Steinernes Meer

Alpenvereinsjahr 2019

" Mit dem Altwerden ist es wie mit Auf-einen-Berg-steigen, je höher man steigt, desto mehr schwinden die Kräfte, doch umso weiter sieht man". (Ingmar Bergmann)

5. November 2019: Rückblick auf ein Jahr voller unvergesslicher Highlights

Wieder neigt sich ein erfolgreiches,unfallfreies Bergjahr allmählich dem Ende zu - Zeit für die Bergfreunde inne zu halten, dankbar zurückzublicken und Neues für das kommende Jahr zu planen. Zu Beginn der diesjährigen Jahreshauptversammlung begrüßte Vereinschef Manfred F. Graw seine Bergfreunde, die Mitglieder des Vorstandsteams und die Gäste der Ortsgruppe Pocking:Vorsitzende Anita Kälker, Stellvertreterin Margit Reil und Schatzmeister Uli Schauwecker, sowie den Vortragsredner des Abends, Dr. Ludwig Kronpaß. Anschließend bat er alle Anwesenden, sich zu erheben, um des verstorbenen, ehemaligen Vereinsvorsitzenden Franz Ecker zu gedenken. "Mit insgesamt 734 Mitgliedern - die Ortsgruppe eingeschlossen - ist die Sektion ein gut aufgestellter Verein", eröffnete Manfred F. Graw seinen Tätigkeitsbericht, der wieder einmal mehr bewies, wie aktiv und abwechslungsreich sich das Vereinsleben der Sektion gestaltet. In seinem Rückblick ging der Vorsitzende auf die vielen Highlights der vergangenen Saison ein. Alle Touren und Veranstaltungen wurden sehr gut angenommen, doch rekordverdächtig war die Teilnahme an den Frühlings- und Themenwanderungen am Goldsteig und im Mühlviertel, sowie an der 5-Tage-Fahrt ins herrliche Stubaital. Zweimal scharte Mineralien-Experte Gerhard Graw Griesbachs begeisterte Schatzsucher um sich. Zwar kehrten die Teilnehmer von den Marmorbrüchen bei Adnet und Spumberg etwas unterkühlt zurück, doch sie wurden fündig und mit den wunderbaren Granatsteinen, die sie im sonnigen Ötztal in ihre Rucksäcke gepackt hatten, konnten die passionierten Steinsammler ihre Mineraliensammlung wieder beträchtlich erweitern. Nahezu alle geplanten Touren, ob Schneeschuh-Wanderungen, Bergtouren in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, sowie die Jubiläumstouren in den Loferer Steinbergen, fanden dank des guten Wetters statt. So waren 2019 insgesamt 467 Teilnehmer auf Wanderung. Auch die ansprechenden Angebote der Sektions-Abende lockten viele Bergfreunde in die Veranstaltungen: Angefangen vom Filmabend mit dem spannenden Bergdrama "Nanga Parbat", dem anspruchsvollen Quizabend von und mit Ehrenmitglied Max Loibl, der von Traudl Schmidt organisierten Vereins-Maiandacht in St. Salvator bis hin zu den großartigen, von Hans Mayr gestalteten Bildvorträgen über das von Marianne Birkeneder bereiste Peru und den herrlichen Südtirol-Aufenthalt, der den Bergsommer für kurze Zeit in die winterliche Stube zurückholte. Großes Lob zollte Vereinschef Manfred F. Graw am Schluss seinem rührigen Team für die Bereitschaft sich fortzubilden und an Wanderkursen teilzunehmen; auch das hervorragende Vereinsklima sei nicht selbstverständlich, jeder sei hilfsbereit und trage damit zum Gelingen eines harmonischen Vereinslebens bei. So dankte er den Vorstandsdamen Barbara Erdl, Elisabeth Selbach, Traudl Schmidt, Marianne Birkeneder, sowie den Beiräten, dem Sektions-Nikolaus Markus Hilz und Computerfachmann Hans Mayr für ihren engagierten Einsatz. Ein Dankeschön richtete er auch an die Pockinger Abordnung für die gedeihliche und problemlose Zusammenarbeit mit der Griesbacher Sektion. Dann übergab er das Wort an Schatzmeisterin Elisabeth Selbach, der die beiden Kassenprüfer Robert Erdl und Irene Graw eine übersichtliche und einwandfreie Kassenführung für das Wirtschaftsjahr 2018 bescheinigten. Das Jahr 2019 war nicht nur erfolgreich, sondern auch ein Jahr zum Jubeln. Zu den Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag des DAV waren auch Vereinschef Graw, Stellvertreterin Barbara Erdl und die Vorstandsdamen nach München gereist. - Dem Anlass entsprechend endete der Versammlungsabend mit einem Rückblick auf das Auf und Ab des Deutschen Alpenvereins. Vortragsredner Dr. Ludwig Kronpaß beleuchtete in seinem aufschlussreichen Vortrag "Licht und Schatten" umfassend das braune Kapitel der Bergsteigerorganisation in den düsteren Jahren von 1918 bis 1945, denn davon hörte man im Jubiläumsjahr kaum etwas. So wie das Volk Hitler hoffnungsfroh begrüßte, so taten es auch der Alpenverein und die Sektionen. Die Nationalsozialisten machten sich die Berge für ihre Ideologie zunutze und der Alpenverein ließ sich und den Bergsport von der Propaganda der Nazis vereinnahmen - der Verein pflegte das Deutschtum. Trauriger Höhepunkt: der Ausschluss der jüdischen Sektion "Donauland" aus dem Deutschen und Österreichischen Alpenverein. In den Jahrzehnten nach Kriegsende verschrieb sich der DAV neben der Pflege der Alpen auch mehr und mehr ihrem Schutz. Als Anwalt der Alpen fordert der heute fünftgrößte Sport- und größte Naturschutzverband Deutschlands konsequentere Schritte für mehr Klimaschutz und auch einer verantwortungslosen Verbauung der Alpen setzt er massiven Widerstand entgegen.

