Steinernes Meer

Alpenvereinsjahr 2018

"Wenn Berge da sind, weiß ich, dass ich die hinaufgehen kann, um mir von oben eine neue Perspektive vom Leben zu holen". (Hubert von Goisern, Musiker und Bergsteiger)

8. Mai 2018: Andächtig starten die Bergfreunde in den Wonnemonat Mai

Seit Jahrzehnten schon hat die traditionelle Maiandacht im Veranstaltungskalender des Griesbacher Alpenvereins ihren festen Platz. Dass es so bleibt, dafür sorgt alljährlich Maiandachtsorganisatorin Traudl Schmidt. Nicht nur die Suche nach einem geeigneten Maiandachtskirchlein liegt ihr sehr am Herzen, sondern auch, dass Griesbachs früherer Pfarrer Dr. Oswin Rutz die Maiandacht mit seinen ehemaligen "Schäfchen" feiert und fast ebenso wichtig ist ihr das Auskundschaften einens schönen Wanderwegs zum Ort der Marienverehrung. So tourten heuer vierzehn bewegungsfreudige Bergfreunde, ausgehend von Geroling, durch die blühende Natur der "niederbayerischen Toskana" nach Ottenberg. Die eineinhalbstündige Wanderung, ohne schweren Rucksack und schweißtreibende Höhenmeter, war eine passende Einstimmung auf die nachfolgende, feierliche Maiandacht in der kleinen Ottenberger Kirche, die den insgesamt 25 Bergfreunden gerade ausreichend Platz bot. Es ist nie verkehrt, Mariens Schutz und Segen für ein erfolgreiches, unfallfreies Vereinsjahr zu erbitten und so sangen und beteten alle DAVler kräftig mit. Anschließend folgten sie mit großem Interesse den Ausführungen des kunstgeschichtlich versierten Pfarrers Dr. Rutz: Die Filialkirche St. Leonhard und St. Wolfgang wurde ursprünglich von dem hier ansässigen Geschlecht der Ottenberger zu Ehren des hl. Leonhard errichtet, erst um 1752 ist auch vom hl. Wolfgang die Rede. Der gotische Kirchenbau stammt aus dem 14. Jahrhundert. Während der Altarraum von einem gotischen Rippengewölbe überspannt ist, überdacht den Kirchenraum eine Flachdecke. Der schwarz gefasste, barocke Hochaltar weist auf der Rückseite die Datierung 1683 auf. Sein reich vergoldeter Aufbau zeigt im Zentrum die Skulpturen der Kirchenpatrone Leonhard und Wolfgang. Auch die beiden Seitenaltäre stammen aus der Zeit des Hochbarocks. Sehenswert seien auch der Kreuzweg aus dem 18. Jahrhundert, sowie das kunstvolle Kreuz und die Madonna neben dem Kirchenportal, beendete Pfarrer Rutz seinen "Geschichtsunterricht". Schnell leerte sich anschließend die Kirche, denn nun stand eine gesellige Einkehr in einem Tettenweiser Gasthaus auf dem Programm. Nach Streichkkas- und Brettl-Brotzeit kehrten die Griesbacher per Bus in ihre Kurstadt zurück.

22. April 2018: Faszinierende Kultur- und Wandererlebnisse am Donausteig

"War das nun eine Frühlingswanderung oder schon eine Sommertour", fragten sich 36 Griesbacher und Pockinger DAVler zu Recht, als sie bei ungewöhnlich hohen Temperaturen ihr Wanderziel, Österreichs Kulturstadt Linz, erreichten. Gestartet waren sie in Wilhering, nicht ohne vorher die prächtige Stiftskirche der Zisterzienser, die bedeutendste Rokokokirche Österreichs, besucht zu haben. Im Rokoko, sagt man, wurden die allerletzten Möglichkeiten des Barock verwirklicht und ausgeschöpft. So hatten die Rottaler Wanderer in der Wilheringer Stiftskirche tatsächlich den Eindruck: Mehr an Ausstattung, Farbe, an Skulptur, Malerei und Stuckatur ist in einem Kirchenraum nicht mehr möglich. Nur wenige Schritte vom Stift entfernt, betraten die Bergfreunde nach Kultur- und Kunstgenuss das waldreiche Donauengtal der Linzer Pforte. Auf dem schmalen Prinzensteig folgten sie ihrem Tourenbegleiter Enno Hutterer im leichten Auf und Ab durch den Kürnberger Wald, der sie mit herrlich frischem Grün empfing. Wundervolle Mischwälder, versteckte Tiefblicke auf die Donau und ein alpin anmutender Steig, das war für die wanderfreudigen DAVler Donau-Steig-Erlebnis pur. Auf den Spuren der Römer wandelten die Rottaler Naturfreunde einige Zeit später, als sie einer Abzweigung zum Römerturm folgten. Im 2. Jahrhundert als Wachturm erbaut, entdeckte man seine Grundmauern erst 1936 und seit 1991 können Wanderer an diesem geschichtsträchtigen Ort eine informative Rast einlegen. Wer sich die Wanderung am Prinzensteig, die ein gewisses Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert, nicht zutraute, ließ sich mit Vereinschef Manfred F. Graw per Bus zum vereinbarten Treffpunkt auf halber Strecke bringen, um mit der Hutterer-Gruppe gemeinsam nach Linz zu wandern. Nach einem kurzen, steilen Waldaufstieg erreichte die nun vollständige Gruppe in Friesenegg städtisches Siedlungsgebiet. Der kurze Abstecher zum Turm 13 der Maximilianischen Befestigungsanlage erwies sich als überaus lohnend, bot er doch einen fantastischen Ausblick über das Alpenvorland bis zu den Alpen und hinüber zum Linzer Wahrzeichen, zur barocken Wallfahrtskirche am Pöstlingberg. Im Schatten der bereits vollständig belaubten Bäume ließen sich die Bergfreunde am Rande blühender Wiesen zu einer ausgedehnten Mittagspause nieder. Dann ging es über das Villenviertel des Zaubertals bergab Richtung Donau und auf schattigem Waldweg, entlang eines plätschernden Baches zur versteckten Wallfahrtskirche Maria Thal in St. Margarethen. Nur wenige Meter bergauf ließ sich die Wandergruppe dann von der sehenswerten Kalvarienbergkirche mit ihrer figürlichen Darstellung der 12. Kreuzwegstation beeindrucken. Steil und schweißtreibend gestaltete sich der nachfolgende Aufstieg nach Freinberg, der die DAVler mit großartigen Aussichten auf Linz belohnte. Noch grandioser waren die Ausblicke auf der Aussichtsplattform der Franz-Josefs-Warte am Gipfel des Freinbergs für all jene, die den Aufstieg über 127 Stufen nicht scheuten, denn hier eröffnete sich ihnen ein Panorama, das vom erwanderten, idyllischen Engtal der Linzer Pforte bis über weite Teile des städtischen Linzer Beckens reichte. Auf schattigen Parkwegen, vorbei an Barbara-Kapelle und Haubitzgranate aus dem 1. Weltkrieg wanderten die Rottaler DAVler schließlich durch Siedlungen des Römerbergs hinab zum majestätischen Linzer Schloss. Dort, wo ihnen auf der großen Aussichtsterrasse des modernen Schlossmuseums ganz Linz zu Füßen lag, stimmte Linz-Kenner Manfrd F. Graw seine Bergfreunde mit wertvollen Hinweisen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf das Erlebnis "Kulturhauptstadt Linz" ein. Dann strebten alle hinab in die belebte Innenstadt mit ihren malerischen Gässchen und dem barocken Hauptplatz. Und nach der Besichtigung des Neuen und Alten Doms genossen die DAVler am Ende eines wunderbaren Wandertags noch Linzer Biergarten-Atmosphäre -- ein passender Ausklang für eine sommerlich heiße Tour am Donausteig, der im nächsten Jahr keine Fortsetzung folgen wird.

