Steinernes Meer

Alpenvereinsjahr 2017

"Um die Berge herumgehen ist genau so wichtig, wie auf deren Gipfel zu steigen!" (Heinrich Harrer)

07. November 2017: Jahreshauptversammlung mit Rück-und Ausblicken

Darin sind sich alle Bergfreunde einig -- ein Schlussakkord, der einer erfolgreichen Wandersaison ein deutliches Ende setzt, fehlt in diesem Jahr, denn die Abschlusstour im Bayerischen Wald, die sich in den vergangenen Jahren zum allseits beliebten Wanderfinale gemausert hatte, war heuer trotz wiederholter Ausweichtermine den launischen Wetterkapriolen zum Opfer gefallen. So freute sich nicht nur Vereinschef Manfred F. Graw darüber, dass er seine Bergfreunde nach der witterungsbedingten Wanderpause wieder zu Gesicht bekam, als er zu Beginn der Jahreshauptversammlung in der Waldpension "Jägerstüberl" sein Vorstandsteam und die anwesenden Mitglieder begrüßte. Aus den Reihen der Ortsgruppe Pocking konnte er Anita Kälker, 1. Vorsitzende, ihre Stellvertreterin Margit Reil und Schatzmeister Uli Schauwecker willkommen heißen. Sein sorgfältig vorbereiteter Tätigkeitsbericht informierte die Bergfreunde zunächst über die aktuelle Mitgliederzahl, die sich mit 699 Mitgliedern sehen lassen kann. In einer Schweigeminute gedachten die Bergfreunde anschließend der im Vereinsjahr verstorbenen Mitglieder: Maria Hirschmann, Richard Höchtl, Udo Müller, Norbert Pohl, Wolfgang Rösch und Günter Priller. Danach ließ Manfred F. Graw die Veranstaltungen des Vereinsjahres Revue passieren. "Das Wetter mochte uns heuer einfach nicht", stellte er bedauernd fest, als von den zwei ausgefallenen Schneeschuhwanderungen und den sieben wetterbedingt abgesagten Berg- und Wandertouren die Rede war. Sie würden aber im Bergjahr 2018 wieder im Programm stehen, versprach Vereinschef Graw. Trotz des unzuverlässigen Wetters konnten im Februar zwei Schneeschuhwanderungen im böhmisch-bayerischen Grenzgebiet, zusammen mit Mitgliedern des Skiclubs, sowie attraktive Wander- und Bergtouren bei passendem Wetter erfolgreich durchgeführt werden. Zu absoluten Highlights des Jahres erhoben begeisterte Teilnehmer die Exkursion im Isar-Mündungsgebiet mit Pflanzenexpertin Elisabeth Selbach, die Besteigung der Hörndlwand im Chiemgau und die 2-Tage-Tour in Berchtesgaden unter der Leitung von Jochen Selbach, sowie die unvergessliche 4-Tage-Fahrt nach Osttirol mit der begleitenden Vizechefin Barbara Erdl. Auch das ansprechende Programm der Sektionsabende lockte viele Teilnehmer in die Veranstaltungen: Angefangen von der Maiandacht in Reisbach, organisiert von Traudl Schmidt, dem fantastischen Bildvortrag über Kamtschatka von und mit Weltenbummlerin Angela Henning, die von Hans Mayr gestaltete, herrliche Bilderschau, ließ sie doch den wunderbaren Aufenthalt in Südtirol wieder aufleben, bis hin zum aufregenden Bergfilm "Cerro Torre -- Nicht den Hauch einer Chance" in der Filmgalerie Bad Füssing und dem gemütlichen Biergartenabend im August. -- Für das kommende Bergjahr kündigte Vereinschef Graw 24 Aktivitäten an, und soviel konnte er schon verraten: Als Neuheit werden die Bergfreunde Mineralientouren mit dem mineralogisch versierten Gerhard Graw im Programm finden. Zum Schluss bedankte sich Manfred F. Graw bei den Vorstandsdamen Barbara Erdl, Elisabeth Selbach, Traudl Schmidt, Marianne Birkeneder, sowie den Beiräten, beim Narturschutzreferenten Stephan Selbach und Sektionsnikolaus Markus Hilz, sowie bei Hans Mayr, dem Computerfachfann des Vereins. Ohne sie wäre ein harmonisch ablaufendes, spannendes Vereinsleben nicht realisierbar, betonte er. Dann übergab er das Wort an Schatzmeisterin Elisabeth Selbach, der die Kassenprüfer Markus Hilz und Elfriede Cress eine saubere und einwandfreie Kassenführung bescheinigten. Zu guter Letzt präsentierte Vereinschef Manfred F. Graw der Versammlung per Powerpoint die veränderte, überarbeitete Fassung der Vereinssatzung; sie wurde bei der anschließenden Abstimmung ohne Gegenstimmen angenommen. Mit ausgewählten Bildern, die Erinnerungen an die beiden Frühlingswanderungen auf der Via Nova und dem Donausteig weckten, entließ die Vorstandschaft ihre Bergfreunde spätabends in eine nasskalte Novembernacht.

15.10.2017: Eine traumhaft schöne Abschlusstour in den Berchtesgadener Alpen

Der ursprünglich für die Tour angesetzte Termin am Sonntag, 8.Oktober fiel wegen Dauerregens aus. Für den folgenden Sonntag aber waren die Wetteraussichten wesentlich besser und so machten sich denn 19 Bergsteiger am Morgen des 15. Oktober im Bus der Fa. Altmannsberger auf den Weg nach Bad Reichenhall und Berchtesgaden. Zunächst ging es zur Talstation der Predigtstuhlbahn in Bad Reichenhall. Hier teilte sich die Gruppe: 6 Bergsteiger wollten mit Elisabeth Selbach auf den Predigtstuhl und von dort das Lattengebirge bis zur Schwarzbachwacht an der Queralpenstraße überschreiten, die restlichen 11 fuhren mit Erhard Loher weiter nach Ilsank bei Berchtesgaden, um von dort auf dem Soleleitungsweg über das Söldenköpfl und Hochschwarzeck nach Schwarzbachwacht zu wandern. Bevor die 7 Bergsteiger ihre Tour antraten konnten, hieß es zunächst sich in Geduld beim Warten auf eine freie Seilbahngondel zu üben. Erst nach dem Kauf der Karten in der Talstation bemerkten die Bergsteiger nämlich, dass sich vor ihnen eine vielfach gewundene lange Warteschlange befand. So mussten sie fast 90 Minuten warten, bis sie auf dem Gipfel standen. Doch ihr Warten wurde belohnt durch eine wunderschöne Bergwanderung über Hochschlegel, Karkopf und Törlkopf hinunter zur Mordaualm und weiter zur Alpenstraße. Erschöpft nach der rund 10 km langen Wanderung, 350 Höhenmetern bergauf und 1000 Höhenmetern bergab, aber auch glücklich über den herrlichen Tag traf man sich hier wieder mit den Wanderern. Besonders toll fanden die Bergsteiger, dass sie unterwegs auf einen Mann der Sektion Berchtesgaden trafen, der ihnen einen Teil des Weges vom Laub freikehrte.

Die Wanderer konnten, anders als die Bergsteiger, ihre Tour nach dem Verlassen des Busses sofort antreten.Auch hier ging es zunächst bergauf, rund 400 Höhenmeter zum Söldenköpfl. Dort wartete nach etwa 90 Minuten eine Einkehr mit Kaffee, zünftiger Musik einer Gruppe Berchtesgadener Musikanten und vor allem einer wunderbare Aussicht auf das Gebirgspanorama von Kehlstein über Watzmann bis Hochkalter auf sie. Nach der Rast führte der Soleleitungsweg wieder bergab und brachte die Wanderer nach einer nochmaligen Rast mit Brotzeit aus dem Rucksack auf gutem Weg mit wenig Höhenunterschied relativ gemütlich an das Ziel Schwarzbachwacht. Auch in dieser Gruppe war man begeistert über das schöne Erlebnis und zufrieden mit der eigenen Leistung: der Weg Weg war immerhin gute 13 km lang und 500 Höhenmeter hatte man auch geschafft.

2 Tagestour im Nationalpark Berchtesgaden vom 08. auf den 09. Juli

Ca. 1500 Höhenmeter und eine Strecke von fast 15 km waren am ersten Tag der Tour im Nationalpark Berchtesgaden zu bewältigen. Sechs Bergfreunde der Sektion wolllten die anspruchsvolle Bergtour vom Königsee über den Röthsteig zur Wasseralm und weiter zum Kärlingerhaus am Funtensee machen. Früh um 5:30 Uhr brachen sie in Griesbach bei durchwachsenem Wetter mit einem gemieteten Kleinbus auf und erreichten um 8:00 Uhr das erste Schiff über den Königsee zur Salletalm. Hier gings nun zu Fuß entlang des Obersees zur Fischunkelalm und weiter zum Einstieg in den Röthsteig am Röthwasserfall. Der Steig windet sich rasch in steilen Spitzkehren nach oben, immer wieder einmal helfen Drahtseile und Eisentritte beim Aufstieg. Insgesamt war der Steig kein Problem für die Sechs. Allerdings begann es nach etwa der Hälfte des Weges kräftig zu regnen und da es nicht aufhören wollte, konnten die Sechs sich auch nicht zu lange unterstellen und mussten weiter aufsteigen. Einen gehörigen Schrecken jagte ihnen ein Steinschlag ein, der nur etwa 200 m hinter ihnen über den Pfad ins Tal polterte. Schließlich erreichten sie bei fortdauerndem Regen aber doch heil die Wasseralm, wo sie den Regen bei einer Einkehr in der DAV - Hütte aussitzen wollten. Nur, der Regen wollte nicht aufhören und so verließen die Sechs schließlich doch die schützende Hütte und machten sich auf den Weitermarsch. Nach etwa einer halben Stunde kam dann der Vorschlag, doch zur Wasseralm zurückzukehren und dort zu übernachten. Aber kaum war dieser Vorschlag diskutiert, hörte es auf zu regnen, die Sonne kam erst zaghaft, dann aber immer stärker heraus und blieb den Bergsteigern auf ihrem Marsch bis zum Kärlingerhaus treu. Auf und ab führte nun der Weg, erst hinab zum Schwarzsee, dann wieder hinauf, hinunter zum Grünsee und schließlich noch einmal ein ermüdender längerer Anstieg bis das Kärlingerhaus erreicht war. Nicht zu früh, denn eine halbe Stunde später, als man beim Essen saß, zog ein Gewitter mit heftigem Regen auf.            Am nächsten Tag aber war der Himmel wieder klar, die Sonne schien warm, die Murmeltiere hockten vor ihren Höhlen und begleiteten die Bergsteiger mit ihren Pfiffen beim Abstieg nach St. Bartholomä am Königsee. Gut 4 Stunden brauchten die Sechs dafür, immer wieder bewunderten sie das herrliche Bergpanorama, machten Brotzeitpausen und badeten zum Schluss sogar im Königsee, bevor sie in St. Bartholmä im Gasthof frische Fische aus dem Königsee verzehrten. Noch einmal gings mit dem Schiff über den See und zur Heimfahrt nach zwei  anstrengenden Bergtagen mit wunderbaren Eindrücken.

