kleinere Seitenarme der Vils – Balance-Akte, die alle Beteiligten bravourös meisterten. Nach Verlassen der renaturierten Vilsauen folgten die Rottaler Wanderer dem Rundweg, der sie zurück zum Bus und zur verdienten, geselligen Einkehr brachte.

Zurück zur Newsübersicht