8. April 2018: Ein letztes Mal unterwegs auf dem Weg der Stille und Begegnung

Was einst vor 10 Jahren in der Rottaler Heimat voller Elan in Angriff genommen wurde, fand jetzt für 46 wanderfeste Griesbacher und Pockinger Bergfreunde im Salzburger Seenland -- in St. Wolfgang -- ein ebenso schwungvolles Ende. Jahr um Jahr haben aktive DAVler zur Frühlingszeit ihre Füße in Bewegung gesetzt, um ihrem Pilgerziel Schritt für Schritt näher zu kommen. So lockte heuer die Aussicht auf einen perfekten Start in den Frühling vor der fantastischen Berg- und Seenkulisse des Salzkammerguts einen ganzen Bus voll wanderfreudiger Bergfreunde ein letztes Mal auf den Weg der Stille und Begegnung. Feine Nebelschleier lagen noch über dem Mondsee und die aufsteigende Sonne zauberte silberne Lichtreflexe auf seine Wasseroberfläche, als die Pilgerwanderer mit Tourenbegleiter Enno Hutterer bei Gries am Mondsee ihre 10. Via-Nova-Etappe starteten. Steil und steinig ging es für die strapazierfähigen Bergfreunde im Schatten der Drachenwand aufwärts. Der noch unbelaubte, lichtdurchflutete Bergwald gab Frühblühern wie Leberblümchen, Buschwindröschen und Lerchensporn allerorts die Chance, ihre bunte Blütenpracht auf dem Waldboden zu entfalten. Zum strapaziösen Hindernislauf wurde die Tour für die Pilger dann weiter oben, als sich ihnen ein ganzes "Heer" entwurzelter Baumstämme in den Weg stellte. Während einige leichtfüßig über die Stämme balancierten, krochen andere mühsam unten durch. Da kam den gestressten "Baumstammkraxlern" die Brotzeitpause vor der Brandlberg Jagdhütte in 746 m Höhe gerade recht, ihre Energiedefizite auszugleichen. Der idyllische Rastplatz bot den Rottalern neben bequemen Sitzplätzen und kristallklarem Brunnenwasser auch beeindruckende Mondsee-Tiefblicke. Leicht bergab führte anschließend der Weg zum Pass Scharflinger Höhe. Am nahe gelegenen, malerischen Krottensee verweilten die DAVler nach zweistündiger Wanderung ein weiteres Mal; sie genossen die wärmenden Sonnenstrahlen, sowie die Spiegelungen der umliegenden Berge im dunklen Wasser des 46 m tiefen Bergsees, an dem vor gut zwei Stunden die Genusswanderer mit Vereinschef Manfred F. Graw zu einer verkürzten Wanderung auf der Via Nova aufgebrochen waren. Ohne größere Anstrengung und Bewältigung weiterer Höhenmeter erreichten die schnellen "Vollzeitwanderer" bald den Wolfgangsee. In der Fürbergbucht ließen sie sich ein drittes Mal nieder, blickten hinüber nach St. Gilgen und stärkten sich für den anschließenden, steilen Aufstieg zum Falkenstein. Im Gegensatz zu den "Teilzeitwanderern", die den breiten Weg der Wallfahrer nicht verlassen hatten, folgten die strapazierfähigen Bergfreunde dem felsigen Steig zum Scheffel- und Aberseeblick (795 m). Und die Mühe hat sich gelohnt, denn an beiden Aussichtsplätzen eröffneten sich ihnen faszinierende Ausblicke hinunter zum Wolfgangsee, der sich nun in voller Länge präsentierte und hinüber zu den schneebedeckten Gipfeln der mächtigen Aussichtsberge Bleckwand und Sparber. Als die DAVler nach einem steilen Abstieg aus dem Schatten des Bergwaldes traten, lagen der der blaue See, die Orte Falkenstein und Ried, sowie eine noch 45-minütige Wanderung nach St. Wolfgang vor ihnen. Über die obere Uferstraße erreichten die Pilgerwanderer schließlich ihr Endziel und als sie im Zentrum ankamen, lenkten sie ihre Schritte unverzüglich zur Wallfahrtskirche St. Wolfgang, wo sie auf die Genusswanderer trafen. Andächtig verweilten sie vor dem berühmten Flügelaltar von Michael Pacher und dem barocken Schwanthaler-Doppelaltar, der die Reliquien des hl. Wolfgang beherbergt. Am Ende eines erlebnisreichen Wandertags nahmen die Rottaler Bergfreunde dann am sonnigen Ufer des Wolfgangsees wehmütig Abschied von den in all den Jahren so vertraut gewordenen Pilgertouren auf der Via Nova.

"Frühjahrswanderung" am Sonntag den 18.03.2018

Am Schönplatzl

Als Frühjahrswanderung geplant, in Griesbach bei leichtem Schneetreiben und Minustemperaturen gestartet. 18 unentwegte Wanderer ließen sich nicht abhalten. Der Bus brachte uns zum Ausgangspunkt bei Dommelstadl. Auf gefrorenen Wegen wanderten wir zunächst etwa 5 km zum Schönplatzl, wo bis 1976 mitten im Neuburgerwald ein Forsthaus stand, in dem auch ein Gasthaus betrieben wurde. Heute findet man dort nur noch eine Wiese mit Obstbäumen und ein Bienenhaus. Dort innezuhalten bei einer Brotzeit war für uns selbstverständlich, trafen sich hier doch unsere Sektionsvorfahren im Sommer 1907 mit Mitgliedern des Patensektion Passau und der Sektion Schärding. Festgehalten ist, dass die Griesbacher mit einem Pferdegespann anreisten und ob ihres kräftigen Gesangs gerühmt worden sind. Nach dieser Pause führte der Weg uns hinunter zum Inn entlang des malerischen Soldatenbrunnbächleins. Der Schneefall hörte jetzt ganz auf, ab und an ließ sich sogar die Sonne blicken und wärmte uns ein wenig. Am Inn angekommen, besuchten wir das etwa 500m flußabwärts angelegte Arboretrum. Dann machten wir uns dann auf den Weg Richtung Neuburg, zunächst am Fluss entlang bis zum Steig, der zur sogenannten Grotte führt und auf dem Steig immer ansteigend bis Neuburg. Dort sollte der Bus die Gruppe auf telefonische Anforderung eigentlich wieder aufnehmen - nur der Busfahrer war nicht zu ereichen. Erst in Neuburg kam die Verbindung zu Stande und so beschlossen wir, nicht hier auf den Bus zu warten, sondern auf dem Künstlersteig bis Vornbach weiter zu marschieren. Da mussten wir ja sowieso hin, denn dort waren für uns Plätze im Gasthaus reserviert. Sehr genossen wir als Abschluss der Tour die gemütliche Einkehr im gut geheizten Wirtssaal, ließen es uns gut gehen und waren stolz auf unsere Leistung: 15 km Frühjahrswanderung bei Minusgraden. Allen hat es gefallen.

18. Februar 2018: Schnee- und nebelreiches Saisonfinale im Heutal bei Unken

Verschneite Berghänge, urige Almen, einladende Berghütten, angenehme Temperaturen und bestens präparierte Langlaufloipen, all das war den 37 Griesbacher Wintersportlern aus Skiclub und Alpenverein vergönnt, nur nicht Sonne, wolkenlos blauer Himmel und Weitsicht. Stattdessen versteckten sich die tief verschneiten Berge ganztägig hinter mehr oder weniger dichten Nebelschwaden. Da rückten eben für die Nordischen die Freude an der Bewegung und das Bewusstsein, etwas für die Gesundheit zu tun, in den Vordergrund, denn nahezu 90 Prozent der Muskeln werden beim Langlaufen beansprucht -- und wer dabei noch lacht, erreicht 98 Prozent. Das beherzigten 20 Rottaler Langläufer, als sie auf schmalen Brettern fröhlich von dannen zogen,um sich auf dem 50 km langen Loipennetz auszutoben, das sich sowohl für den klassischen Stil, als auch für die sportliche Skating Variante eignet. Für die gemütlichen Langläufer war die 5 km lange Heutal-Rundloipe genau das Richtige. Auch die strapazierfähigen Langlauffans drehten hier einige Runden und liefen sich warm, bevor sie der 15 km langen Loipenspur über Herbstkaser und Kreuzbrücke hinauf zur Winklmoosalm folgten. Nach einem ersten Anstieg ging es für die geübten Läufer leicht hügelig weiter zur traumhaft gelegenen, naturbelassenen Alm im Dreiländereck Bayern/Salzburg/Tirol. Wer vor der Einkehr die Tour noch verlängern wollte, fügte gleich noch die 5 km lange Winklmoosrunde an. Bei ihrem Eintreffen im Heutaler Hof, dem vereinbarten Treffpunkt, berichteten sie den Schneeschuhwanderern stolz von der erfolgreichen Rückkehr über die Moarlack, die trotz Warnung von Reiseleiter Hans Venus den Griesbacher Langlaufprofis keine Probleme bereitete. In zwei Gruppen hatten sich am Vormittag 17 Schneeschuhgeher vom Parkplatz an der Heutalstraße auf den Weg zur Hochalm gemacht. Die Genusswanderer stiegen mit Tourenbegleiter Jochen Selbach 400 Höhenmeter auf und waren an der Jausenstation (1400 m) bereits am Ziel, während die Leistungsgruppe, angeführt von Franz Koblbauer, mit der Besteigung des Peitingköpfls (1720 m) höher hinaus wollte. Von der geplanten Tour zum Sonntagshorn (1961 m), dem höchsten Berg in den Chiemgauer Alpen, hatte Jochen Selbach wegen drohender Lawinengefahr abgeraten. Es ist gar nicht so leicht, den Weg zum Wunschgipfel zu finden, wenn dichter Nebel die Berge einhüllt; so folgte das Gipfelstürmer-Oktett kurzerhand den aufsteigenden Skitourengehern, denn wo sich viele Sportler nach oben bemühen, muss ein Gipfelziel sein. An jene magischen Momente, als sich die schneebedeckten Gipfel von Reifelberg und Sonntagshorn durch einen zarten Nebelvorhang für kurze Zeit offenbarten, werden sich die Rottaler Wanderer noch lange erinnern. Als sich die Truppe im sogenannten "Kanonenröhrl", einem spärlich bewaldeten Graben, langsam nach oben arbeitete, schien es mit der Durchsetzungskraft der Sonne tatsächlich zu klappen. Doch sie gab wieder nur ein kurzes Gastspiel. Auf der Perchthöhe und dem Roßkarsattel, der hinüber zum Peitingköpfl führt, verdichtete der Nebel sich so stark, dass man das Gefühl hatte, man bewege sich in einem geisterhaften Niemandsland. Nur noch eine halbe Wegstunde vom Gipfel entfernt, kehrte die Gruppe deshalb aus Sicherheitsgründen um und stieg auf gleichem Weg wieder zur Hochalm ab. Da die voll besetzte Hütte der Jausenstation die Schneeschuhwanderer zwang, ihre Einkehr zu verschieben, zogen sie weiter und arbeiteten sich am Rand einer Buckelpiste abwärts nach Heutal und schließlich zur Einkehr in den Heutaler Hof. Auf der Heimfahrt durften die Teilnehmer -- wie könnte es anders sein -- wieder einen fabelhaften Bordservice genießen. Für Jochen Selbach war dies seine letzte Schneeschuh-Tourenleitung. Neun Jahre lang hat er mit Geduld und Umsicht, ausgestattet mit einem hervorragenden Orientierungssinn, Schneeschuhfans souverän und sicher durch winterliche Landschaften gelotst, wofür ihm alle Teilnehmer und das Präsidenten-Trio des Skiclubs: Claus Nömeier, Hans Hopper und Hans Venus, herzlich dankten. In der nächsten Wintersaison steht dann sein Nachfolger, DAV Beirat Franz Koblbauer, als Tourenleiter für das an Beliebtheit zunehmende Schneeschuhwandern zur Verfügung.