11. Juni 2017: Röthelmoos und Hörndlwand -- ein Berg für Gipfelsammler

Die Hörndlwand ist ein schroffer Felszacken, der kühn aus den Chiemgauer Alpen in den bayerischen Himmel ragt. Doch der schroffe Zacken hat auch seine zahme Seite und über die ließ er 22 robuste Griesbacher Bergfreunde auf sein Haupt steigen. Und da war alles geboten, was das Bergtourenherz der Rottaler DAVler höher schlagen ließ: Bequeme Forststraßen, holprige Karrenwege, steile Bergpfade und leichte Kraxeleien. Ihren Anfang nahm die viel versprechende Tour am Weitsee zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl. Entlang des Wappbachs ging es mit Tourenbegleiter Jochen Selbach zunächst gemächlich bergan, dann arbeitete sich die strapazierfähige Truppe auf steilen Bergpfaden Serpentine für Serpentine hinauf zur verfallenen Hochkienbergalm. Die trotz langjähriger Brache noch erstaunlich offene Alm bot den Griesbacher "Aufsteigern" bereits einen fantastischen Ausblick zu den schneebedeckten Dreitausendern der Alpenhauptkette mit dem klar erkennbaren Gipfel des Großvenedigers. Der spärliche Baumbewuchs der nicht beweideten Alm spendete den erhitzten Bergsteigern den nötigen, kühlenden Schatten für eine längere Rast- und Brotzeitpause. Als sie nach einem weiteren, kurzen Anstieg die letzten Baumgruppen hinter sich gelassen hatten, präsentierte sich ihnen das schroffe Gipfelduo von Gurnwandkopf und Hörndlwand über einem herrlich blühenden Alpengarten. Nicht umsonst werden die beiden spitzzackigen Berge als "bayerische Dolomiten" bezeichnet. Nur noch ein kurzes Stück Weg durch Almwiesen hinauf zu einem ausgedehnten Hochplateau, weiter über einen Latschenkamm und auf den letzten Metern eine einfache Felsenkletterei, dann standen die schnellsten Gipfelstürmer auch schon auf dem Westgipfel des "Hörndls" unter dem Kreuz Nummer eins, während begeisterte Hobbyfotografen noch Trollblumen, Berganemonen und den tiefblauen Enzian ins Kameraauge fassten. Ohne viel Zeit zu verlieren, nahmen die trainierten Kraxler anschließend Anlauf zum zweiten Kreuz. Über schroffe Felsen kletternd, erreichten sie in kurzer Zeit das Mittelkreuz auf dem höchsten Punkt der Hörndlwand (1.684 m). Aber egal auf welchem Gipfel man auch verweilte, der Blick reichte überall vom Wilden Kaiser zu den erhabenen Gipfelhäuptern des Alpenhauptkammes, über die Loferer Steinberge bis zum Watzmann und weit ins Chiemgauer Alpenvorland hinein. Das Kreuz Nummer drei am Ostgipfel -- tiefer gelegen und nur durch schwierigere Kletterei zu erreichen -- interessierte bei diesen grandiosen Ausblicken niemanden mehr. Beim zügigen Abstieg durch das Ostertal wurden die DAVler anfangs von den steilen Felswänden des "Hörndls" begleitet, bevor zahlreiche Kehren hinabführten in einen dichten, schattigen Bergwald. Nach einer Stunde Abstiegsarbeit öffnete sich der Wald und gab den Blick auf die idyllische Branderalm frei. Während es sich die Bergsteiger auf den Holzbänken vor der urigen Almhütte bequem machten, ließen sich die Genusswanderer am Ufer des Förchensees die Sonne auf den Pelz scheinen. Ihr Wandervergnügen hatte in Urschlau begonnen, wo sie sich mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw im Ort umsahen und dann Kurs auf die romantische Röthelmoosalm nahmen. Zu entdecken gab es für die 17-köpfige Wandergruppe auf ihrer Erlebnisrunde viel: Schluchtartige Wege durch den Wald, die artenreiche Flora und Fauna einer einzigartigen Hochmoorlandschaft, wunderschöne Ausblicke zu den "bayerischen Dolomiten" und romantische Almhütten zur Einkehr. Zuletzt führte ihr Weg durch ein liebliches, malerisches Tal und entlang des plätschernden Wappbachs ging es schließlich hinab zum Endpunkt ihrer Wanderung. Am Spätnachmittag trafen die beiden Gruppen in Seehaus am Förchensee dann wieder zusammen und wer Lust auf ein erfrischendes Finale hatte, konnte hier mit einem Sprung ins 12 Grad kalte Wasser den heißen Tourentag beenden.

21. Mai 2017: Unterwegs an den Ufern des "bayerischen Amazonas".

Helmknabenkraut

Dass eine Welt jenseits der menschlichen Kontrolle sich zu einem wahren Paradies entwickeln kann, davon überzeugten sich 22 alpine Naturfreunde, als sie mit Exkursionsleiterin Elisabeth Selbach die eindrucksvolle Flusslandschaft an der Isar bei Plattling durchstreiften. Zählt doch das Isarmündungsgebiet im Landkreis Deggendorf zu den letzten großen, naturnahen Mündungsgebieten Deutschlands und mit seinen 808 Hektar ist es sogar das größte Naturschutzgebiet Niederbayerns. Unweit des Infohauses Isarmündung traten die Bergfreunde ein in die faszinierende Welt des "bayerischen Amazonas". Sechs Lebensräume gab es hier zu erforschen: "Fluss", "Altwasser", "Weichholzauwald", "Hartholzauwald", "Au- und Streuwiesen", sowie die "Brennen", das sind flachgründige, sandkiesige und floristisch artenreiche Standorte entlang der Isar. Ihre Entdecker-Tour führte die DAVler zunächst auf einen langen Hochwasserschutzdamm. Der bequeme  "Isar-Laufsteg" hatte den botanisch interessierten Naturwanderern wahrlich viel zu bieten. Blütenpflanzen, die trockenen Magerrasen bevorzugen, wie Klappertopf, Beinwell, Zypressen-Wolfsmilch, Bocksbart, Habichtskraut, Reseda, Karthäusernelke und viele andere mehr gaben sich hier ein buntes Stelldichein. Auf Bergtouren entdeckt und in der Flussebene wiedererkannt, hat so mancher Bergfreund auch Gebirgsblumen, die als Alpenschwemmlinge an der Isar heimisch geworden sind: Teufelskralle, Kreuzblume, Eisenhut und Bergflockenblume verzichten hier ganz auf ein alpines Ambiente. Ein Abstecher zum Aussichtsturm am rechten Isarufer ermöglichte den Griesbacher Naturfreunden, den intakten Alpenfluss mit seiner fotogenen, abwechslungsreichen Begleitvegetation aus größerer Höhe zu betrachten. Vor allem die Edelsteine der Lüfte, schillernde Libellen, erregten am Isarufer die Aufmerksamkeit der Hobbyfotografen. So jagten sie den Männchen und Weibchen der Gebänderten Prachtlibelle beharrlich hinterher, die sich durch schillerndes Blau und Grün unterscheiden. Aber auch Großlibellen, Schmetterlinge, Bockkäfer und exotisch aussehende Nachtfalterraupen bekamen sie vor die Linse. Als sie den Damm verließen und in die urwüchsige Welt einer Altwasserzone eintauchten, wunderten sich einige Rottaler Wanderer: "Hier sieht`s ja aus wie im Bayerischen Wald, so viele abgestorbene Bäume!" Endzeitstimmung war bei diesem Anblick wohl fehl am Platz, sah man doch ganz deutlich, dass aus dem Totholz bereits neues Leben quillt. Naturbelassen und artenreich erlebten die DAVler wenig später auch den angrenzenden Auwald. Salomonssiegel, Maiglöckchen und Akelei blühten hier um die Wette und in der Nähe von Wasserläufen verrieten sanduhrähnliche Nagespuren an Baumstämmen die Existenz der tagscheuen Biber. Aus dem Schatten des Auwalds tretend, breiteten sich ausgedehnte Au- und Streuwiesen vor den Rottaler Wanderern aus. Und hier präsentierte sich der Wiesensalbei als Hauptdarsteller, indem er die Wiesenflächen in leuchtendes Blau kleidete, während die ebenfalls blau blühende Sibirische Schwertlilie auf feuchtem Auengrund eine ähnlich zauberhafte Wirkung entfaltete. Auf der gesamten Wanderung galt das besondere Augenmerk der Bergfreunde den im Naturschutzgebiet heimischen Orchideenarten. Allerdings entdeckten sie nur einige Exemplare des Helm- und Brandknabenkrauts, alle weiteren Orchideenarten, unter ihnen der attraktive Frauenschuh, waren infolge des plötzlichen Wintereinbruchs im Frühjahr noch nicht blühwillig. Am Sammerner Kiesweiher -- er bietet störempfindlichen Tieren und Pflanzen unverzichtbare Rückzugsräume -- erleichterten die Bergfreunde endlich ihre Rucksäcke um die mitgebrachte Brotzeit, bevor sie zu ihrem Ausgangspunkt, dem Infohaus Isarmündung zurückkehrten und die erfolgreiche Exkursionstour mit einer geselligen Einkehr in Moos ausklingen ließen.

7. Mai 2017: Durch das "steinreiche" Bayerwald-Land rund um Falkenstein.

Orientierung in Hagenau

Dunkle Wolken und spätherbstliche Temperaturen seien nicht so schlimm, meinten 13 DAVler als sie in Falkenstein an der Schule ihre Rundtour im Vorderen Bayerischen Wald starteten, nur regnen sollte es nicht. Während sie den Ortsteil Mühlthal ansteuerten, blickten sie immer wieder zurück zur mittelalterlichen Burg Falkenstein, die auch unter dem grauen Maihimmel einen imposanten Anblick bot. Was sie dann im Mühlthaler Holz auf dem Weg zum Schweinsberg erwartete, waren wuchtige und oftmals skurrile, wild durcheinander gewürfelte, von einzigartigen Moosen und Flechten bewachsene Granitblöcke. Sie sind während der Eiszeit von den Berghängen gestürzt und zaubern ein alpines Flair auf nicht einmal 600 m Seehöhe. Vor einer fantastischen Felsenkulisse "verordnete" Tourenbegleiter Manfred F. Graw den Bergfreunden eine seiner obligatorischen Trinkpausen an der höchsten Stelle des Schweinsberges (570 m). Immer noch von Felsen begleitet ging es abwärts, vorbei am kleinen Ort Schweinsberg, bis der Wald sich öffnete und das nächste Wanderziel ins Blickfeld rückte, der 614 m hohe Sengersberg. Auf einem kleinen Sträßchen marschierten die Bergfreunde hinab nach Hagenau und weiter zum Waldrand. Hier am Fuße des Segensberges, wie der beliebte Ausflugsberg auch genannt wird, legten sie eine längere Brotzeitpause ein, die sanften Bergrücken und sattgrünen Täler der oberpfälzischen Mittelgebirgslandschaft vor Augen. Auch die Frühlingsflora tat ihr Bestes, die wetterfesten Wanderer für den grauen, kühlen Tag zu entschädigen, indem sie ihre bunten Blütenteppiche am Wege ausbreitete, wobei vor allem das Rot der Tageslichtnelke, das Gelb des Schöllkrauts und der weiß blühende Waldmeister die Szene beherrschten. Nach einem kurzen, steilen Anstieg standen die Griesbacher Wanderer dann vor den Überresten der ehemaligen Burg auf dem Sengersberg.Über einen mit Eisenketten gesicherten, steilen Steig erketterten sie den hoch aufragenden Felsenturm und genossen unter dem hölzernen Gipfelkreuz die freie Sicht nach Nordwesten. Gleichzeitig gab die spannende, kurze Kletterei den Bergkraxlern schon mal einen Vorgeschmack auf zukünftige alpine Sommertouren. Abwärts führte der Weg durch einen kiefernreichen Wald zu einladenden Aussichtsbänken am Waldrand. Hier ließen sich die Bergfreunde abermals zu einer kurzen Rast nieder und blickten hinüber zur Wallfahrtskirche Marienstein, ihrem nächsten Wanderziel. Der Weg dorthin nahm nur 40 Minuten in Anspruch und wieder säumten beim Aufstieg nach Marienstein seltsame Felsgebilde ihren Wanderpfad. So begegneten sie einem riesigen, steinernen Schweinskopf, um dessen Existenz sich schaurige Geschichten und geheimnisvolle Sagen (siehe Fotogalerie!) ranken. Der Ort Marienstein in 500 m Höhe war schnell erkundet, denn die typische, bayrische Dreifaltigkeit -- Kirche, Schule und Wirtshaus -- ist hier auf engem Raum vereint. Über eine lange Steintreppe stiegen die Rottaler Wanderer zur Kirche hinauf und einige zwängten sich sogar durch den schmalen Felsspalt neben dem Kircheneingang, dabei streift man alle Sünden ab -- sagt man. Das schlichte Gotteshaus ist dem Hl. Petrus und Paulus geweiht und war ursprünglich keine Wallfahrtskirche. Zeit und Beinarbeit sparend, kehrten die Bergfreunde anschließend im Bus nach Falkenstein zurück. Ein weiterer Felsenspaß erwartete sie im Schlosspark -- dem zweitgrößten Natur- und Felsenpark Bayerns -- beim Aufstieg zur mittelalterlichen Burg, die seit dem Jahre 1074 auf einer 60 m hohen Granitkuppel thront. Die Besteigung des fünfgeschossigen Bergfrieds gab den DAVlern die einmalige Gelegenheit, die zurückgelegte Wanderstrecke auch aus der Vogelperspektive zu betrachten. Mit einer geselligen Einkehr in die Burgschenke und einer strahlenden Sonne am leicht bewölkten Himmel endete ein erlebnisreicher, sowie regenfreier Wandertag, der allen Beteiligten garantiert in bester Erinnerung bleibt.

2. Mai 2017: Bergfreunde verbinden Maiwanderung mit feierlicher Maiandacht.

Blick in die Sakristei

Als schönster Monat des Jahres ist der Mai der Gottesmutter Maria geweiht. Viele Bergfreunde des Alpenvereins sind in christlicher Tradition aufgewachsen, in der die Marienverehrung eine bedeutende Rolle spielt. So folgten 30 DAVler der Einladung von Maiandachtsorganisatorin Traudl Schmidt und machten sich auf nach Reisbach, um in der kleinen Wallfahrtskirche Heiligkreuz an der traditionellen Vereins-Maiandacht teilzunehmen. Während einige die bequeme Anfahrt im Altmannsberger Bus bevorzugten, legten 20 wanderfreudige Bergfreunde einen Teil des Weges auf Schusters Rappen zurück. Ihren Tourenbegleitern Peter und Traudl folgend, starteten sie unter blauem Himmel und bei angenehmen Frühlingstemperaturen in Bergham und wanderten mit Zwischenstopp an der kleinen Kapelle in Grillenöd in eineinhalb Stunden zum Ort der Marienverehrung. Das gotische Kirchlein aus dem 15. Jahrhundert erstrahlt nach seiner Renovierung wieder in ursprünglicher Schönheit. In seinem kühlen Inneren bestaunten die Griesbacher Bergfreunde eine Fülle von hervorragenden Skulpturen und Gemälden. Der Hochaltar ist eine originelle Schöpfung des Frühbarock um 1660 und zeigt anstelle des Altarblattes die Figurengruppe des Gekreuzigten mit Maria und Magdalena, sowie die seitlichen Figuren von St. Norbert und der hl. Helena. Der Altar ist zugleich die 12. Station des Kreuzweges. Das alles und noch vieles mehr erfuhren die alpinen Marienverehrer nach Gebet und Gesang von Pfarrer Erwin Böhmisch, der den erkrankten Pfarrer Dr. Oswin Rutz würdig vertrat. Ganz profan und kalorienreich gestaltete sich dann das nachfolgende Programm, als die DAVler ihren religiös begonnenen Maiabend im Gasthof Koch in Ortenburg fortsetzten und sich in geselliger Runde nach allen Regeln der Kochkunst kulinarisch verwöhnen ließen.

23. April 2017: Mit den Pockinger Bergfreunden unterwegs am Donausteig.

Prachtwetter herrschte nicht gerade, als 32 DAVler aus Bad Griesbach und Pocking kürzlich ein weiteres, spannendes Stück Donaugeschichte auf ihrer 5. Donausteigetappe erwanderten, denn ein hartnäckiges Dauergrau am Himmel machte beim Verlassen des Busses bei Würting wenig Hoffnung auf Sonnenschein und Wärme. So zogen sie mit ihrem Tourenbegleiter Manfred F. Graw los -- ausgestattet mit Mützen und Handschuhen -- und wanderten bei nur 7 Grad Celsius durch blühende Wiesen, maigrüne Wälder und kleine Ortschaften hinunter nach Aschach an der Donau. Unterwegs begegnete die Truppe einem Landwirt, der seinen Anhänger mit Brennholz belud. Lagerfeuer sollen die Kälte aus seinen Obstplantagen und Weinbergen vertreiben, erklärte er den Rottaler Wanderern sein sonntägliches Tun. Weil das Wetter Wochen vorher relativ mild war und sich die Knospen entsprechend gut entwickeln konnten, müsse er wie viele Obstbauern und Winzer um seine Ernte bangen. Später erweckten farbenprächtige, exotische Mandarinenten, balzende Truthähne und purpurrot blühende Nachtviolen das Interesse der wandernden Hobbyfotografen. Ein fantastischer Blütenzauber der Japanischen Blütenkirsche empfing die DAVler nach zweistündiger Wanderung in Aschach am Donauufer und hier ließ sich dann tatsächlich die Sonne blicken. Ihr erster Weg führte sie in die spätgotische Pfarrkirche, die 1490 erbaut wurde und dem hl. Johannes dem Täufer geweiht ist. Nach einem 2. Frühstück in einem gemütlichen Aschacher Cafe setzten sie ihre Tour durch langweiliges Industriegelände im Bus fort. Am 2. Startpunkt bei Karling steuerten sie dann auf die schon von weitem sichtbare Ruine Schaunberg zu. An der Ortschaft Schaumberg unter der Leithen begann der kurze, steile Aufstieg zur imposanten, 420 m hoch gelegenen Burg, die erstmals 1161 urkundlich erwähnt wurde. Die ehemals größte und mächtigste Burg Oberösterreichs mit einer Fläche von 17.500 Quadratmetern -- Stammburg der Grafen von Schaunberg -- hielt leider ihre Tore wegen Renovierungsarbeiten für Besucher geschlossen. Um dennoch einen Blick ins Burginnere, zum 32 m hohen Bergfried, zu den Mauerresten des Palas, der Burgkapelle und den Nebengebäuden zu erhaschen, kletterten einige couragierte Bergfreunde an einer Stelle, an der die Burgmauer unterbrochen ist, den baumbewachsenen Burgwall hinauf. Auch auf der folgenden Wanderstrecke gab es für interessierte Naturfreunde Erstaunliches zu entdecken: Leuchtend rote Blütenteppiche der Tageslichtnelke, schattige Buchenwälder mit uralten Baumriesen, sowie große Bestände des Japanischen Staudenknöterichs, der sich mit dicken Stengeln aus der Erde schiebt und als Neophyt die heimische Pflanzenwelt verdrängt, weil er sich, wie das Indische Springkraut, rücksichtslos vermehrt. Die Besichtigung der Landerlkapelle, die idyllisch auf einer Anhöhe liegt, war auch für die Bergfreunde ein unbedingtes Muss. Seit 1903 steht das kleine Gotteshaus dort oben und gewährt seinen Besuchern einen wunderbaren Ausblick über das Eferdinger Becken hinunter zur Donau. Auf dem steilen Schneckensteig, in unzähligen Serpentinen abwärts kletternd, verloren die DAVler schnell an Höhe und erreichten bald den Talboden, wo sie der Donausteig durch ausgedehnte Anbauflächen für Gemüse nach Pupping, ihrem Tagesziel, hinausleitete. Das kleine Dorf ist ein Ort voller Geheimnisse. Eine Handvoll mächtiger Vierkanthöfe, ein Einkehrgasthof in barocken Formen und schöne alte Bäume umgeben die Kirche und die bescheidene Anlage des Franziskanerklosters. Vor tausend Jahren starb hier der hl. Wolfgang, doch alles was an diesen großen Heiligen erinnerte, war um 1800 herum zerstört. Zwei engagierte Priester haben 1860 zuwege gebracht, dass alles wiedererstand: Die Kirche, das Kloster und vor allem die Verehrung des beliebten Heiligen. Am Ende eines erlebnisreichen Wandertages versammelten sich die Rottaler Bergfreunde in der 1874 im neuromanischen Stil erbauten Wolfgangskirche, danach lud der mit Blumen, Kräutern und Spruchtafeln neu gestaltete Klostergarten zur Besichtigung ein und der gegenüberliegende Gasthof zur geselligen Einkehr.

9. April 2017: Bergfreunde wandern auf der Via Nova dem Frühling entgegen.

Auf geht´s in den Frühling!

Wer der erwachenden Natur näher kommen und faszinierende Landschaften entdecken will und zugleich Stille, Erholung und Begegnung sucht, ist auf der Via Nova genau richtig. Als 49 DAVler aus Pocking und Bad Griesbach zu ihrer 9. Via-Nova-Etappe im Salzburger Seenland aufbrachen, waren ihnen sowohl fantastische Aussichten auf Waller-, Irr-, und Mondsee vergönnt, als auch faszinierende Einblicke in die Vergangenheit. So wandelten 24 strapazierfähige Bergfreunde mit Tourenbegleiter Jochen Selbach nicht nur auf Pilgerpfaden, sondern auch auf mittelalterlichen und eiszeitlichen Spuren, als sie südlich von Kienberg, dem Etappenziel von 2016 in den Frühling starteten. Der Eiszeit-Rundweg führte sie zunächst an der Ruine Lichtentann vorbei, einer Burganlage, die um 1250 von den Herren von Tann errichtet, aber im 17. Jahrhundert dem Verfall preisgegeben wurde. Unterwegs erzählten Schautafeln von der Landschaftsentstehung durch den mächtigen, eiszeitlichen Salzachgletscher, so lernten die Rottaler Pilger, quasi im Vorbeigehen, das "Erbe der Eiszeit" kennen und verstehen. Auf steilem Weg ging es schließlich durch den lichten Frühlingswald hinauf zum Heimkehrerkreuz, 997 m hoch gelegen. Das 1950 errichtete, hohe Eichenkreuz in Gipfelnähe der Großen Plaike (1034) erinnert an die Gefallenen im Ersten und Zweiten Weltkrieg und gilt auch als Dank für die Heimkehr vom Krieg. In seinem Schatten ließen sich die Rottaler Wanderer zu einer längeren Rast- und Brotzeitpause auf den einladenden Bänken nieder, wo ihre Blicke in die Ferne schweiften, hinunter zum Wallersee, an dessen idyllischen Ufern sie im Vorjahr unterwegs waren. Am Heimkehrerkreuz verließen die Bergfreunde den Eiszeit-Rundweg, um dem Kolomannsweg zu folgen, der sie zum Gardenerkreuz, Lehmberg (1027 m), Kolomannstaferl und schließlich auf den Kolomannsberg führte. Eine reiche Frühlingsblumen-Flora begleitete sie auf ihrer gesamten, elf Kilometer langen Wanderstrecke: Schlüsselblumen, Anemonen, Sauerklee, Lerchensporen, Veilchen Huflattich und Pestwurz boten an den Wegrändern ein buntes Blüten-Potpourri, während an feuchten Standorten Sumpfdotterblumen das Terrain beherrschten. Auf einem steilen durchnässten Steig nahmen die Bergfreunde Anlauf zum Kolomannsberg, stets den langgestreckten Irrsee -- tiefblau wie der Himmel -- im Blickfeld. An der Kolomannskapelle (1098 m) trafen sie dann auf die Genusswanderer, die eine kürzere Wegvariante gewählt hatten und mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw an der Südseite der Großen Plaike auf bequemen Wirtschafts- und Wiesenwegen zur ältesten Holzkapelle Österreichs hoch gewandert waren. Die lange Mittagspause unter den Radarkuppeln, die den für Wanderer gesperrten Gipfel (1114 m) verschandeln, nutzten die DAV-Pilger zur Erholung, Stärkung, Besichtigung der sehenswerten Holzkirche und für interessante Gespräche mit Bergfreunden und einem jungen Syrer, der sich als "Schnuppergast" unter die Rottaler Wanderer gemischt hatte. Gemeinsam verließen sie den Kraftplatz vor der Kapelle, um zum Etappenziel abzusteigen. Unterwegs machten sie noch einmal an der Schernthan Halt, denn hier bot sich ihnen erstmals ein einzigartiger Ausblick auf den markanten Schafberggipfel und die eigenartig geformte Drachenwand. Als sich nach einem zeistündigen Abstieg der Wald öffnete und ihnen der Mondsee zu Füßen lag, eingebettet in eine malerische Berglandschaft, kamen sämtliche Smartphones und Kameras der Hobbyfotografen gleichzeitig zum Einsatz, dann eilten die erholungsbedürftigen DAVler in kurzer Zeit hinunter zum Leidingerhof. Auf der Sonnenterrasse mit Seeblick -- nur noch zwei Wanderetappen von St. Wolfgang, dem Endziel der Via Nova entfernt -- ließen sie den erlebnisreichen Pilgertag in geselliger Runde ausklingen.