11. Februar 2018: Wintervergnügen in der Rusel für Alpenverein und Skiclub

Schneetouren in der Heimat blieben auch heuer für 35 Sportfreunde aus Alpenverein und Skiclub mangels weißer Pracht ein Wunschtraum. So entschieden sich die Tourenleiter von SC und DAV für den Bayerischen Wald und erlebten dort, im schneesicheren Skigebiet Rusel, ein wahres Winterwunderland. Etwa 70 bestens präparierte Langlaufkilometer in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden garantierten den 21 Griesbacher Langlauf-Fans ungetrübten Langlaufspaß. Als sie mit Tourenleiterin Annette Schmachtenberger vom Parkplatz Ruselabsatz lospreschten, durchbrach die Sonne allmählich die grauen Nebelschleier, sodass die Sportler auf schmalen Brettern nicht nur ihren Bewegungsdrang ausleben, sondern gleichzeitig auch funkelnde Winterromantik genießen konnten. Auf sogenannten Kombi-Loipen, die sowohl Skatern, als auch Skiläufern in klassischer Technik zur Verfügung stehen, drehten die Nordischen in 885 bis 1018 Metern Höhe ihre Runden und legten viele Kilometer in einer zauberhaften Waldlandschaft zurück, bevor sie ihre Skier abschnallten und in das Landshuter Haus auf der Oberbreitenau einkehrten. Fast allein waren zur gleichen Zeit 14 Rottaler Schneeschuhläufer unterwegs. Auf dem Sommerwanderweg ging es mit Tourenbegleiter Jochen Selbach in mäßiger Steigung vom Ruselabsatz ebenfalls hinauf zur Oberbreitenau -- ohne Rummel, ohne großartige Höhenmeter, dafür mit einer intensiven Bindung an die Kraft der Natur. Zunächst von dichtem Nebel umhüllt, stapften die Schneeschuhfans schon bald einer strahlenden Sonne entgegen, die den verschneiten Bäumen zauberhaften Märchenwaldcharakter verlieh. Vom Weg abgekommen, machte es den konditionsstarken Schneeschuhwanderern Spaß, über unberührten Pulverschnee aufzusteigen, um dann auf dem richtigen Weg, ohne weitere Umwege, einen besonderen Ort, genannt "Hölzerne Hand", zu erreichen, wo sich mehrere Wege kreuzen. Hier soll ein altes Weiblein einem verirrten Wanderer mit einem Fingerzeig den richtigen Weg gewiesen haben. Den Weg zum Landshuter Haus ließen sich die Griesbacher Wanderer lieber vom Wegweiser zeigen, wobei sich das letzte Drittel der Wandertour als wahrer Wassergraben-Hürdenlauf erwies. Nach gut zwei Stunden erreichten sie ihr Wanderziel. Langlaufski und Teleskopstöcke vor der Hütte verrieten, dass die Rottaler Langläufer schneller waren und bereits im Raum Regensburg zusammensaßen, aßen, tranken und auf die langsameren Schneeschuhgeher warteten. Doch den zuletzt Angekommenen blieb für all das nicht viel Zeit. Nach einer kurzen Mittagspause traten die Wintersportler in eine nebelige Landschaft hinaus. Die Sonne hatte sich verabschiedet, kalte Windböen und leichte Schneefälle begleiteten sie auf ihrem Rückweg zum Bus am Ruselabsatz.. Kein Problem für die DAVler und Skiclubler, so lernten sie an diesem erlebnisreichen Wintertag eben auch die ungemütliche Seite des Winterwetters kennen. Kuchenbuffet und Sektbar machten auf der Heimfahrt den unbequemen Wetterumschwung und das einstündige Warten auf die langsamere Nachhut der Schneeschuhgeher wieder wett.

Alpenvereinsjahr 2017

"Um die Berge herumgehen ist genau so wichtig, wie auf deren Gipfel zu steigen!" (Heinrich Harrer)

9. Dezember 2017: St. Nikolaus bringt seinen vorwitzigen "Kramperl " mit.

Alle Jahre wieder freuen sich die Bergfreunde auf das schönste aller Vereinsfeste, die heiter-besinnliche, traditionelle Nikolausfeier. So war auch heuer der Andrang in der Waldpension Jägerstüberl außerordentlich groß, sodass die DAVler im weihnachtlich dekorierten Wintergarten eng zusammenrücken mussten. Frohe Stunden in festlicher Atmosphäre mit gutem Essen, entspannter Unterhaltung, dem Vortrag besinnlicher Weihnachtsgeschichten und einem vergnüglichen Auftritt des Hl. Nikolaus, wissen eben alle zu schätzen, ob Vorstandschafts- und Vereinsmitglieder oder Gäste aus der Ortsgruppe Pocking, wie Anita Kälker, 1. Vorsitzende und Schatzmeister Uli Schauwecker. In seiner Eröffnungsrede begrüßte Vereinschef Manfred F. Graw auch die Frankenberger Dirndln, die während des ganzen Abends aus ihrer beengten Musiker-Ecke adventliche Weisen erklingen ließen, denn was wäre eine vorweihnachtliche Feier ohne stimmungsvolle Musik. Einen großen Sack voller Geschenke hatte Herr Graw für seine treuen Helfer im Vorstandsteam mitgebracht. Voll des Lobes für ihr Engagement verteilte er sie an Vizechefin Barbara Erdl, Schatzmeisterin Elisabeth Selbach, Schriftführerin Traudl Schmidt, Familienbeauftragte Marianne Birkeneder, Presseschreiberin Maria Reischl, Tourenleiter Jochen Selbach, Wanderführer Peter Weis, Mountainbiker Uli Schätz und Hans Mayr, Computertechniker des Vereins. "Ohne euch geht es nicht", beendete Vereinschef Graw seine Dankesrunde, um dann auf die Ereignisse des scheidenden Jahres einzugehen. Leider habe ein total verregnetes Bergjahr das Tourenprogramm arg beschnitten, fuhr er fort, aber einige, unvergessliche Highlights konnten die Bergfreunde mit der Osttirol-Fahrt, der Hörndlwand-Besteigung und den Berchtesgaden-Touren doch erleben. Von den 26 Aktivitäten des kommenden Bergjahres hob Herr Graw besonders die 5-Tage-Fahrt nach Südtirol hervor, sowie die mehrtägige Mineralientour in die Zillertaler Alpen, alle übrigen Unternehmungen seien im aufliegenden Touren-Kurzprogramm nachzulesen, bemerkte Manfred F. Graw, bevor er mit einem Zitat des Musikers und Bergsteigers Hubert von Goisern einen adäquaten Schlusspunkt hinter seine Ausführungen setzte: "Wenn Berge da sind, weiß ich, dass ich hinaufgehen kann, um mir von oben eine neue Perspektive vom Leben zu holen". Seit jeher ist es Chefsache, langjährige Mitgliedschaft im Rahmen der Nikolausfeier mit Urkunde und Ehrenabzeichen zu würdigen. Ein Vierteljahrhundert hält Marianne Birkeneder, Leiterin der Familiengruppe und Sektionsjugend dem Alpenverein schon die Treue, ebenso Christian Pacher und Florian Schätz. Für 40 Jahre Mitgliedschaft gratulierten die beiden Vorsitzenden Graw/Erdl Alfred Hausberger, Markus Hilz, Sigi Kulitza, Dr. Oswin Rutz und Josef Wiesbauer. Auf 50 Jahre Vereinszugehörigkeit kann Günther Broda zurückblicken und Maria Ortner hält dem Verein bereits seit 60 Jahren die Treue. Dann waren die Geburtstagskinder an der Reihe; ein rundes Wiegenfest hatten in diesem Jahr gefeiert: Helga Wimmer, Erhard Loher, Elfriede Cress, Walter Threimer und Alfons Pacher. Letzterer ist mit 90 Jahren das älteste Alpenvereinsmitglied und seit 68 Jahren treues Sektionsmitglied. Alle Jubilare nahmen mit den guten Wünschen auch das Alpenvereinsjahrbuch 2018 als Geburtstagsgeschenk in Empfang. -- Eine andächtige Stille breitete sich unter den Zuhörern aus, als Vorleser Robert Erdl seine erste besinnliche Erzählung nach einer Vorlage von Matthias Mägde vortrug, betitelt: "Wie entstand eigentlich Weihnachten?". Doch kurze Zeit später ging es wieder heiter und fröhlich zu, denn nun stand der Besuch des Bischof Nikolaus auf dem Programm. Vor Überraschungen ist man beim Sektions-Nikolaus Markus Hilz eigentlich nie sicher. So rief er heuer, nachdem er den Festsaal betreten hatte, seinen vorwitzigen "Kramperl" zu sich. Die Rolle des kecken, vorlauten Gesellen war Schriftführerin Traudl Schmidt wie auf den Leib geschneidert. Nicht nur das aktuelle Sündenregister der Bergfreunde, im Versmaß von Santa Claus vorgetragen, strapazierte die Lachmuskeln der DAVler ungemein, sondern auch der Schlagabtausch zwischen St. Nikolaus und seinem neunmalklugen Krampus. Weil der des öfteren in seiner Wortwahl gehörig über das Ziel hinausschoss, musste ihn der heilige Mann dauernd in seine Schranken verweisen. Als nach dem vergnüglichen Nikolaus-Spektakel wieder Ruhe im Saal eingekehrt war, zitierte Robert Erdl Schlagzeilen einer Zeitungsmeldung, wie sie den Leser der PNP nach den Weihnachtsfeiertagen anspringen könnten, wenn das Christkind am 24. 12 2017 auf die Welt käme: "Säugling in Stall gefunden -- Polizei und Jugendamt ermitteln" und "Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen". Wahrlich keine heitere Geschichte, einmal in die Mühlen der Bürokratie geraten, gäbe es in unseren Tagen für die Hl. Familie so schnell kein Entrinnen mehr, was der nachfolgende Bericht bewies. -- Zu später Stunde konnte das gestresste Organisationsteam dann endlich aufatmen und entspannen, als die gelungene Nikolausfeier bei Punsch und Weihnachtsplätzchen gesellig und unterhaltsam ausklang.