26. Februar 2017: Sportler aus Alpenverein und Skiclub beenden Wintersaison.

Geballte Frauenpower am Osser

Nicht nur Profis der deutschen Langlauf-Elite trainieren zeitweise am Bretterschachten, sondern auch "Brettlfans" des Griesbacher Skiclubs trugen hier mit den beiden Tourenbegleitern Anette Schmachtenberger und Hans Hopper ihr Saisonfinale aus, bot ihnen doch das als Schneeloch bekannte Langlaufzentrum bei Bodenmais auch noch kurz vor Beginn des meteorologischen Frühlings perfekte Schneeverhältnisse. So ließen angenehme Temperaturen, herrliche Aussichten über den Bayerischen Wald und hervorragend präparierte Loipen die Abschlusstour für acht Rottaler Langläufer zum unvergesslichen Wintererlebnis werden. Vom Loipen-Einstieg Bretterschachten auf 1.120 m Höhe, lag ein Areal von 114 km Klassik Loipen und 110 km Skating Loipen -- eingeteilt in verschiedene Schwierigkeitsbereiche -- vor ihnen. Ob sie nun der Panorama- oder der Auerhahn-Loipe folgten, für jeden war etwas dabei. Die Rundtour zum Kleinen Arber, die durch stille, verschneite Wälder führte, unterbrachen sie nach 10 Langlaufkilometern an der urigen Chamer Hütte, wo sich das Nordische Oktett in Pantoffeln zur fröhlichen Einkehr in der Gaststube niederließ, bevor es zum Kleinen und Großen Arber aufbrach. Die letzten felsigen Höhenmeter zu "König des Bayerischen Waldes" waren ohne Skier leichter zu bewältigen, so stapften einige aus der Gruppe in Skistiefeln bergan, um unter dem Gipfelkreuz des Großen Arbers die grandiose Fernsicht über den Bayer- und Böhmerwald bis hin zu den alpinen Gipfeln zu genießen. Dabei ließen sie ihre Blicke auch zu den beiden, nahe gelegenen Ossergipfeln schweifen, denn dort vermuteten sie die Griesbacher Wandergruppe, die sich für die Schneeschuhtour zu den sagenumwobenen Grenzbergen entschieden hatte. Schon bei der Fahrt vom Bretterschachten nach Lambach, dem schneefreien Startpunkt der Ossertour, wurde den 18 Schneeschuhfans klar, dass sie wohl ihre Schneeschuhe, zumindest am Anfang, hochtragen müssen. Als sich dann aber auch weiter oben die Wanderwege als wenig Schneeschuh tauglich erwiesen, versteckten sie ihre "Schneeteller" kurzerhand im Bergwald und stiegen leichten Schrittes, ihrem Tourenbegleiter Jochen Selbach folgend, der beharrlich in Schneeschuhen voran stapfte, hinauf zum Wander-Highlight Osserwiese. Auf der ehemaligen Waldweide, sowie in den Osser-Gipfelregionen lag noch eine dicke Schneedecke, doch weil sie verdichtet und hart gefroren war, ließ es sich in Bergschuhen problemlos darauf wandern. Die fantastische Aussicht in den malerischen Lamer Winkel, zum Hohen Bogen, Kaitersberg, sowie zu den Arbergipfeln ließ die Griesbacher Wanderer für eine längere Trink- und Fotopause auf dem einmaligen Aussichtsplatz verweilen, dann nahmen sie Anlauf zum Kleinen Osser. In Rekordzeit erreichten sie in weniger als zehn Minuten den Gipfel des 1.263 m hohen Berges, den die Einheimischen gerne als "Matterhorn des Bayerischen Waldes" bezeichnen. Das mag ein bisschen übertrieben klingen, aber vom Ort Lam aus präsentiert sich der felsige, spitze Berggipfel dem Betrachter wirklich als Miniatur-Matterhorn. Zwanzig Minuten später standen sie am Gipfelkreuz des Großen Ossers (1.293 m), dessen felsiges Gipfelhaupt ihnen einmalige Ausblicke auf das winterliche, bayerische und böhmische Waldmeer gewährte. Leider zwang der frische, böige Wind die Gipfelstürmer dazu, eilig zum Albert-Willmann-Haus abzusteigen, das sich, wie Schutz suchend, an den felsigen Gipfelhang schmiegt und ebenso wie der Ossergipfel auf böhmisch-bayerischem Grenzgebiet liegt. Nach einer erholsamen Mittagspause in der gemütlich eingerichteten Gaststube des Osserschutzhauses brachen die Rottaler Bergfreunde schließlich zum Abstieg auf. Von der Künischen Kapelle eilten sie auf stellenweise vereisten Wegen talwärts, zurück zum Ausgangspunkt. Nach Zustieg der Skilangläufer am Bretterschachten gab es auf der Heimfahrt, wie zu erwarten, Kuchen, Sekt, erheiternde Tourengeschichten und viele zufriedene Gesichter.

18. Februar 2017: Rottaler Grenzgänger zwischen Bayern und Böhmen

"Sahnehäubchen" am Wegrand

"Eine Welt voll Ruhe und Herrlichkeit", so hat der Dichter Adalbert Stifter den Bayerischen Wald im 19. Jahrhundert beschrieben. Und was damals stimmte, gilt auch heute noch, insbesondere für die tief verschneite, unberührte Natur der bayerisch/böhmischen Grenzregion bei Finsterau. Nachdem die geplanten Schneetouren in der Heimat für die Teilnehmer aus Skiclub und Alpenverein mangels weißer Pracht ausfallen mussten, suchten und fanden die beiden Tourenbegleiter Jochen Selbach (DAV) und Hans Hopper (SC) für 23 begeisterte Griesbacher Wintersportler attraktive, schneesichere Ausweichziele am Siebensteinkopf und im nahe gelegenen Böhmerwald. Am Parkplatz Wistlberg angekommen, schnallten sich 10 "Skiclubler" eilig ihre Langlaufskier unter und spurteten auch schon in Richtung bayerisch/böhmische Grenze los. In der Umgebung von Bucina (Buchwald), Kvilda (Außergefild) und Knizeci Plane (Fürstenhut) fanden sie hervorragende Schneeverhältnisse, sowie bestens präparierte Loipen vor. Mit seinen stillen Landschaften, die vielerorts an Hochebenen erinnern, ist der Böhmerwald geradezu prädestiniert für den Nordischen Wintersport. Die Leistungsfähigsten unter den Langläufern schafften locker Strecken von über 30 Kilometern, bevor sie im Hotel Alpska Vyhlidka in Bucina einkehrten, um sich zu erholen, die hervorragende böhmische Küche zu genießen und dann bis zur Abfahrt des Busses noch einmal los zu sprinten. Im Hotel mit Alpenblick trafen etwas später auch die 13 übrigen Griesbacher Schneefans ein. In Schneeschuhen hatten sie den 1.263 m hohen Siebensteinkopf in Angriff genommen, einen leicht bezwingbaren Berg am nordöstlichen Rand des Nationalparks Bayerischer Wald. Raschen Schrittes wanderten sie vom Parkplatz Wistlberg auf breiten, gespurten Wegen zunächst bergab und als sie die "Alte Klause" erreicht hatten, beherrschten sie den speziellen Schneeschuhgang bereits problemlos. Dann ging es mühelos gemächlich bergan. Auf dem tief verschneiten Wanderweg erlebten die Rottaler Schneetreter " Wildnis pur", denn der ehemals tote Wald gewährte ihnen faszinierende Einblicke in seine Verjüngung und Erneuerung. Dem schmalen Waldpfad entlang des Reschbachs weiter folgend, erreichten die Bergfreunde nach ca. einer Stunde die idyllisch gelegene Reschbachklause. Klausen wurden im 19. Jahrhundert als Wasserauffangbecken zur Holztrift angelegt. An der einst größten Klause im Bayerischen Wald -- heute beeindruckendes Relikt einer längst vergangenen Forstwirtschaft und beliebtes Wanderziel -- war die erste Trinkpause fällig. Dann begann für die 13 Schneeschuhwanderer der eigentliche, wenig anstrengende Anstieg zum Gipfel des Siebensteinkopfs, dabei kamen sie der tschechischen Grenze und der Moldau-Quelle sehr nahe. Angenehme Plusgrade und fantastische Wolkenbilder bescherten den einsamen Wanderern wenig später einen herrlichen Gipfelaufenthalt mit Rundumsicht auf die sanften Höhenrücken des Bayer- und Böhmerwalds. Nur die Sonne, die ihrem Gipfelglück noch fehlte, ließ sich an diesem Tag nicht blicken. Da sich Tourenbegleiter Jochen Selbach beim Abstieg einen eigenen Weg durch den federleichten Pulverschnee nach unten bahnte und sein "Gefolge" in fast gerader Linie zum "Tor der Freiheit" an die tschechische Grenze und weiter nach Buchwald zur Einkehr führte, blieben den Absteigern die sieben verstreut liegenden Felsen unterhalb des Gipfels verborgen. Auf Umwegen stapften die Schneeschuhgeher am Nachmittag zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Unterwegs zweigten alle, die noch über genügend Kraftreserven verfügten, zur geheimnisumwitterten Teufelsbachklause ab und auch im Finsterauer Filz, einem Hochmoor, hinterließen sie ihre Spuren, bevor sie zum Bus zurückkehrten und sich ihrer Schneeschuhe entledigten, die durch den anhaftenden Schnee ganz schön schwer geworden waren. Erholung, Sektempfang und Kuchengenuss standen dann bei der Heimfahrt auf dem Programm, und in ihrer Euphorie über den gelungenen Sporttag sicherten sich die Wintersportfans auch gleich noch einen Platz auf der Teilnehmerliste für die nächsten Schneetouren zum Großen und Kleinen Osser, sowie zum Langlaufzentrum Neurittsteig am Sonntag, 26. Februar 2017.

Sonntag 08.01.2017: Alpenverein und Skiclub gemeinsam beim Langlaufen und Schneeschuhwandern

Auf der Hemmersuppenalm

Es war ein Wintertag wie früher einmal: Auf verschneiten Straßen und bei leichtem Schneetreiben fuhren 33  „Schneenarrische“  von Skiclub und Alpenverein Bad Griesbach gemeinsam nach Seegatterl bei Reit im Winkl, um dort auf dem weitläufigen Loipennetz den Langlauf zu genießen oder in kleinerer Gruppe mit Schneeschuhen durch tief verschneiten Wald und über weite Almflächen rund 600 Höhenmeter mit Tourenbegleiter Jochen Selbach zur Hemmersuppenalm aufzusteigen. Nach dem anstrengenden Aufstieg war den Schneeschuhwanderern die Einkehr in der Almwirtschaft hoch willkommen. Frisch gestärkt packte die Gruppe dann den Abstieg. Stolz auf die eigene Leistung traf man sich im Tal wieder mit den Langläufern. Diese hatten noch Luft bis zum  Eintreffen der Schneeschuhgruppe und wurden in der urigen Seegatterlalm mit besten Almspezialitäten für ihre Langlaufleistung belohnt. Trotz des vielen Neuschnees und der nicht immer optimal gespurten Loipe schaffte doch ein Großteil der Langläufer die Chiemgau-Loipe. Diese verbindet auf Halbmarathonstrecke Reit im Winkl mit dem Anschlussloipennetz  Ruhpolding/Inzell. Neueinsteiger kamen auch noch in den Genuss einer Einführung in die Langlaufkunst von Langlauf-Reiseleiter Konsti Strasser. Der anfänglichen Skepsis wegen des Wetters folgte bei der Heimreise eine wahre Begeisterung über diesen herrlichen Ausflug in die tiefverschneite Schneelandschaft.

Alpenvereinsjahr 2016

Kennst di aus, woaßt, was i moan? A Berg is nix anders wia a mords Trum Stoan. Aba drob`n auf`m Gipfe, des sog i allemoi, is`vui schena wia drunt im Doi!  (Hubert von Goisern)

10. Dezember 2016: Heiter-besinnliche Nikolausfeier zum DAV-Jahresausklang

Ein Licht weist den Weg

Seit vielen Jahren schon tanzen um die Nikolauszeit keine Schneeflocken mehr vor den Fenstern und doch gelingt es der Vorstandschaft des Alpenvereins immer wieder, vorweihnachtliche Stimmung in die Gaststube ihres Vereinslokals zu zaubern und damit zahlreiche Bergfreunde anzulocken. Um dem drohenden Platzmangel in der Waldpension "Jägerstüberl" von vorne herein entgegenzuwirken, bezog die Vorstandschaft heuer im Nebenraum des Wintergartens Stellung, so blieb im Festsaal genügend Platz für Gäste, Jubilare, Geburtstagskinder und den glanzvollen Auftritt des Sankt Nikolaus. Unter die Griesbacher Bergfreunde hatten sich auch heuer wieder als willkommene Gäste der Ortsgruppe Pocking Rudi Allmeroth ( 1. Vorsitzender) mit Ehefrau Marianne und Gründungsmitglied Albert Hatz gemischt, während in der Musikerecke die Frankenberger Dirndln mit ihrer Stubnmusi adventliche Stimmung verbreiteten. Am Ende einens erfolgreichen Bergjahres ist es Vereinschef Manfred F. Graw stets eine liebe Pflicht, sich bei den Mitgliedern seines bewährten Teams mit kleinen Geschenken zu bedanken: In erster Linie bei den Vorstandsdamen Barbara Erdl (stellvertretende Vorsitzende), Traudl Schmidt (Schriftführerin), Elisabeth Selbach (Schatzmeisterin) und Marianne Birkeneder (Jugend und Familie). Sein Dank schloss auch alle Beiräte ein, allen voran Jochen Selbach (Gerätewart, Webmaster, Tourenbegleiter), Peter Weis (Tourenbegleiter), Uli Schätz (Mountainbiking) und Maria Reischl (Pressereferentin), sowie den technisch versierten Hans Mayr, der immer zur Stelle ist, wenn Mikrofon, Laptop oder Beamer streiken. Zuletzt richtete Vereinschef Graw herzliche Dankesworte an Siegfried Kulitza. Zehn Jahre lang hat Sigi als sein Vorgänger den Vereinsvorsitz erfolgreich geführt und anschließend stand er als Beirat der Vorstandschaft stets mit Rat und Tat zur Seite. Als Zeichen seiner Anerkennung und Dankbarkeit überreichte der aktuelle Vorsitzende dem ehemaligen ein druckfrisches Buch über die Neuburg von Dr. Wilfried Hartleb. Nach einem kurzen Rück- und Ausblick beschloss Herr Graw das Bergjahr 2016 mit einem Zitat von Bergsteiger Heinrich Harrer: "Um die Berge herumgehen ist genauso wichtig, wie auf deren Gipfel zu steigen". Dass dabei alle Genusswanderer beifällig nickten, versteht sich von selbst. Dann folgte Vereinschef Graw der alten Tradition, am Nikolausabend treue Mitglieder zu ehren und Geburtstagskindern zu runden Geburtstagen zu gratulieren. Ehrenzeichen und Urkunde für langjährige Treue zum Verein lagen bereit für: Veronika Resch, seit 25 Jahren im Alpenverein und Erika Spatz, sie ist vor 50 Jahren der Sektion beigetreten und hat in den vergangenen Jahrzehnten dem Verein als kundige Bergführerin und Beirätin wertvolle Dienste geleistet. Als Dritter im Bunde wurde der begeisterte Musiker und Bergwanderer Gerhard Saam geehrt, der dem Alpenverein nun schon seit 60 Jahren die Treue hält. Anschließend durften folgende Geburtstagsjubilare zur Gratulation antreten und das Alpenvereinsjahrbuch "Berg 2017" in Empfang nehmen: Hasan Cangi, Franz Ecker, Maria Reischl, Elisabeth Selbach, Peter Weis, Markus Hilz, Gerhard Saam und Erika Spatz. -- Das Märchen vom Auszug aller "Ausländer" von Helmut Wöllenstein, bearbeitet von Vorleser Robert Erdl, brachte wieder Ruhe in den Saal, denn die Geschichte führte den Zuhörern in aller Deutlichkeit vor Augen, welch armseliges Deutschland zurückbliebe, wenn alles "Ausländische" der Forderung "Ausländer raus" nachkommen und fluchtartig das Land verlassen würde. Als die Bergfreunde das bekannte Nikolauslied "Lasst uns froh und munter sein" anstimmten, trat Markus Hilz in seiner roten Bischofsrobe hoheitsvoll in ihre Mitte. Gespannt und voller Erwartung lauschten die DAVler den tadelnden Worten des "Heiligen Mannes", der zwar nicht mit Lob sparte, aber so manches Bergsteiger-Missgeschick vor versammelter Mannschaft in allen Einzelheiten schilderte und kritisch bewertete, teils mit normaler und teils mit näselnder Stimme, da blieb kein Auge trocken! Bevor er sich verabschiedete, verteilte Santa Claus natürlich noch Geschenke unter den fleißigen Alpinisten. -- Mit dem Vortrag der heiteren Vater-Sohn-Geschichte "Das traute hochheilige Paar" beendete Robert Erdl den offiziellen Teil des Nikolausabends. Bei Glühwein und Weihnachtsplätzchen genossen die Bergfreunde das gemütliche Zusammensein, um sich dann zu vorgerückter Stunde mit besten Wünschen für das kommende Weihnachtsfest in ein spannendes Bergjahr 2017 zu verabschieden.

11. und 12. November 2016: 600 Delegierte des DAV tagen in Offenburg

Auch eine Delegation der Sektion Bad Griesbach i. Rottal war durch das Vorstandstrio Manfred F. Graw, Barbara Erdl und Traudl Schmidt im Mekka der Alpinisten vertreten. Der deutsche Alpenverein ist mit einer Million Mitgliedern sowohl in der Öffentlichkeit, als auch in der Politik als große Organisation für Bergsport und Naturschutz bekannt. Prominentester Ehrengast, er stammt aus der Offenburger Umgebung, war Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble. In seinem Grußwort sprach er dem DAV größtes Lob und gleichzeitig seinen herzlichsten Dank aus: "Was Sie im Alpenverein leisten, ist eine fantastische Leistung", betonte er mit Nachdruck. Ehrenamtliches Engagement ist laut Dr. Schäuble eine "wichtige und unverzichtbare Grundlage für die Stabilität unserer Gesellschaft", denn gerade in Zeiten von Unsicherheit, Globalisierung und Vereinzelung komme Verbänden wie dem DAV große Bedeutung für die Aufrechterhaltung einer stabilen, freiheitlichen Gesellschaftsform zu. -- Zentrales Thema der diesjährigen Hauptversammlung war für die fast 600 Teilnehmer aus 355 Sektionen das Grundsatzprogramm Bergsport. Die lebhaften Diskussionen machten deutlich, mit welcher Dynamik sich der Bergsport in den letzten Jahren entwickelt hat und wohl auch in Zukunft weiter entwickeln wird. Ein weiterer zentraler Punkt war die Diskussion um die Erhaltung des Alpenplans angesichts der bedrohlichen Entwicklung durch neue Erschließungsvorhaben am Riedberger Horn im Allgäu. Breit diskutiert wurden auch Anträge zur Anpassung der Kletterhallenförderung an die aktuellen Rahmenbedingungen, zur Überarbeitung der Hüttentarifordnung, sowie zur Sicherstellung einer nachhaltigen IT-Ausstattung der Sektionen. Zwei Tage lang wurde in der Offenburger Oberrheinhalle informiert, diskutiert und abgestimmt und ohne etwas von der schönen Stadt Offenburg gesehen zu haben, trat unser Vereinstrio mit schwirrendem Kopf die Rückreise in die Rottaler Heimat an.