07. November 2017: Jahreshauptversammlung mit Rück-und Ausblicken

Darin sind sich alle Bergfreunde einig -- ein Schlussakkord, der einer erfolgreichen Wandersaison ein deutliches Ende setzt, fehlt in diesem Jahr, denn die Abschlusstour im Bayerischen Wald, die sich in den vergangenen Jahren zum allseits beliebten Wanderfinale gemausert hatte, war heuer trotz wiederholter Ausweichtermine den launischen Wetterkapriolen zum Opfer gefallen. So freute sich nicht nur Vereinschef Manfred F. Graw darüber, dass er seine Bergfreunde nach der witterungsbedingten Wanderpause wieder zu Gesicht bekam, als er zu Beginn der Jahreshauptversammlung in der Waldpension "Jägerstüberl" sein Vorstandsteam und die anwesenden Mitglieder begrüßte. Aus den Reihen der Ortsgruppe Pocking konnte er Anita Kälker, 1. Vorsitzende, ihre Stellvertreterin Margit Reil und Schatzmeister Uli Schauwecker willkommen heißen. Sein sorgfältig vorbereiteter Tätigkeitsbericht informierte die Bergfreunde zunächst über die aktuelle Mitgliederzahl, die sich mit 699 Mitgliedern sehen lassen kann. In einer Schweigeminute gedachten die Bergfreunde anschließend der im Vereinsjahr verstorbenen Mitglieder: Maria Hirschmann, Richard Höchtl, Udo Müller, Norbert Pohl, Wolfgang Rösch und Günter Priller. Danach ließ Manfred F. Graw die Veranstaltungen des Vereinsjahres Revue passieren. "Das Wetter mochte uns heuer einfach nicht", stellte er bedauernd fest, als von den zwei ausgefallenen Schneeschuhwanderungen und den sieben wetterbedingt abgesagten Berg- und Wandertouren die Rede war. Sie würden aber im Bergjahr 2018 wieder im Programm stehen, versprach Vereinschef Graw. Trotz des unzuverlässigen Wetters konnten im Februar zwei Schneeschuhwanderungen im böhmisch-bayerischen Grenzgebiet, zusammen mit Mitgliedern des Skiclubs, sowie attraktive Wander- und Bergtouren bei passendem Wetter erfolgreich durchgeführt werden. Zu absoluten Highlights des Jahres erhoben begeisterte Teilnehmer die Exkursion im Isar-Mündungsgebiet mit Pflanzenexpertin Elisabeth Selbach, die Besteigung der Hörndlwand im Chiemgau und die 2-Tage-Tour in Berchtesgaden unter der Leitung von Jochen Selbach, sowie die unvergessliche 4-Tage-Fahrt nach Osttirol mit der begleitenden Vizechefin Barbara Erdl. Auch das ansprechende Programm der Sektionsabende lockte viele Teilnehmer in die Veranstaltungen: Angefangen von der Maiandacht in Reisbach, organisiert von Traudl Schmidt, dem fantastischen Bildvortrag über Kamtschatka von und mit Weltenbummlerin Angela Henning, die von Hans Mayr gestaltete, herrliche Bilderschau, ließ sie doch den wunderbaren Aufenthalt in Südtirol wieder aufleben, bis hin zum aufregenden Bergfilm "Cerro Torre -- Nicht den Hauch einer Chance" in der Filmgalerie Bad Füssing und dem gemütlichen Biergartenabend im August. -- Für das kommende Bergjahr kündigte Vereinschef Graw 24 Aktivitäten an, und soviel konnte er schon verraten: Als Neuheit werden die Bergfreunde Mineralientouren mit dem mineralogisch versierten Gerhard Graw im Programm finden. Zum Schluss bedankte sich Manfred F. Graw bei den Vorstandsdamen Barbara Erdl, Elisabeth Selbach, Traudl Schmidt, Marianne Birkeneder, sowie den Beiräten, beim Narturschutzreferenten Stephan Selbach und Sektionsnikolaus Markus Hilz, sowie bei Hans Mayr, dem Computerfachfann des Vereins. Ohne sie wäre ein harmonisch ablaufendes, spannendes Vereinsleben nicht realisierbar, betonte er. Dann übergab er das Wort an Schatzmeisterin Elisabeth Selbach, der die Kassenprüfer Markus Hilz und Elfriede Cress eine saubere und einwandfreie Kassenführung bescheinigten. Zu guter Letzt präsentierte Vereinschef Manfred F. Graw der Versammlung per Powerpoint die veränderte, überarbeitete Fassung der Vereinssatzung; sie wurde bei der anschließenden Abstimmung ohne Gegenstimmen angenommen. Mit ausgewählten Bildern, die Erinnerungen an die beiden Frühlingswanderungen auf der Via Nova und dem Donausteig weckten, entließ die Vorstandschaft ihre Bergfreunde spätabends in eine nasskalte Novembernacht.

15.10.2017: Eine traumhaft schöne Abschlusstour in den Berchtesgadener Alpen

Der ursprünglich für die Tour angesetzte Termin am Sonntag, 8.Oktober fiel wegen Dauerregens aus. Für den folgenden Sonntag aber waren die Wetteraussichten wesentlich besser und so machten sich denn 19 Bergsteiger am Morgen des 15. Oktober im Bus der Fa. Altmannsberger auf den Weg nach Bad Reichenhall und Berchtesgaden. Zunächst ging es zur Talstation der Predigtstuhlbahn in Bad Reichenhall. Hier teilte sich die Gruppe: 6 Bergsteiger wollten mit Elisabeth Selbach auf den Predigtstuhl und von dort das Lattengebirge bis zur Schwarzbachwacht an der Queralpenstraße überschreiten, die restlichen 11 fuhren mit Erhard Loher weiter nach Ilsank bei Berchtesgaden, um von dort auf dem Soleleitungsweg über das Söldenköpfl und Hochschwarzeck nach Schwarzbachwacht zu wandern. Bevor die 7 Bergsteiger ihre Tour antraten konnten, hieß es zunächst sich in Geduld beim Warten auf eine freie Seilbahngondel zu üben. Erst nach dem Kauf der Karten in der Talstation bemerkten die Bergsteiger nämlich, dass sich vor ihnen eine vielfach gewundene lange Warteschlange befand. So mussten sie fast 90 Minuten warten, bis sie auf dem Gipfel standen. Doch ihr Warten wurde belohnt durch eine wunderschöne Bergwanderung über Hochschlegel, Karkopf und Törlkopf hinunter zur Mordaualm und weiter zur Alpenstraße. Erschöpft nach der rund 10 km langen Wanderung, 350 Höhenmetern bergauf und 1000 Höhenmetern bergab, aber auch glücklich über den herrlichen Tag traf man sich hier wieder mit den Wanderern. Besonders toll fanden die Bergsteiger, dass sie unterwegs auf einen Mann der Sektion Berchtesgaden trafen, der ihnen einen Teil des Weges vom Laub freikehrte.

Die Wanderer konnten, anders als die Bergsteiger, ihre Tour nach dem Verlassen des Busses sofort antreten.Auch hier ging es zunächst bergauf, rund 400 Höhenmeter zum Söldenköpfl. Dort wartete nach etwa 90 Minuten eine Einkehr mit Kaffee, zünftiger Musik einer Gruppe Berchtesgadener Musikanten und vor allem einer wunderbare Aussicht auf das Gebirgspanorama von Kehlstein über Watzmann bis Hochkalter auf sie. Nach der Rast führte der Soleleitungsweg wieder bergab und brachte die Wanderer nach einer nochmaligen Rast mit Brotzeit aus dem Rucksack auf gutem Weg mit wenig Höhenunterschied relativ gemütlich an das Ziel Schwarzbachwacht. Auch in dieser Gruppe war man begeistert über das schöne Erlebnis und zufrieden mit der eigenen Leistung: der Weg Weg war immerhin gute 13 km lang und 500 Höhenmeter hatte man auch geschafft.

12. bis 15. August 2017: Erlebnis Osttirol -- ein bunt schillernder Bilderbogen

Vier Tage Auszeit vom Alltag gönnten sich 40 Griesbacher Bergfreunde im Tiroler Gailtal und malerischen Lesachtal. Im Alpendorf Kartitsch, wo sie Quartier bezogen, luden unzählige Wanderwege mit traumhaften Bergkulissen zum Erleben der Osttiroler Bergwelt ein. Ob Spazierengehen, Almwandern, Bergsteigen oder Klettern -- alles war hier, in der ursprünglichsten Natur- und Kulturlandschaft der Alpen, möglich. Die Besichtigung der römischen Stadt Aguntum am Fuße der Lienzer Dolomiten setzte einen beeindruckenden, kulturellen Schlusspunkt hinter den erlebnisreichen Osttirol-Aufenthalt, den alle Beteiligten in vollen Zügen genossen.

22. Juli 2017: Wir feiern mit den Raindinger Bergfreunden 50. Geburtstag

50 Jahre Liebe zu den Bergen feierten die Mitglieder des Raindinger Alpenvereins kürzlich, denn vor gut einem halben Jahrhundert, am 17. Januar 1967 wurde die Ortsgruppe Rainding, die der DAV-Sektion Passau angegliedert ist, im Gasthaus Fuchs mit 18 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben. 10 Jahre später stellten die Raindinger ihr eigenes Gipfelkreuz auf dem 2211 m hohen Windschartenkopf auf. Heute zählt die Ortsgruppe über 500 Mitglieder, die zum 50. Geburtstag ein rauschendes Gründungsfest ausrichteten. Auch Vorstandsmitglieder aus dem Griesbacher Alpenverein waren der Einladung zum Fest gefolgt. So reihten sich Vereinschef Manfred F. Graw, Vizechefin Barbara Erdl, die Vorsitzenden der Ortsgruppe Pocking, Anita Kälker, sowie Margit Reil, Familien- und Jugendbeauftragte Marianne Birkeneder und Beirätin Maria Reischl in den langen Festzug ein, der sich nach dem feierlichen Festgottesdienst unter Marschklängen zum Fuchswirt in Bewegung setzte. Was sich dann im Fuchsstadl abspielte, erzählen die nachfolgenden Bilder.

2 Tagestour im Nationalpark Berchtesgaden vom 08. auf den 09. Juli

Ca. 1500 Höhenmeter und eine Strecke von fast 15 km waren am ersten Tag der Tour im Nationalpark Berchtesgaden zu bewältigen. Sechs Bergfreunde der Sektion wolllten die anspruchsvolle Bergtour vom Königsee über den Röthsteig zur Wasseralm und weiter zum Kärlingerhaus am Funtensee machen. Früh um 5:30 Uhr brachen sie in Griesbach bei durchwachsenem Wetter mit einem gemieteten Kleinbus auf und erreichten um 8:00 Uhr das erste Schiff über den Königsee zur Salletalm. Hier gings nun zu Fuß entlang des Obersees zur Fischunkelalm und weiter zum Einstieg in den Röthsteig am Röthwasserfall. Der Steig windet sich rasch in steilen Spitzkehren nach oben, immer wieder einmal helfen Drahtseile und Eisentritte beim Aufstieg. Insgesamt war der Steig kein Problem für die Sechs. Allerdings begann es nach etwa der Hälfte des Weges kräftig zu regnen und da es nicht aufhören wollte, konnten die Sechs sich auch nicht zu lange unterstellen und mussten weiter aufsteigen. Einen gehörigen Schrecken jagte ihnen ein Steinschlag ein, der nur etwa 200 m hinter ihnen über den Pfad ins Tal polterte. Schließlich erreichten sie bei fortdauerndem Regen aber doch heil die Wasseralm, wo sie den Regen bei einer Einkehr in der DAV - Hütte aussitzen wollten. Nur, der Regen wollte nicht aufhören und so verließen die Sechs schließlich doch die schützende Hütte und machten sich auf den Weitermarsch. Nach etwa einer halben Stunde kam dann der Vorschlag, doch zur Wasseralm zurückzukehren und dort zu übernachten. Aber kaum war dieser Vorschlag diskutiert, hörte es auf zu regnen, die Sonne kam erst zaghaft, dann aber immer stärker heraus und blieb den Bergsteigern auf ihrem Marsch bis zum Kärlingerhaus treu. Auf und ab führte nun der Weg, erst hinab zum Schwarzsee, dann wieder hinauf, hinunter zum Grünsee und schließlich noch einmal ein ermüdender längerer Anstieg bis das Kärlingerhaus erreicht war. Nicht zu früh, denn eine halbe Stunde später, als man beim Essen saß, zog ein Gewitter mit heftigem Regen auf.            Am nächsten Tag aber war der Himmel wieder klar, die Sonne schien warm, die Murmeltiere hockten vor ihren Höhlen und begleiteten die Bergsteiger mit ihren Pfiffen beim Abstieg nach St. Bartholomä am Königsee. Gut 4 Stunden brauchten die Sechs dafür, immer wieder bewunderten sie das herrliche Bergpanorama, machten Brotzeitpausen und badeten zum Schluss sogar im Königsee, bevor sie in St. Bartholmä im Gasthof frische Fische aus dem Königsee verzehrten. Noch einmal gings mit dem Schiff über den See und zur Heimfahrt nach zwei  anstrengenden Bergtagen mit wunderbaren Eindrücken.

11. Juni 2017: Röthelmoos und Hörndlwand -- ein Berg für Gipfelsammler

Die Hörndlwand ist ein schroffer Felszacken, der kühn aus den Chiemgauer Alpen in den bayerischen Himmel ragt. Doch der schroffe Zacken hat auch seine zahme Seite und über die ließ er 22 robuste Griesbacher Bergfreunde auf sein Haupt steigen. Und da war alles geboten, was das Bergtourenherz der Rottaler DAVler höher schlagen ließ: Bequeme Forststraßen, holprige Karrenwege, steile Bergpfade und leichte Kraxeleien. Ihren Anfang nahm die viel versprechende Tour am Weitsee zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl. Entlang des Wappbachs ging es mit Tourenbegleiter Jochen Selbach zunächst gemächlich bergan, dann arbeitete sich die strapazierfähige Truppe auf steilen Bergpfaden Serpentine für Serpentine hinauf zur verfallenen Hochkienbergalm. Die trotz langjähriger Brache noch erstaunlich offene Alm bot den Griesbacher "Aufsteigern" bereits einen fantastischen Ausblick zu den schneebedeckten Dreitausendern der Alpenhauptkette mit dem klar erkennbaren Gipfel des Großvenedigers. Der spärliche Baumbewuchs der nicht beweideten Alm spendete den erhitzten Bergsteigern den nötigen, kühlenden Schatten für eine längere Rast- und Brotzeitpause. Als sie nach einem weiteren, kurzen Anstieg die letzten Baumgruppen hinter sich gelassen hatten, präsentierte sich ihnen das schroffe Gipfelduo von Gurnwandkopf und Hörndlwand über einem herrlich blühenden Alpengarten. Nicht umsonst werden die beiden spitzzackigen Berge als "bayerische Dolomiten" bezeichnet. Nur noch ein kurzes Stück Weg durch Almwiesen hinauf zu einem ausgedehnten Hochplateau, weiter über einen Latschenkamm und auf den letzten Metern eine einfache Felsenkletterei, dann standen die schnellsten Gipfelstürmer auch schon auf dem Westgipfel des "Hörndls" unter dem Kreuz Nummer eins, während begeisterte Hobbyfotografen noch Trollblumen, Berganemonen und den tiefblauen Enzian ins Kameraauge fassten. Ohne viel Zeit zu verlieren, nahmen die trainierten Kraxler anschließend Anlauf zum zweiten Kreuz. Über schroffe Felsen kletternd, erreichten sie in kurzer Zeit das Mittelkreuz auf dem höchsten Punkt der Hörndlwand (1.684 m). Aber egal auf welchem Gipfel man auch verweilte, der Blick reichte überall vom Wilden Kaiser zu den erhabenen Gipfelhäuptern des Alpenhauptkammes, über die Loferer Steinberge bis zum Watzmann und weit ins Chiemgauer Alpenvorland hinein. Das Kreuz Nummer drei am Ostgipfel -- tiefer gelegen und nur durch schwierigere Kletterei zu erreichen -- interessierte bei diesen grandiosen Ausblicken niemanden mehr. Beim zügigen Abstieg durch das Ostertal wurden die DAVler anfangs von den steilen Felswänden des "Hörndls" begleitet, bevor zahlreiche Kehren hinabführten in einen dichten, schattigen Bergwald. Nach einer Stunde Abstiegsarbeit öffnete sich der Wald und gab den Blick auf die idyllische Branderalm frei. Während es sich die Bergsteiger auf den Holzbänken vor der urigen Almhütte bequem machten, ließen sich die Genusswanderer am Ufer des Förchensees die Sonne auf den Pelz scheinen. Ihr Wandervergnügen hatte in Urschlau begonnen, wo sie sich mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw im Ort umsahen und dann Kurs auf die romantische Röthelmoosalm nahmen. Zu entdecken gab es für die 17-köpfige Wandergruppe auf ihrer Erlebnisrunde viel: Schluchtartige Wege durch den Wald, die artenreiche Flora und Fauna einer einzigartigen Hochmoorlandschaft, wunderschöne Ausblicke zu den "bayerischen Dolomiten" und romantische Almhütten zur Einkehr. Zuletzt führte ihr Weg durch ein liebliches, malerisches Tal und entlang des plätschernden Wappbachs ging es schließlich hinab zum Endpunkt ihrer Wanderung. Am Spätnachmittag trafen die beiden Gruppen in Seehaus am Förchensee dann wieder zusammen und wer Lust auf ein erfrischendes Finale hatte, konnte hier mit einem Sprung ins 12 Grad kalte Wasser den heißen Tourentag beenden.

21. Mai 2017: Unterwegs an den Ufern des "bayerischen Amazonas".

Helmknabenkraut

Dass eine Welt jenseits der menschlichen Kontrolle sich zu einem wahren Paradies entwickeln kann, davon überzeugten sich 22 alpine Naturfreunde, als sie mit Exkursionsleiterin Elisabeth Selbach die eindrucksvolle Flusslandschaft an der Isar bei Plattling durchstreiften. Zählt doch das Isarmündungsgebiet im Landkreis Deggendorf zu den letzten großen, naturnahen Mündungsgebieten Deutschlands und mit seinen 808 Hektar ist es sogar das größte Naturschutzgebiet Niederbayerns. Unweit des Infohauses Isarmündung traten die Bergfreunde ein in die faszinierende Welt des "bayerischen Amazonas". Sechs Lebensräume gab es hier zu erforschen: "Fluss", "Altwasser", "Weichholzauwald", "Hartholzauwald", "Au- und Streuwiesen", sowie die "Brennen", das sind flachgründige, sandkiesige und floristisch artenreiche Standorte entlang der Isar. Ihre Entdecker-Tour führte die DAVler zunächst auf einen langen Hochwasserschutzdamm. Der bequeme  "Isar-Laufsteg" hatte den botanisch interessierten Naturwanderern wahrlich viel zu bieten. Blütenpflanzen, die trockenen Magerrasen bevorzugen, wie Klappertopf, Beinwell, Zypressen-Wolfsmilch, Bocksbart, Habichtskraut, Reseda, Karthäusernelke und viele andere mehr gaben sich hier ein buntes Stelldichein. Auf Bergtouren entdeckt und in der Flussebene wiedererkannt, hat so mancher Bergfreund auch Gebirgsblumen, die als Alpenschwemmlinge an der Isar heimisch geworden sind: Teufelskralle, Kreuzblume, Eisenhut und Bergflockenblume verzichten hier ganz auf ein alpines Ambiente. Ein Abstecher zum Aussichtsturm am rechten Isarufer ermöglichte den Griesbacher Naturfreunden, den intakten Alpenfluss mit seiner fotogenen, abwechslungsreichen Begleitvegetation aus größerer Höhe zu betrachten. Vor allem die Edelsteine der Lüfte, schillernde Libellen, erregten am Isarufer die Aufmerksamkeit der Hobbyfotografen. So jagten sie den Männchen und Weibchen der Gebänderten Prachtlibelle beharrlich hinterher, die sich durch schillerndes Blau und Grün unterscheiden. Aber auch Großlibellen, Schmetterlinge, Bockkäfer und exotisch aussehende Nachtfalterraupen bekamen sie vor die Linse. Als sie den Damm verließen und in die urwüchsige Welt einer Altwasserzone eintauchten, wunderten sich einige Rottaler Wanderer: "Hier sieht`s ja aus wie im Bayerischen Wald, so viele abgestorbene Bäume!" Endzeitstimmung war bei diesem Anblick wohl fehl am Platz, sah man doch ganz deutlich, dass aus dem Totholz bereits neues Leben quillt. Naturbelassen und artenreich erlebten die DAVler wenig später auch den angrenzenden Auwald. Salomonssiegel, Maiglöckchen und Akelei blühten hier um die Wette und in der Nähe von Wasserläufen verrieten sanduhrähnliche Nagespuren an Baumstämmen die Existenz der tagscheuen Biber. Aus dem Schatten des Auwalds tretend, breiteten sich ausgedehnte Au- und Streuwiesen vor den Rottaler Wanderern aus. Und hier präsentierte sich der Wiesensalbei als Hauptdarsteller, indem er die Wiesenflächen in leuchtendes Blau kleidete, während die ebenfalls blau blühende Sibirische Schwertlilie auf feuchtem Auengrund eine ähnlich zauberhafte Wirkung entfaltete. Auf der gesamten Wanderung galt das besondere Augenmerk der Bergfreunde den im Naturschutzgebiet heimischen Orchideenarten. Allerdings entdeckten sie nur einige Exemplare des Helm- und Brandknabenkrauts, alle weiteren Orchideenarten, unter ihnen der attraktive Frauenschuh, waren infolge des plötzlichen Wintereinbruchs im Frühjahr noch nicht blühwillig. Am Sammerner Kiesweiher -- er bietet störempfindlichen Tieren und Pflanzen unverzichtbare Rückzugsräume -- erleichterten die Bergfreunde endlich ihre Rucksäcke um die mitgebrachte Brotzeit, bevor sie zu ihrem Ausgangspunkt, dem Infohaus Isarmündung zurückkehrten und die erfolgreiche Exkursionstour mit einer geselligen Einkehr in Moos ausklingen ließen.