8. November 2016: Alpenverein setzt auf Erfahrung: Neuer Vorstand ist der alte

Manfred F.Graw bleibt am DAV-Ruder

Schon in wenigen Wochen geht ein erfolgreiches Bergjahr zu Ende. Zeit für den Alpenverein, dankbar auf die vergangene, unfallfreie Saison zurückzublicken und gleichzeitig mit der Neuwahl der Vorstandschaft in ein neues, aussichtsreiches Bergjahr 2017 zu starten. Vereinschef Manfred F. Graw zeigte sich sehr erfreut über das zahlreiche Erscheinen seiner Bergfreunde, als er die diesjährige Jahreshauptversammlung im voll besetzten Wintergarten der Waldpension "Jägerstüberl" eröffnete. Auch die Ortsgruppe Pocking war mit den beiden Vorsitzenden Rudi Allmeroth und Anita Kälker, sowie Albert Hatz (Gründungsmitglied), Rudi Ludwig (Medienbeauftragter) und Margit Reil (Beirätin) gut vertreten. Im Anschluss an die Begrüßung ernannte Manfred F. Graw mit Zustimmung der anwesenden Bergfreunde Markus Hilz zum Ehrenmitglied, denn seit Jahrzehnten schon bringt sich der bewährte Chronist, Quizmaster, Filmemacher und Vereins-Nikolaus auf seine unnachahmlich amüsante Art ins Vereinsleben ein. Der Aufwärtstrend in der Mitgliederzahl -- mit derzeit 691 Mitgliedern gegenüber 669 im Vorjahr -- habe sich auch heuer fortgesetzt, begann Vorsitzender Manfred F. Graw seinen umfangreichen Tätigkeitsbericht. Dass intensive Zusammenarbeit und tatkräftiges Zupacken tragende Säulen eines gut funktionierenden Vereins sind, zeigte sich vor allem bei den Vorbereitungen zur 110-Jahrfeier der Sektion, gemeinsam gelang den Griesbacher DAVlern ein unvergessliches, wunderbares Gründungsfest. Ein weiteres Glanzlicht im Veranstaltungskalender war zweifellos auch die Jubiläumsfahrt nach Südtirol. 5 Tage Sonnenschein pur im Tauferer Ahrntal entschädigte die Bergfreunde für die zahlreichen Touren-Absagen, fielen doch 8 attraktive Bergtouren den Wetterkapriolen dieses unzuverlässigen Sommers zum Opfer. So waren heuer 354 Teilnehmer auf Wanderung, 105 weniger als im vorigen Jahr. Umso zahlreicher beteiligten sich die Bergfreunde dann an den tatsächlich durchgeführten Unternehmungen. Ob Schneeschuhtouren, Frühlingswanderungen mit der Ortsgruppe Pocking, Exkursionen, Kultur/Wanderfahrten, Berg,- Moutainbike- und Familientouren, die Veranstalter konnten sich stets über regen Zulauf freuen. Filmvorträge wie "Indian Summer", "Drei Tage Sölktal", sowie der die Nerven strapazierende Bergfilm "Mount Everest" ergänzten das vielfältige DAV-Angebot. Das Jahresprogramm 2017, vor kurzem von der Vorstandschaft erarbeitet, wartet mit 26 Aktivitäten auf und lässt mit seinen beliebten Doppel- und Dreifachtouren keine Wünsche offen. Ein Programm-Highlight wird wieder die Mehr-Tage-Fahrt im Sommer sein, kündigte Vereinschef Graw an. Vier Tage Wanderurlaub im Ötztal oder in den Lienzer Dolomiten sind geplant, welches Ziel das Rennen macht, entscheidet die "Herbergsuche", es ist nämlich nicht leicht, für eine so große Gruppe ein geeignetes Hotel zu finden. Am Ende seines Rechenschaftsberichts bedankte sich Vereinschef Graw bei den Damen der Vorstandschaft, den Beiräten und Vorsitzenden der Ortsgruppe Pocking für ihre zuverlässige Unterstützung, ohne die der Verein nur eingeschränkt handlungsfähig wäre, fügte er hinzu. Dann übergab er das Wort an Schatzmeisterin Elisabeth Selbach, der die Kassenprüfer Markus Hilz und Elfreide Cress eine saubere, einwandfrei Kassenführung bescheinigten. Nach Entlastung der Vorstandschaft folgte die Neuwahl des Führungsteams. Mit Wahlleiter Rudi Allmeroth und den beiden Wahlhelfern Jochen Selbach und Robert Erdl ging die Wahl problemlos über die Bühne. Zuvor hatte Manfred F. Graw darauf hingewiesen, dass sich die bisherige, bewährte Vorstandschaft mit einer Ausnahme wieder zur Verfügung stellt. Beirat Siegfried Kulitza, der 10 Jahre lang den Verein erfolgreich geleitet und das Vereinsleben in den folgenden 6 Jahren als Beirat weiterhin mit wertvollen Ratschlägen bereichert hatte, kandidierte nicht mehr und räumte damit seinen Beiratsposten für jüngere Nachfolger. Die Wahl per Akklamation führte zu folgendem Ergebnis: Manfred F: Graw übernimmt für weitere zwei Jahre den Vereinsvorsitz, unterstützt wird er dabei von der langjährigen Stellvertreterin Barbara Erdl. Schatzmeisterin bleibt Elisabeth Selbach und auch das Amt der Schriftführerin wird von Edeltraud Schmidt weitergeführt. Ebenso übernimmt Marianne Birkeneder noch einmal die Leitung der Familiengruppe und die Vertretung der Sektionsjugend, während Stephan Selbach zum ersten Mal ins Amt des Naturschutzreferenten berufen wurde. Acht Beiräte stehen der Vorstandschaft in Zukunft tatkräftig zur Seite: Erhard Loher, Maria Reischl (Pressereferentin), Uli Schätz (Mountainbiking), Jochen Selbach (Gerätewart, Webmaster, Tourenleiter), Peter Weis (Tourenleiter), Max Wimmer, sowie die beiden Neuzugänge, Enno Hutterer und Franz Koblbauer. Als Kassenprüfer werden auch weiterhin Elfriede Cress und Markus Hilz im Einsatz sein. Mit einer anregenden Bildpräsentation von Touren der letzten Sommersaison beendete der neue alte Vereinschef Manfred F. Graw den DAV-Versammlungsabend auf unterhaltsame und kurzweilige Weise.

23. Oktober 2016: Schachten und Filze -- Perlen im Bayerischen Waldmeer

Baumskulptur am Kohlschachten

Zum letzten Mal in diesem Jahr in Wanderschuhen unterwegs! 40 Bergfreunde wollten sich das Tourenfinale des Alpenvereins nicht entgehen lassen, schon deshalb, weil eine viel versprechende Bayerwald-Schachtenwanderung auf dem Programm stand. Denn im Herbst, wenn sich die Natur noch einmal mit faszinierenden Farbeffekten in Szene setzt, bietet eine solche Schachtenrunde unvergessliche Erlebnisse und Eindrücke. Bereits der fantastische Sonnenaufgang auf der Fahrt nach Buchenau, dem Ausgangspunkt der Wanderungen, versprach einen herrlich sonnigen Oktobertag. Wer sich die große Schachtenrunde zutraute,machte sich in Buchenau mit den Tourenbegleitern Marianne Birkeneder und Jochen Selbach auf den 20 km langen Rundweg. Eine Stunde lang wanderten 18 strapazierfähige Bergfreunde aufwärts, ehe der herbstliche Wald dem 9,1 ha großen Lindbergschachten wich. Schachten sind ehemalige Hochweiden ( über 1.000 m hoch gelegen), die früher in den Wald geschlagen wurden, um Jungvieh zu weiden. Von den ehemals über hundert Schachten sind heute noch etwas mehr als 30 vorhanden. Die übrigen hat sich der Wald zurückerobert oder sie wurden nach Einstellung des Weidebetriebs wieder aufgeforstet. Der ehemals 16 ha große Lindbergschachten wurde bis 1924 beweidet und wo einst saftiges Weidegras wuchs, dominiert heute die Heidelbeere. Nach einer kurzen Brotzeitpause wanderten die Bergfreunde auf dem "Horizontalsteig" durch den steil abfallenden Bergwald. Dabei kamen sie der tschechischen Grenze sehr nahe, die sie jedoch nicht überschritten, sondern vorher zur romantischen Hirschbachschwelle abbogen. Der kleine, bereits verlandende See, der die Umgebung glasklar widerspiegelte, wurde früher zur Holztrift angestaut. Links abzweigend folgten sie dann einem schmalen Steig, der sie zum Zwieselter Filz hinaufführte. Filz ist ein altbayerischer Begriff und steht für Hochmoor oder Regenmoor. Es handelt sich also um ein Gebiet, das sein Wasser nur aus Niederschlägen bezieht und keinen Kontakt mehr zum Grundwasser hat. Auf Bohlenstegen wanderten sie trockenen Fußes durch die geheimnisvolle Filz-Landschaft, vorbei an zahlreichen Moortümpeln. In den tiefschwarzen "Mooraugen" spiegelten sich nicht nur Wollgras und Latschen wider, sondern auch die vorübergehenden Rottaler Wanderer, die auf der Suche nach fleischfressenden Pflanzen (Sonnentau) ihre Blicke pausenlos umherschweifen ließen. Dabei entging ihnen auch nicht, dass ein Großteil des alten Baumbestandes abgestorben ist, denn auch hier haben Borkenkäfer und Schadstoffemissionen ganze Arbeit geleistet. Nach 2-stündiger Wanderung traten sie dann auf den Kohlschachten hinaus. Mit seinen verwitterten, flach gelegten Baumstämmen war der ebene Weideplatz wie geschaffen für eine längere Mittagspause. Hier ließen sich die Bergfreunde dann auch nieder und verzehrten ihre Brotzeit, während sie die bizarren, vom rauen Klima geprägten Baumgestalten betrachteten. Auf dem Weg zum nächsten Schachten zweigten die DAVler kurz zum Latschensee ab, einem stillen, abflusslosen, von Latschen umsäumten Moorsee, in dessen extrem sauren Wasser Fische keine Chance haben. Dann ging es weiter zum nahe gelegenen Hochschachten (1.150 m), der ursprünglich mit dem Kohlschachten eine Einheit bildete. Von seinem oberen Rand genossen sie die beeindruckende Aussicht hinüber zum Arber, bevor sie ihre Wanderung zum Almschachten fortsetzten. Er wurde bis 1900 als einziger Schachten als Alm genutzt, d. h. es wurden dort in den Sommermonaten Milchkühe gehalten und Butter, sowie Käse zubereitet. Knapp einen Kilometer entfernt, eröffnete sich den Rottaler Wanderern der 6,6 ha große Verlorene Schachten, der letzte in der Runde. Die Baumstammbänke vor der nicht bewirtschsfteten, einfachen Hütte waren im Nu für eine gemütliche Nachmittagspause besetzt. Hier saßen noch vor einer halben Stunde auch die Genusswanderer, die mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw die kleine Schachtenrunde gewählt hatten und sich am Endziel auf der mit Seegras bewachsenen Weidefläche die warme Herbstsonne auf den Pelz scheinen ließen. Ihre Wanderroute hatte ebenfalls in Buchenau begonnen. Nach der Umwanderung der Talsperre Frauenau erreichten sie auf dem Judenweg zunächst die Schachten-Diensthütte und schließlich den 1.089 m hoch gelegenen Verlorenen Schachten. Beide Wandergruppen stiegen im zeitlichen Abstand von einer Stunde den Judenweg talwärts zum Staudamm des Trinkwasserspeichers Frauenau, wo sie der Bus aufsammelte und zur verdienten, abschließenden Einkehr nach Oberfrauenau brachte.

13. Oktober 2016: Abgesagte Tour zum Schrocken 2017 wieder im Programm

Ein tollesTourenprogramm haben die Verantwortlichen des Vereins für das Jahr 2017 auf die Beine gestellt! Vorab sei aber nur soviel verraten: Die am 9. Oktober 2016 ausgefallene Tour zum Schrocken und Hochmölbing wird am 23. Juli 2017 nachgeholt. Vereinschef Manfred hat die herrliche Bergtour für uns ausgekundschaftet und wunderbare, aussagekräftige Bilder geschossen, sodass wir uns sehr gut vorstellen können, was uns im Juli 2017 erwartet. Der 2.281 m hohe Schrocken im Toten Gebirge gehört zu seinen Lieblingsbergen und zählt vielleicht nach seiner Besteigung auch zu unseren Favoriten. Von Hinterstoder geht es mit dem Auto über die Mautstraße zu den Hutterer Böden (1399 m) und mit der Sesselbahn noch höher hinauf zum Hutterer Höss (1827 m). Hier ist der eigentliche Startpunkt der wunderschönen Tour im hochalpinen Gelände mit grandiosen Aussichtspunkten. Zunächst gelangt man über blumenreiches Almengebiet zum Schafkogel (1900 m). Dieser Teilabschnitt ist auch für Familien und unsere Genusswanderer geeignet, denn bereits hier hat man eine wunderbare Aussicht. Der Weiterweg zum Schrocken setzt aufgrund ausgesetzter Stellen, die aber durch Seile und Ketten versichert sind, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit voraus. Immer steiler werdend führt der Steig am Grat entlang und zweimal wird ein Felsblock überstiegen. Durch Ketten versichert überwindet man diese "Hindernisse" jedoch problemlos. Auch die ausgesetzten Passagen sind mit Drahtseilen abgesichert. Bald erreicht man den Gipfel des Schrocken und wird mit einer grandiosen Aussicht für jegliche Aufstiegsmühen belohnt -- vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Auf gleichem Wege geht es dann wieder zurück zum Ausgangspunkt Hutterer Höss. Und noch ein Tipp für unsere Hochleistungs-Bergsteiger (Hutterer-Jugend, Elisabeth, Franz, Jochen, Uli, Hannelore und Co): Ein Abstecher zum Hochmölbing (2336 m) wäre für sie äußerst interessant und empfehlenswert.