7. Mai 2017: Durch das "steinreiche" Bayerwald-Land rund um Falkenstein.

Orientierung in Hagenau

Dunkle Wolken und spätherbstliche Temperaturen seien nicht so schlimm, meinten 13 DAVler als sie in Falkenstein an der Schule ihre Rundtour im Vorderen Bayerischen Wald starteten, nur regnen sollte es nicht. Während sie den Ortsteil Mühlthal ansteuerten, blickten sie immer wieder zurück zur mittelalterlichen Burg Falkenstein, die auch unter dem grauen Maihimmel einen imposanten Anblick bot. Was sie dann im Mühlthaler Holz auf dem Weg zum Schweinsberg erwartete, waren wuchtige und oftmals skurrile, wild durcheinander gewürfelte, von einzigartigen Moosen und Flechten bewachsene Granitblöcke. Sie sind während der Eiszeit von den Berghängen gestürzt und zaubern ein alpines Flair auf nicht einmal 600 m Seehöhe. Vor einer fantastischen Felsenkulisse "verordnete" Tourenbegleiter Manfred F. Graw den Bergfreunden eine seiner obligatorischen Trinkpausen an der höchsten Stelle des Schweinsberges (570 m). Immer noch von Felsen begleitet ging es abwärts, vorbei am kleinen Ort Schweinsberg, bis der Wald sich öffnete und das nächste Wanderziel ins Blickfeld rückte, der 614 m hohe Sengersberg. Auf einem kleinen Sträßchen marschierten die Bergfreunde hinab nach Hagenau und weiter zum Waldrand. Hier am Fuße des Segensberges, wie der beliebte Ausflugsberg auch genannt wird, legten sie eine längere Brotzeitpause ein, die sanften Bergrücken und sattgrünen Täler der oberpfälzischen Mittelgebirgslandschaft vor Augen. Auch die Frühlingsflora tat ihr Bestes, die wetterfesten Wanderer für den grauen, kühlen Tag zu entschädigen, indem sie ihre bunten Blütenteppiche am Wege ausbreitete, wobei vor allem das Rot der Tageslichtnelke, das Gelb des Schöllkrauts und der weiß blühende Waldmeister die Szene beherrschten. Nach einem kurzen, steilen Anstieg standen die Griesbacher Wanderer dann vor den Überresten der ehemaligen Burg auf dem Sengersberg.Über einen mit Eisenketten gesicherten, steilen Steig erketterten sie den hoch aufragenden Felsenturm und genossen unter dem hölzernen Gipfelkreuz die freie Sicht nach Nordwesten. Gleichzeitig gab die spannende, kurze Kletterei den Bergkraxlern schon mal einen Vorgeschmack auf zukünftige alpine Sommertouren. Abwärts führte der Weg durch einen kiefernreichen Wald zu einladenden Aussichtsbänken am Waldrand. Hier ließen sich die Bergfreunde abermals zu einer kurzen Rast nieder und blickten hinüber zur Wallfahrtskirche Marienstein, ihrem nächsten Wanderziel. Der Weg dorthin nahm nur 40 Minuten in Anspruch und wieder säumten beim Aufstieg nach Marienstein seltsame Felsgebilde ihren Wanderpfad. So begegneten sie einem riesigen, steinernen Schweinskopf, um dessen Existenz sich schaurige Geschichten und geheimnisvolle Sagen (siehe Fotogalerie!) ranken. Der Ort Marienstein in 500 m Höhe war schnell erkundet, denn die typische, bayrische Dreifaltigkeit -- Kirche, Schule und Wirtshaus -- ist hier auf engem Raum vereint. Über eine lange Steintreppe stiegen die Rottaler Wanderer zur Kirche hinauf und einige zwängten sich sogar durch den schmalen Felsspalt neben dem Kircheneingang, dabei streift man alle Sünden ab -- sagt man. Das schlichte Gotteshaus ist dem Hl. Petrus und Paulus geweiht und war ursprünglich keine Wallfahrtskirche. Zeit und Beinarbeit sparend, kehrten die Bergfreunde anschließend im Bus nach Falkenstein zurück. Ein weiterer Felsenspaß erwartete sie im Schlosspark -- dem zweitgrößten Natur- und Felsenpark Bayerns -- beim Aufstieg zur mittelalterlichen Burg, die seit dem Jahre 1074 auf einer 60 m hohen Granitkuppel thront. Die Besteigung des fünfgeschossigen Bergfrieds gab den DAVlern die einmalige Gelegenheit, die zurückgelegte Wanderstrecke auch aus der Vogelperspektive zu betrachten. Mit einer geselligen Einkehr in die Burgschenke und einer strahlenden Sonne am leicht bewölkten Himmel endete ein erlebnisreicher, sowie regenfreier Wandertag, der allen Beteiligten garantiert in bester Erinnerung bleibt.

2. Mai 2017: Bergfreunde verbinden Maiwanderung mit feierlicher Maiandacht.

Blick in die Sakristei

Als schönster Monat des Jahres ist der Mai der Gottesmutter Maria geweiht. Viele Bergfreunde des Alpenvereins sind in christlicher Tradition aufgewachsen, in der die Marienverehrung eine bedeutende Rolle spielt. So folgten 30 DAVler der Einladung von Maiandachtsorganisatorin Traudl Schmidt und machten sich auf nach Reisbach, um in der kleinen Wallfahrtskirche Heiligkreuz an der traditionellen Vereins-Maiandacht teilzunehmen. Während einige die bequeme Anfahrt im Altmannsberger Bus bevorzugten, legten 20 wanderfreudige Bergfreunde einen Teil des Weges auf Schusters Rappen zurück. Ihren Tourenbegleitern Peter und Traudl folgend, starteten sie unter blauem Himmel und bei angenehmen Frühlingstemperaturen in Bergham und wanderten mit Zwischenstopp an der kleinen Kapelle in Grillenöd in eineinhalb Stunden zum Ort der Marienverehrung. Das gotische Kirchlein aus dem 15. Jahrhundert erstrahlt nach seiner Renovierung wieder in ursprünglicher Schönheit. In seinem kühlen Inneren bestaunten die Griesbacher Bergfreunde eine Fülle von hervorragenden Skulpturen und Gemälden. Der Hochaltar ist eine originelle Schöpfung des Frühbarock um 1660 und zeigt anstelle des Altarblattes die Figurengruppe des Gekreuzigten mit Maria und Magdalena, sowie die seitlichen Figuren von St. Norbert und der hl. Helena. Der Altar ist zugleich die 12. Station des Kreuzweges. Das alles und noch vieles mehr erfuhren die alpinen Marienverehrer nach Gebet und Gesang von Pfarrer Erwin Böhmisch, der den erkrankten Pfarrer Dr. Oswin Rutz würdig vertrat. Ganz profan und kalorienreich gestaltete sich dann das nachfolgende Programm, als die DAVler ihren religiös begonnenen Maiabend im Gasthof Koch in Ortenburg fortsetzten und sich in geselliger Runde nach allen Regeln der Kochkunst kulinarisch verwöhnen ließen.