1. bis 5. Sept. 2016: Jubiläumsfahrt an die Sonnenseite der Zillertaler Alpen

Dichte, grüne Nadelwälder, blühende Almwiesen, geheimnisvoll rauschende Bergbäche, tosende Wasserfälle, kristallklare Seen, urige Bergbauernhöfe und ein riesiges Angebot an gut gekennzeichneten Wegen erwartete 42 unternehmungsfreudige DAVler, als sie für 5 Tage in Mühlwald ihr Urlaubslager aufschlugen, um die faszinierende Bergwelt im Tauferer Ahrntal kennenzulernen. Und hier im nördlichsten Zipfel Italiens kamen alle auf ihre Kosten: Gipfelstürmer, ausdauernde Alpinisten, Genusswanderer und Hüttenfans. Da für Vereinschef und Organisator Manfred F. Graw bei seiner Touren-Planung stets die unterschiedliche Belastbarkeit seiner Bergfreunde im Vordergrund steht, konnte jeder mithalten, hatte er doch für den Südtirol-Urlaub nicht weniger als elf verschiedene Tourenwege ausgekundschaftet. So konnten die Rottaler DAVler täglich zwischen mindestens drei Touren-Varianten wählen, die sich in Weglänge und Anzahl der Höhenmeter, nicht aber in ihrer Attraktivität unterschieden. Kurz nach ihrem Check-in im Mühlwalder Seehotel legten sie auch schon los. An der leichten "Akklimatisationstour" beteiligten sich alle aus der Gruppe. Auf dem Themenweg "Kraft des Wassers" marschierten sie gemeinsam ins Zentrum des Ortes, der mit seiner sehenswerten, spätbarocken Pfarrkirche St. Gertraud auf einer Anhöhe liegt. Nach der Rückkehr zum Hotel ließ es sich keiner nehmen, zum Abschluss des Tages noch eine Runde um den kleinen Mühlwalder Stausee zu drehen.

Viergleisig waren die DAVler dann am zweiten Urlaubstag unterwegs. Taxibusse brachten alle Bergfreunde auf schmalen Bergstraßen hinauf zum Neves-Stausee, wo sich ihre Wege trennten. 17 leistungsfähige Bergsteiger wanderten mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw im Pfeifholdertal durch Lärchenwald, über Grasgelände und zuletzt über Blockwerk hinauf zur Edelrauthütte. Die Aussicht auf 2.545 m Höhe war fantastisch, sodass sich alle, bis auf eine DAVlerin den weiteren Anstieg zur 2.888 m hohen Napfspitze sparten. Nach einer langen Mittagspause beschritt die nun 16-köpfige Gruppe den Neveser Höhenweg. Dabei wanderte sie einem grandiosen Gletscherszenario entgegen, stets die Gipfel der Dreitausender von Hochfeiler, Thurnercamp und Gr. Möseler im Blick. Der reizvolle Höhenweg zählt zu den schönsten Südtirols und verbindet die Edelrauthütte mit der Chemnitzer Hütte. Dorthin führte Tourenbegleiter Peter Weis zeitgleich 17 Genusswanderer. Die 4-stündige Tour ließ genügend Zeit zur Einkehr, der auch noch eine zweite am Ufer des Stausees folgte. Auch ihnen eröffneten sich unterwegs herrliche Ausblicke auf die nahen schnee- und eisbedeckten Gipfel der Zillertaler Alpen, während sich in der Ferne die zackigen Gipfel der Dolomiten abzeichneten. Wer sich beschwerliche Aufstiege sparen wollte, folgte der umsichtigen Wanderführerin Hannelore Brummer rund um den Neves-Stausee. Ohne Zeitdruck kehrten die gemütlichen Wanderer in die urige Hütte am See ein, bevor sie nach Lappach zum Bus abstiegen, wo sich alle am Abend wieder trafen.

Für den dritten Tag standen dann kürzere Touren auf dem Programm. Eine Gruppe strapazierfähiger Bergfreunde, die den steilen An- und Abstieg durch den Bergwald nicht scheute, wanderte von Tobl (1.106 m) hinauf zum "Kofler zwischen den Wänden" (1.528 m). Extrem, aber wunderschön ist die Lage des alten, abgeschiedenen Bergbauernhofes, der sich seit dem 16. Jahrhundert auf einem Felsband zwischen Ahornach und Rein in Taufers an den steil abfallenden Berghang schmiegt. Während sich die Rottaler Bergfreunde auf der Sonnenterrasse Spezialitäten aus der Südtiroler Bauernküche schmecken ließen, betraten die Genusswanderer unten im Tal durch das Tor des Friedens eine völlig andere Welt. Der Besinnungsweg des Heiligen Franziskus führte sie an den drei Reinbach-Wasserfällen vorbei bis hin zur Franz- und Klara-Kapelle. Für alle, die diesen Weg in Stille gingen und dabei an den 10 Besinnungspunkten meditierend verweilten, wurde er zum einzigartigen Erlebnis. Am Ende eines wunderschönen Bergtages genossen die Bergfreunde in Rein gemeinsam den grandiosen Ausblick auf die gewaltigen Riesenferner Alpen.

Mit der Speikboden-Kabinenbahn überwanden die Griesbacher Wanderer am vierten Tag schon einmal 1000 Höhenmeter. Von der Bergstation Michlreiser Alm (1.958 m) flogen die Rottaler "Wandervögel" dann in verschiedene Richtungen aus. Der große Panorama-Rundweg führte die geübten Bergwanderer zunächst auf den Gipfel des Kleinen Nock (2.227 m), der sie mit wunderbarer Rundumsicht auf den Zillertaler Hauptkamm, Durreck- und Riesenfernergruppe, sowie auf die Dolomiten belohnte. Weiter ging es auf bequemen Felsstufen zum Großen Nock (2.400 m), zum Seewassernock (2.433 m) und am Grat entlang wandernd, erreichten sie schließlich die Speikbodenspitze (2.517 m). Der höchste Gipfel der Speikboden-Runde war auch das Ziel der Genusswanderer, die mit dem Sessellift zur Sonnklar Hütte hochfuhren, nach der Gipfelbesteigung in der Sonnklar Hütte einkehrten , den Sonnklar-Gipfel bestiegen und in großem Bogen über die Äußere Michlreiser Alm zur Bergstation zurückkehrten. Eine dritte Gruppe bevorzugte eine gemächlichere Gangart ohne große Höhenunterschiede und entschied sich deshalb für die leichtere Rundtour um den Hühnerspiel. Die nur zweieinhalbstündige Wanderung ließ den Bergfreunden viel Freiraum. So konnten sie die herrlichen Aussichten in aller Ruhe genießen und ohne Hast und Eile in der Äußeren Michlreiser Alm einkehren. Bevor am Spätnachmittag die prognostizierten, heftigen Gewitterscher niedergingen, saßen alle DAVler wieder im Bus, bereit zur Rückfahrt ins Hotel. Nach den anstrengenden Touren bereitete es den Griesbacher Bergfreunden ein besonderes Vergnügen, sich im Hotelrestaurant an den Tisch zu setzen und sich zwei Stunden lang mit einem 6-gängigen Gala-Dinner bei Kerzenlicht verwöhnen zu lassen.

Nur ungern traten die Griesbacher Bergfreunde am nächsten Tag die Heimreise an. Ein längerer Busstopp im sonnigen Sterzing gab ihnen die Möglichkeit, durch die mittelalterlichen Gassen der Altstadt zu ziehen und ein letztes Mal die Südtiroler Gastlichkeit zu genießen, dann ging es über den Brennerpass zurück in die Rottaler Heimat.

21. August 2016: Seespitz und Gleinkersee statt Stoderer Dolomitensteig

Blumiges aus der Seewirt-Speisekarte

Als 31 Griesbacher DAVler beim Verlassen des Busses am Gleinkersee ihr wolkenverhangenes Bergziel, den Seespitz, erblickten und erste Regentropfen verräterische Kreise auf der Wasserfläche des kleinen Bergsees zogen, sah das ganz nach einem verregneten Ausflugstag aus. Deshalb entschieden sich nur elf Bergfreunde für die Seespitz-Besteigung mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw, während Wanderführer Peter Weis 20 DAVler im Gefolge hatte, denn die viel versprechende Tour zum Pießling-Ursprung hatte, unabhängig vom Wetter, großartiges zu bieten. Doch entgegen allen Befürchtungen ließ die graue Wolkendecke schon nach kurzer Zeit blauen Himmel und auch die Sonne durchblicken, sodass sowohl die Gipfelstürmer, als auch die Genusswanderer letzten Endes einen wunderbaren, und vor allem trockenen Bergtag erlebten. Letztere steuerten über den Sensenthemenweg zunächst Roßleithen an, um dort das Sensenwerk und die Sensenschmiede zu besichtigen. Europas größtes Sensenwerk, das seit über 450 Jahren Qualitäts-Sensen produziert und in alle Welt exportiert, hält leider an Wochenenden seine Tore für Besucher geschlossen und so wandertetn die Bergfreunde, vorbei am Sensenwerk, den Werksgebäuden und der Kraftwerksrohrleitung, hinauf zur größten Karstquelle Oberösterreichs. Hundert Meter hohe Felswände umschließen den Pießling-Ursprung. Bis zu 2000 Liter Wasser entströmen hier pro Sekunde -- Wasser, das hoch droben im Warscheneckmassiv versickert, über verwinkelte Höhlen-und Röhrensysteme in die Tiefe gelangt, wo es an wasserundurchlässigen Gesteinsschichten wieder ans Tageslicht drängt. Aus dem Quelltopf -- 30 m im Durchmesser und 32 m tief -- rauschen gewaltige Wassermassen donnernd zu Tal. Etwas abseits dieses fantastischen Naturwunders ließen sich die Bergwanderer dann an einem einladenden Rastplatz zu einer längeren Brotzeitpause nieder. Anschließend überquerten sie den tosenden Pießling-Bach auf einem stabilen Steg, um zum Gleinkersee zurückzukehren. Durch schattige Wälder und über blühende Wiesen führte ihr Weg hinauf zum Gasthaus Tommerl, wo ihnen der idyllische Alpensee glitzernd zu Füßen lag. Seine Umrundung auf dem bequemen Uferweg lohnte sich auf jeden Fall, denn der bezaubernde kleine Bergsee ist mit seinen lauschigen Ruheplätzen genau der richtige Ort zum Durchatmen und die Seele baumeln lassen. Ein beeindruckender Blickfang waren die zum See hin steil abfallenden Felswände des Seespitz, die sich im smaragdgrünen Wasser des Sees widerspiegelten. Dort hinauf hatten die strapazierfähigen Bergfreunde am frühen Vormittag, besseres Wetter erhoffend, ihre Schritte gelenkt. Auf gut markierten Wegen kletterten sie durch den Seegraben über den teilweise steilen "Michael Kniewasser Steig" bergan. Unterwegs bot sich ihnen ein wahres "Borkenkäfer-Disneyland": Tausende geschädigte Bäume wurden hier von gewaltigen Stürmen kreuz und quer niedergelegt und weil das Gebiet sehr unzugänglich ist, bleibt das Holz ungenutzt liegen. Nach zweieinhalb Stunden Aufstieg war am Gipfelkreuz der Blick ins Land frei: Windischgarsten, Spital am Pyhrn, das Sengsengebirge, Bosruck, Pyhrgas und Warscheneck präsentierten den Gipfelstürmern ein herrliches Alpenpanorama. Und wer sich etwas vorwagte, konnte auch den kristallklaren Gleinkersee tief unten bestaunen. Auf gleichem Weg stiegen die DAVler nach einer kurzen Gipfelrast wieder zum Ausgangspunkt ab. Zurück am Gleinkersee hatten die schnellen "Absteiger" noch genügend Zeit, sich ein erfrischendes Bad im 20 Grad warmen Bergsee zu gönnen, bevor sie sich beim Seewirt mit den langsameren Bergsteigern und Genusswanderern trafen. Unter mächtigen Kastanienbäumen und großen Sonnenschirmen, die nun vor dem wieder einsetzenden Regen schützten, hatten sich alle eine gemütliche Einkehr mehr als verdient.