23. April 2017: Mit den Pockinger Bergfreunden unterwegs am Donausteig.

Prachtwetter herrschte nicht gerade, als 32 DAVler aus Bad Griesbach und Pocking kürzlich ein weiteres, spannendes Stück Donaugeschichte auf ihrer 5. Donausteigetappe erwanderten, denn ein hartnäckiges Dauergrau am Himmel machte beim Verlassen des Busses bei Würting wenig Hoffnung auf Sonnenschein und Wärme. So zogen sie mit ihrem Tourenbegleiter Manfred F. Graw los -- ausgestattet mit Mützen und Handschuhen -- und wanderten bei nur 7 Grad Celsius durch blühende Wiesen, maigrüne Wälder und kleine Ortschaften hinunter nach Aschach an der Donau. Unterwegs begegnete die Truppe einem Landwirt, der seinen Anhänger mit Brennholz belud. Lagerfeuer sollen die Kälte aus seinen Obstplantagen und Weinbergen vertreiben, erklärte er den Rottaler Wanderern sein sonntägliches Tun. Weil das Wetter Wochen vorher relativ mild war und sich die Knospen entsprechend gut entwickeln konnten, müsse er wie viele Obstbauern und Winzer um seine Ernte bangen. Später erweckten farbenprächtige, exotische Mandarinenten, balzende Truthähne und purpurrot blühende Nachtviolen das Interesse der wandernden Hobbyfotografen. Ein fantastischer Blütenzauber der Japanischen Blütenkirsche empfing die DAVler nach zweistündiger Wanderung in Aschach am Donauufer und hier ließ sich dann tatsächlich die Sonne blicken. Ihr erster Weg führte sie in die spätgotische Pfarrkirche, die 1490 erbaut wurde und dem hl. Johannes dem Täufer geweiht ist. Nach einem 2. Frühstück in einem gemütlichen Aschacher Cafe setzten sie ihre Tour durch langweiliges Industriegelände im Bus fort. Am 2. Startpunkt bei Karling steuerten sie dann auf die schon von weitem sichtbare Ruine Schaunberg zu. An der Ortschaft Schaumberg unter der Leithen begann der kurze, steile Aufstieg zur imposanten, 420 m hoch gelegenen Burg, die erstmals 1161 urkundlich erwähnt wurde. Die ehemals größte und mächtigste Burg Oberösterreichs mit einer Fläche von 17.500 Quadratmetern -- Stammburg der Grafen von Schaunberg -- hielt leider ihre Tore wegen Renovierungsarbeiten für Besucher geschlossen. Um dennoch einen Blick ins Burginnere, zum 32 m hohen Bergfried, zu den Mauerresten des Palas, der Burgkapelle und den Nebengebäuden zu erhaschen, kletterten einige couragierte Bergfreunde an einer Stelle, an der die Burgmauer unterbrochen ist, den baumbewachsenen Burgwall hinauf. Auch auf der folgenden Wanderstrecke gab es für interessierte Naturfreunde Erstaunliches zu entdecken: Leuchtend rote Blütenteppiche der Tageslichtnelke, schattige Buchenwälder mit uralten Baumriesen, sowie große Bestände des Japanischen Staudenknöterichs, der sich mit dicken Stengeln aus der Erde schiebt und als Neophyt die heimische Pflanzenwelt verdrängt, weil er sich, wie das Indische Springkraut, rücksichtslos vermehrt. Die Besichtigung der Landerlkapelle, die idyllisch auf einer Anhöhe liegt, war auch für die Bergfreunde ein unbedingtes Muss. Seit 1903 steht das kleine Gotteshaus dort oben und gewährt seinen Besuchern einen wunderbaren Ausblick über das Eferdinger Becken hinunter zur Donau. Auf dem steilen Schneckensteig, in unzähligen Serpentinen abwärts kletternd, verloren die DAVler schnell an Höhe und erreichten bald den Talboden, wo sie der Donausteig durch ausgedehnte Anbauflächen für Gemüse nach Pupping, ihrem Tagesziel, hinausleitete. Das kleine Dorf ist ein Ort voller Geheimnisse. Eine Handvoll mächtiger Vierkanthöfe, ein Einkehrgasthof in barocken Formen und schöne alte Bäume umgeben die Kirche und die bescheidene Anlage des Franziskanerklosters. Vor tausend Jahren starb hier der hl. Wolfgang, doch alles was an diesen großen Heiligen erinnerte, war um 1800 herum zerstört. Zwei engagierte Priester haben 1860 zuwege gebracht, dass alles wiedererstand: Die Kirche, das Kloster und vor allem die Verehrung des beliebten Heiligen. Am Ende eines erlebnisreichen Wandertages versammelten sich die Rottaler Bergfreunde in der 1874 im neuromanischen Stil erbauten Wolfgangskirche, danach lud der mit Blumen, Kräutern und Spruchtafeln neu gestaltete Klostergarten zur Besichtigung ein und der gegenüberliegende Gasthof zur geselligen Einkehr.

9. April 2017: Bergfreunde wandern auf der Via Nova dem Frühling entgegen.

Auf geht´s in den Frühling!

Wer der erwachenden Natur näher kommen und faszinierende Landschaften entdecken will und zugleich Stille, Erholung und Begegnung sucht, ist auf der Via Nova genau richtig. Als 49 DAVler aus Pocking und Bad Griesbach zu ihrer 9. Via-Nova-Etappe im Salzburger Seenland aufbrachen, waren ihnen sowohl fantastische Aussichten auf Waller-, Irr-, und Mondsee vergönnt, als auch faszinierende Einblicke in die Vergangenheit. So wandelten 24 strapazierfähige Bergfreunde mit Tourenbegleiter Jochen Selbach nicht nur auf Pilgerpfaden, sondern auch auf mittelalterlichen und eiszeitlichen Spuren, als sie südlich von Kienberg, dem Etappenziel von 2016 in den Frühling starteten. Der Eiszeit-Rundweg führte sie zunächst an der Ruine Lichtentann vorbei, einer Burganlage, die um 1250 von den Herren von Tann errichtet, aber im 17. Jahrhundert dem Verfall preisgegeben wurde. Unterwegs erzählten Schautafeln von der Landschaftsentstehung durch den mächtigen, eiszeitlichen Salzachgletscher, so lernten die Rottaler Pilger, quasi im Vorbeigehen, das "Erbe der Eiszeit" kennen und verstehen. Auf steilem Weg ging es schließlich durch den lichten Frühlingswald hinauf zum Heimkehrerkreuz, 997 m hoch gelegen. Das 1950 errichtete, hohe Eichenkreuz in Gipfelnähe der Großen Plaike (1034) erinnert an die Gefallenen im Ersten und Zweiten Weltkrieg und gilt auch als Dank für die Heimkehr vom Krieg. In seinem Schatten ließen sich die Rottaler Wanderer zu einer längeren Rast- und Brotzeitpause auf den einladenden Bänken nieder, wo ihre Blicke in die Ferne schweiften, hinunter zum Wallersee, an dessen idyllischen Ufern sie im Vorjahr unterwegs waren. Am Heimkehrerkreuz verließen die Bergfreunde den Eiszeit-Rundweg, um dem Kolomannsweg zu folgen, der sie zum Gardenerkreuz, Lehmberg (1027 m), Kolomannstaferl und schließlich auf den Kolomannsberg führte. Eine reiche Frühlingsblumen-Flora begleitete sie auf ihrer gesamten, elf Kilometer langen Wanderstrecke: Schlüsselblumen, Anemonen, Sauerklee, Lerchensporen, Veilchen Huflattich und Pestwurz boten an den Wegrändern ein buntes Blüten-Potpourri, während an feuchten Standorten Sumpfdotterblumen das Terrain beherrschten. Auf einem steilen durchnässten Steig nahmen die Bergfreunde Anlauf zum Kolomannsberg, stets den langgestreckten Irrsee -- tiefblau wie der Himmel -- im Blickfeld. An der Kolomannskapelle (1098 m) trafen sie dann auf die Genusswanderer, die eine kürzere Wegvariante gewählt hatten und mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw an der Südseite der Großen Plaike auf bequemen Wirtschafts- und Wiesenwegen zur ältesten Holzkapelle Österreichs hoch gewandert waren. Die lange Mittagspause unter den Radarkuppeln, die den für Wanderer gesperrten Gipfel (1114 m) verschandeln, nutzten die DAV-Pilger zur Erholung, Stärkung, Besichtigung der sehenswerten Holzkirche und für interessante Gespräche mit Bergfreunden und einem jungen Syrer, der sich als "Schnuppergast" unter die Rottaler Wanderer gemischt hatte. Gemeinsam verließen sie den Kraftplatz vor der Kapelle, um zum Etappenziel abzusteigen. Unterwegs machten sie noch einmal an der Schernthan Halt, denn hier bot sich ihnen erstmals ein einzigartiger Ausblick auf den markanten Schafberggipfel und die eigenartig geformte Drachenwand. Als sich nach einem zeistündigen Abstieg der Wald öffnete und ihnen der Mondsee zu Füßen lag, eingebettet in eine malerische Berglandschaft, kamen sämtliche Smartphones und Kameras der Hobbyfotografen gleichzeitig zum Einsatz, dann eilten die erholungsbedürftigen DAVler in kurzer Zeit hinunter zum Leidingerhof. Auf der Sonnenterrasse mit Seeblick -- nur noch zwei Wanderetappen von St. Wolfgang, dem Endziel der Via Nova entfernt -- ließen sie den erlebnisreichen Pilgertag in geselliger Runde ausklingen.

26. Februar 2017: Sportler aus Alpenverein und Skiclub beenden Wintersaison.

Geballte Frauenpower am Osser

Nicht nur Profis der deutschen Langlauf-Elite trainieren zeitweise am Bretterschachten, sondern auch "Brettlfans" des Griesbacher Skiclubs trugen hier mit den beiden Tourenbegleitern Anette Schmachtenberger und Hans Hopper ihr Saisonfinale aus, bot ihnen doch das als Schneeloch bekannte Langlaufzentrum bei Bodenmais auch noch kurz vor Beginn des meteorologischen Frühlings perfekte Schneeverhältnisse. So ließen angenehme Temperaturen, herrliche Aussichten über den Bayerischen Wald und hervorragend präparierte Loipen die Abschlusstour für acht Rottaler Langläufer zum unvergesslichen Wintererlebnis werden. Vom Loipen-Einstieg Bretterschachten auf 1.120 m Höhe, lag ein Areal von 114 km Klassik Loipen und 110 km Skating Loipen -- eingeteilt in verschiedene Schwierigkeitsbereiche -- vor ihnen. Ob sie nun der Panorama- oder der Auerhahn-Loipe folgten, für jeden war etwas dabei. Die Rundtour zum Kleinen Arber, die durch stille, verschneite Wälder führte, unterbrachen sie nach 10 Langlaufkilometern an der urigen Chamer Hütte, wo sich das Nordische Oktett in Pantoffeln zur fröhlichen Einkehr in der Gaststube niederließ, bevor es zum Kleinen und Großen Arber aufbrach. Die letzten felsigen Höhenmeter zu "König des Bayerischen Waldes" waren ohne Skier leichter zu bewältigen, so stapften einige aus der Gruppe in Skistiefeln bergan, um unter dem Gipfelkreuz des Großen Arbers die grandiose Fernsicht über den Bayer- und Böhmerwald bis hin zu den alpinen Gipfeln zu genießen. Dabei ließen sie ihre Blicke auch zu den beiden, nahe gelegenen Ossergipfeln schweifen, denn dort vermuteten sie die Griesbacher Wandergruppe, die sich für die Schneeschuhtour zu den sagenumwobenen Grenzbergen entschieden hatte. Schon bei der Fahrt vom Bretterschachten nach Lambach, dem schneefreien Startpunkt der Ossertour, wurde den 18 Schneeschuhfans klar, dass sie wohl ihre Schneeschuhe, zumindest am Anfang, hochtragen müssen. Als sich dann aber auch weiter oben die Wanderwege als wenig Schneeschuh tauglich erwiesen, versteckten sie ihre "Schneeteller" kurzerhand im Bergwald und stiegen leichten Schrittes, ihrem Tourenbegleiter Jochen Selbach folgend, der beharrlich in Schneeschuhen voran stapfte, hinauf zum Wander-Highlight Osserwiese. Auf der ehemaligen Waldweide, sowie in den Osser-Gipfelregionen lag noch eine dicke Schneedecke, doch weil sie verdichtet und hart gefroren war, ließ es sich in Bergschuhen problemlos darauf wandern. Die fantastische Aussicht in den malerischen Lamer Winkel, zum Hohen Bogen, Kaitersberg, sowie zu den Arbergipfeln ließ die Griesbacher Wanderer für eine längere Trink- und Fotopause auf dem einmaligen Aussichtsplatz verweilen, dann nahmen sie Anlauf zum Kleinen Osser. In Rekordzeit erreichten sie in weniger als zehn Minuten den Gipfel des 1.263 m hohen Berges, den die Einheimischen gerne als "Matterhorn des Bayerischen Waldes" bezeichnen. Das mag ein bisschen übertrieben klingen, aber vom Ort Lam aus präsentiert sich der felsige, spitze Berggipfel dem Betrachter wirklich als Miniatur-Matterhorn. Zwanzig Minuten später standen sie am Gipfelkreuz des Großen Ossers (1.293 m), dessen felsiges Gipfelhaupt ihnen einmalige Ausblicke auf das winterliche, bayerische und böhmische Waldmeer gewährte. Leider zwang der frische, böige Wind die Gipfelstürmer dazu, eilig zum Albert-Willmann-Haus abzusteigen, das sich, wie Schutz suchend, an den felsigen Gipfelhang schmiegt und ebenso wie der Ossergipfel auf böhmisch-bayerischem Grenzgebiet liegt. Nach einer erholsamen Mittagspause in der gemütlich eingerichteten Gaststube des Osserschutzhauses brachen die Rottaler Bergfreunde schließlich zum Abstieg auf. Von der Künischen Kapelle eilten sie auf stellenweise vereisten Wegen talwärts, zurück zum Ausgangspunkt. Nach Zustieg der Skilangläufer am Bretterschachten gab es auf der Heimfahrt, wie zu erwarten, Kuchen, Sekt, erheiternde Tourengeschichten und viele zufriedene Gesichter.

18. Februar 2017: Rottaler Grenzgänger zwischen Bayern und Böhmen

"Sahnehäubchen" am Wegrand

"Eine Welt voll Ruhe und Herrlichkeit", so hat der Dichter Adalbert Stifter den Bayerischen Wald im 19. Jahrhundert beschrieben. Und was damals stimmte, gilt auch heute noch, insbesondere für die tief verschneite, unberührte Natur der bayerisch/böhmischen Grenzregion bei Finsterau. Nachdem die geplanten Schneetouren in der Heimat für die Teilnehmer aus Skiclub und Alpenverein mangels weißer Pracht ausfallen mussten, suchten und fanden die beiden Tourenbegleiter Jochen Selbach (DAV) und Hans Hopper (SC) für 23 begeisterte Griesbacher Wintersportler attraktive, schneesichere Ausweichziele am Siebensteinkopf und im nahe gelegenen Böhmerwald. Am Parkplatz Wistlberg angekommen, schnallten sich 10 "Skiclubler" eilig ihre Langlaufskier unter und spurteten auch schon in Richtung bayerisch/böhmische Grenze los. In der Umgebung von Bucina (Buchwald), Kvilda (Außergefild) und Knizeci Plane (Fürstenhut) fanden sie hervorragende Schneeverhältnisse, sowie bestens präparierte Loipen vor. Mit seinen stillen Landschaften, die vielerorts an Hochebenen erinnern, ist der Böhmerwald geradezu prädestiniert für den Nordischen Wintersport. Die Leistungsfähigsten unter den Langläufern schafften locker Strecken von über 30 Kilometern, bevor sie im Hotel Alpska Vyhlidka in Bucina einkehrten, um sich zu erholen, die hervorragende böhmische Küche zu genießen und dann bis zur Abfahrt des Busses noch einmal los zu sprinten. Im Hotel mit Alpenblick trafen etwas später auch die 13 übrigen Griesbacher Schneefans ein. In Schneeschuhen hatten sie den 1.263 m hohen Siebensteinkopf in Angriff genommen, einen leicht bezwingbaren Berg am nordöstlichen Rand des Nationalparks Bayerischer Wald. Raschen Schrittes wanderten sie vom Parkplatz Wistlberg auf breiten, gespurten Wegen zunächst bergab und als sie die "Alte Klause" erreicht hatten, beherrschten sie den speziellen Schneeschuhgang bereits problemlos. Dann ging es mühelos gemächlich bergan. Auf dem tief verschneiten Wanderweg erlebten die Rottaler Schneetreter " Wildnis pur", denn der ehemals tote Wald gewährte ihnen faszinierende Einblicke in seine Verjüngung und Erneuerung. Dem schmalen Waldpfad entlang des Reschbachs weiter folgend, erreichten die Bergfreunde nach ca. einer Stunde die idyllisch gelegene Reschbachklause. Klausen wurden im 19. Jahrhundert als Wasserauffangbecken zur Holztrift angelegt. An der einst größten Klause im Bayerischen Wald -- heute beeindruckendes Relikt einer längst vergangenen Forstwirtschaft und beliebtes Wanderziel -- war die erste Trinkpause fällig. Dann begann für die 13 Schneeschuhwanderer der eigentliche, wenig anstrengende Anstieg zum Gipfel des Siebensteinkopfs, dabei kamen sie der tschechischen Grenze und der Moldau-Quelle sehr nahe. Angenehme Plusgrade und fantastische Wolkenbilder bescherten den einsamen Wanderern wenig später einen herrlichen Gipfelaufenthalt mit Rundumsicht auf die sanften Höhenrücken des Bayer- und Böhmerwalds. Nur die Sonne, die ihrem Gipfelglück noch fehlte, ließ sich an diesem Tag nicht blicken. Da sich Tourenbegleiter Jochen Selbach beim Abstieg einen eigenen Weg durch den federleichten Pulverschnee nach unten bahnte und sein "Gefolge" in fast gerader Linie zum "Tor der Freiheit" an die tschechische Grenze und weiter nach Buchwald zur Einkehr führte, blieben den Absteigern die sieben verstreut liegenden Felsen unterhalb des Gipfels verborgen. Auf Umwegen stapften die Schneeschuhgeher am Nachmittag zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Unterwegs zweigten alle, die noch über genügend Kraftreserven verfügten, zur geheimnisumwitterten Teufelsbachklause ab und auch im Finsterauer Filz, einem Hochmoor, hinterließen sie ihre Spuren, bevor sie zum Bus zurückkehrten und sich ihrer Schneeschuhe entledigten, die durch den anhaftenden Schnee ganz schön schwer geworden waren. Erholung, Sektempfang und Kuchengenuss standen dann bei der Heimfahrt auf dem Programm, und in ihrer Euphorie über den gelungenen Sporttag sicherten sich die Wintersportfans auch gleich noch einen Platz auf der Teilnehmerliste für die nächsten Schneetouren zum Großen und Kleinen Osser, sowie zum Langlaufzentrum Neurittsteig am Sonntag, 26. Februar 2017.

Sonntag 08.01.2017: Alpenverein und Skiclub gemeinsam beim Langlaufen und Schneeschuhwandern

Auf der Hemmersuppenalm

Es war ein Wintertag wie früher einmal: Auf verschneiten Straßen und bei leichtem Schneetreiben fuhren 33  „Schneenarrische“  von Skiclub und Alpenverein Bad Griesbach gemeinsam nach Seegatterl bei Reit im Winkl, um dort auf dem weitläufigen Loipennetz den Langlauf zu genießen oder in kleinerer Gruppe mit Schneeschuhen durch tief verschneiten Wald und über weite Almflächen rund 600 Höhenmeter mit Tourenbegleiter Jochen Selbach zur Hemmersuppenalm aufzusteigen. Nach dem anstrengenden Aufstieg war den Schneeschuhwanderern die Einkehr in der Almwirtschaft hoch willkommen. Frisch gestärkt packte die Gruppe dann den Abstieg. Stolz auf die eigene Leistung traf man sich im Tal wieder mit den Langläufern. Diese hatten noch Luft bis zum  Eintreffen der Schneeschuhgruppe und wurden in der urigen Seegatterlalm mit besten Almspezialitäten für ihre Langlaufleistung belohnt. Trotz des vielen Neuschnees und der nicht immer optimal gespurten Loipe schaffte doch ein Großteil der Langläufer die Chiemgau-Loipe. Diese verbindet auf Halbmarathonstrecke Reit im Winkl mit dem Anschlussloipennetz  Ruhpolding/Inzell. Neueinsteiger kamen auch noch in den Genuss einer Einführung in die Langlaufkunst von Langlauf-Reiseleiter Konsti Strasser. Der anfänglichen Skepsis wegen des Wetters folgte bei der Heimreise eine wahre Begeisterung über diesen herrlichen Ausflug in die tiefverschneite Schneelandschaft.