2-Tage-Familientour vom 09. auf den 10. Juli

Vor der Freilassinger Hütte. Hinten der Tauernkogel.
Ein erlebnisreiches Wochenende hatte die Familiengruppe des DAV Bad Griesbach. Gemeinsam fuhr man mit dem Bus nach Werfenweng. Nachdem die Verpflegung und die Hüttenschlafsäcke im Gepäcktransport verstaut waren, machte sich die 15- köpfige Gruppe an den steilen Anstieg zur Freilassinger Hütte auf 1550m Höhe. Der 2-stündige Aufstieg wurde mit Schmugglerspielen und Schwammerl suchen verkürzt. Auf der Hütte erwartete Barbara Erdl die Gruppe schon mit einer kräftigen Suppe, auf die sich alle freuten. Statt einer Pause spielten die 5 Jungs, Paul, Lukas, Thomas, Felix und Elias lieber eine Runde Fußball, bevor sich die ganze Gruppe zur Moosalm aufmachte. Beim weiteres Anstieg zur Bischlinghöhe auf 1884 m ließen sich sogar Murmeltiere blicken und man musste aufpassen, nicht in die vielen Murmeltierlöcher zu stolpern. Zum Abendessen verwöhnte Barbara alle mit leckeren Käsespätzle und Salat. Am Sonntag ließen es sich 2 Väter und die 14-jährige Laura nicht nehmen, den 2247 m hohen Tauernkogel zu besteigen.Da die Freilassinger Hütte eine Selbstversorgerhütte ist, musste die restliche Gruppe nach dem Frühstück erst die Lager und die Hütte aufräumen. Über den Jochriegel ging es dann zur Dr.- Heinrich- Hackel Hütte, wo man sich zum Mittagessen mit den Bergsteigern wieder traf. Bei herrlichem Bergwetter ging es dann über die Laubichlalm zurück zur Freilassinger Hütte. Dort wartete schon der Kleinbus für den Gepäcktransport. Zur Belohnung für die vielen Höhenmeter, die alle schon in den Beinen hatten, durften die 5 Jungs(8- 11 Jahre) mit ins Tal fahren. Das besondere "Zuckerl" für alle war dann auf der Heimfahrt der Badestopp im Ibmer Moor. Bei den heißen Temperaturen der optimale Abschluss für dieses schöne Wochenende.

10. Juni 2016: Seit 110 Jahren gemeinsam in die Berge -- gemeinsam feiern!

Letzte Vorbereitungen zum Fest

Obwohl der Europameisterschafts-Fußball zum ersten Mal rollte, fanden doch viele Bergfreunde und geladene Gäste aus Nachbarsektionen den Weg in die festlich dekorierte Stockhalle, um mit den Griesbacher DAVlern den 110. Geburtstag ihrer Sektion gebührend zu feiern. 1906 gegründet, war und ist sie seitdem Anlaufstelle für sportbegeisterte Bergfreunde, die es schon immer mit aller Macht in die einzigartig schöne Natur der Alpen zog. So konnte Vereinschef Manfred F. Graw neben den zahlreich erschienenen Mitgliedern -- unter ihnen Ehrenmitglied Max Loibl -- auch die ehemaligen Vorstände Franz Ecker, Robert Preißer, Jochen Selbach und Siegfried Kulitza begrüßen, sowie die Vorsitzenden der Ortsgruppe Pocking ( Rudi Allmeroth, Anita Kälker), der Sektionen Rainding (Martin Zinsberger), Pfarrkirchen (Stephan Brandl), Passau (Professor Dr. Walter Schweitzer) und Schärding (Gerhard Loidold). Angesichts der fatalen Auswirkungen der Flutkatastrophe hatte die Vorstandschaft der Sektion Simbach ihre Teilnahme am Gründungsfest abgesagt. (Mit einer Spende von 500 Euro will das Griesbacher Vorstandsteam seine Solidarität mit den Simbacher Flutopfern zum Ausdruck bringen). Es folgte ein kurzer, historischer Rückblick auf die Gründungsjahre des Vereins und seine Weiterentwicklung bis in die Gegenwart. Als sich am 26. Juni 1906 vierundzwanzig wackere Griesbacher Bürger zur ersten Generalversammlung trafen, geschah dies, um die Kenntnis der Alpen Deutschlands und Österreichs zu erweitern und zu verbreiten, sowie die Bereisung zu erleichtern. Mit den Nachbarsektionen Passau und Schärding pflegte der junge Verein schon von Anfang an enge Kontakte und bereits 1907 wurde Passau Griesbachs Paten-Sektion. 1914 zählte die Sektion 54 Mitglieder und vier Jahre nach dem 1. Weltkrieg waren es bereits 72. Nach den Wirren des 2. Weltkriegs wiederbelebt, entwickelte sich in der Folgezeit ein äußerst rühriger Verein. 1982 stellte die Sektion ihr Gipfelkreuz auf dem Karlkogel im Nationalpark Berchtesgaden auf und noch im selben Jahr erreichte sie ihre bisher größte Mitgliederzahl von insgesamt 719 Mitgliedern, zusammen mit der Ortsgruppe Pocking, die 1977 gegründet wurde und schnell gewachsen ist. 1987 errichtete auch die Ortsgruppe ein Gipfelkreuz auf dem Rauchkogel in den Gasteiner Bergen. Derzeit zählt die Sektion 672 Mitglieder mit steigender Tendenz , denn das Vorstandsteam nimmt bei der Programmgestaltung stets Rücksicht auf alle Altersstufen, indem es sogenannte Doppel- oder Dreifachtouren anbietet. Egal, ob es um Wander- oder Bergtouren, Mountainbiken, Schneeschuhtouren, Kulturfahrten, Bildvorträge, Exkursionen oder Festveranstaltungen geht, den Griesbacher Bergfreunden steht das ganze Jahr über ein abwechslungsreiches Programm zur Verfügung. Vor allem Kletterveranstaltungen und -touren stehen bei der jungen Generation derzeit hoch im Kurs und locken sie in zunehmendem Maß in den Alpenverein. Da ein Verein nur funktioniert, wenn Menschen zusammenhelfen, bedankte sich Manfred F. Graw abschließend bei seinem zuverlässigen Vorstandsteam und allen freiwilligen Helfern, ohne die ein reibungsloses und harmonisches Vereinsleben nicht möglich wäre. Begleitet von den Klängen eines Bläser-Ensembles der Jugendblaskapelle Bad Füssing, das für stimmungsvolle Musik zwischen den Programmpunkten sorgte, stürmten die Festgäste anschließend das üppige Speisen-Buffet. In der folgenden Festrede bewertete Professor Dr. Walter Schweitzer, Vorsitzender der Sektion Passau, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Sektionen Griesbach und Passau als sehr positiv, er bedankte sich vor allem für die finanzielle Unterstützung, die Griesbach  jährlich für die Instandhaltung der Passauer Hütte und des Griesbacher Steigs gewährt. Mit einer amüsanten, filmischen Chronik stellte Vereinschronist Markus Hilz das 110-jährige "Geburtstagskind" noch einmal in den Mittelpunkt. Gekonnt arrangiert und mit passender Musik untermalt, erlebten die Bergfreunde den Werdegang ihrer Sektion auf unterhaltsame Weise. Das Schlusslicht im Festprogramm bildete der exzellente Multivisionsvortrag "Unser Tauernweg -- von Sand in Taufers nach Kals am Großglockner" von Maria und Wolfgang Rosenwirth. Hinsichtlich des Südtirolausflugs der Griesbacher Bergfreunde nach Sand in Taufers eine passende Darbietung, denn die fantastischen Bergbilder steigerten bei den DAVlern die Vorfreude auf die Fünf-Tage-Fahrt im September. Zu vorgerückter Stunde ließen die Gäste den Festabend schließlich am einladenden Kuchen- und Torten-Buffet gemütlich und kalorienreich ausklingen.

8. Mai 2016: Bergfreunde wandern im Donautal auf den Spuren der Kelten

Fantastische Ausblicke ins Donautal

Nicht nur herrliche Natur-, sondern auch eindrucksvolle Kulturerlebnisse begeisterten 38 Rottaler DAVler, als sie mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw von Kelheim zur Befreiungshalle und zum Kloster Weltenburg wanderten. Nachdem sie bei herrlichstem Sommerwetter an der Gronsdorfer Staustufe bei Kelheim losmarschiert waren, standen sie kurze Zeit später vor dem mächtigen Keltentor. Der Eingang in die 2100 Jahre alte Keltenstadt Alkimoennis auf dem Michelsberg ist eine Rekonstruktion aus Eichenstämmen mit Plattenverblendungen, die dem Betrachter den Eindruck einer keltischen Befestigungsanlage vermitteln soll, aber keineswegs Anspruch auf Authentizität erhebt. Da alle organischen Bestandteilelle des spätkeltischen Tores längst zerfallen sind, lässt sich über das Aussehen mancher Details nur spekulieren. Doch der Wall, den die Kelten um ihre Stadt zogen, war für die interessierten Bergfreunde auch nach 2000 Jahren immer noch deutlich sichtbar. Über schattige Waldpfade, streckenweise dem Keltenwall folgend, ging es anschließend hinauf zur Befreiungshalle. Unterwegs staunten die Rottaler Wanderer über ausgedehnte, blühende Waldmeister-Teppiche und bis zu 7 m tiefe Erzschürfgruben, die keltischen und mittelalterlichen Ursprungs sind. Von der Nordseite her näherten sie sich dann um die Mittagszeit dem 45 m hohen Rundbau der Befreiungshalle. Der Anblick der Südfassade blieb ihnen verwehrt, denn nach Art des Verpackungskünstlers Christo war sie wegen Restaurierungsarbeiten vollständig verhüllt. Stattdessen ließen die Griesbacher DAVler ihre Bicke über das wunderschöne Donau- und Altmühltal schweifen, bevor sie über die breite Aufgangstreppe den kreisförmigen Innenraum des Prachtbaus betraten. Seit seiner Sanierung erstrahlt der Kuppelsaal mit den Siegesgöttinnen von Ludwig Schwanthaler in neuem Glanz. König Ludwig I. ließ das monumentale Bauwerk als Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon in den Befreiungskriegen 1813-1815 errichten. Nach einer längeren Mittagspause, die entweder für eine beschauliche Kaffeepause auf der Aussichtsterrasse des Restaurants oder ein Picknick im Grünen genutzt wurde, ließen die Bergfreunde den Trubel um die Befreiungshalle auf getrennten Wegen hinter sich, um in die urwüchsige Welt des Naturschutzgebietes "Weltenburger Enge" einzutauchen. Die einen blieben in der Höhe und freuten sich über faszinierende Ausblicke über das Donautal, verborgene Felshöhlen und seltene Blütenpflanzen, während eine kleinere Gruppe ins Tal abstieg, um die einzigartige Felsenlandschaft an der Donau von unten zu betrachten. Dabei strebten beide Gruppen ein gemeinsames Ziel an: Das Kloster Weltenburg mit der verlockenden Aussicht auf eine gemütliche Einkehr im klostereigenen Biergarten . Dazu musste jedoch in jedem Fall die Donau überquert werden. Die Genusswanderer bestiegen eine Zille, die sie mit Motorkraft schnell ans gegenüberliegende Ufer brachte und die ausdauernden DAVler wanderten noch ein Stück weiter die Donau flussaufwärts nach Stausacker, wo sie ganz gemächlich auf einer Seilfähre übersetzten -- wie anno dazumal! Am Ziel angekommen, fanden die strapazierten Rottaler Wanderer zwar keinen Platz im völlig überfüllten Biergarten, konnten sich aber letztendlich nach einer kurzen Wartezeit in einer ruhigen Gaststube des Klosters niederlassen und ihr Kaloriendefizit ausgleichen. Nicht ohne der prachtvollen Klosterkirche und den im Deckengemälde verewigten Asam-Brüdern einen Besuch abgestattet zu haben, traten die Bergfreunde am späten Nachmittag die Heimreise an.