25. und 26. Oktober 2019: Warum Münchens Olympiaturm grün leuchtete

Wir lieben die Berge - und das schon seit 1869! Am Abend des 9. Mai 1869 traf sich in München eine kleine Gruppe deutscher und österreichischer Bergsteiger und gründete im Gasthaus "Zur blauen Traube" den Deutschen Alpenverein. Sie verstanden ihn als "bildungsbürgerlichen Bergsteigerverein" und verfolgten das Ziel, "touristische Erschließung voranzutreiben und die Kenntnis der Alpen zu verbreitern und ihre Bereisung zu erleichtern". Damit war der Grundstein gelegt für den heute fünftgrößten Sport- und größten Naturschutzverband Deutschlands. Seit Jahresbeginn feiert nun der Deutsche Alpenverein seinen 150. Geburtstag. Zum Endspurt der Jubiläumsfeierlichkeiten hat sich der DAV noch einmal etwas besonderes einfallen lassen: Am 25. und 26. Oktober wurde der Olympiaturm in den grünen Vereinsfarben bestrahlt - ein weithin sichtbares Ausrufezeichen für alle Alpinisten. Auch Bad Griesbachs Vorstandschaft - Vereinschef Manfred F. Graw und die Vorstandsdamen Barbara Erdl, Traudl Schmidt, Elisabeth Selbach und Marianne Birkeneder (siehe Foto!) - nahm die Einladung zum Festakt in der Kleinen Olympiahalle, sowie zur Gala im Löwenbräukeller an und am nächsten Tag folgte der Kür die Pflicht, als die Jubiläums-Hauptversammlung des DAV in der Olympiahalle über die Bühne ging. Der Aufruf zu konsequenten Schritten für mehr Klimaschutz und die Verabschiedung einer Klimaresolution standen ganz oben auf der Tagesordnung. Insgesamt beteiligten sich an beiden Tagen jeweils ca. 1000 Delegierte aus 357 Sektionen. Und auch prominente Gäste waren vertreten, wie Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Ministerpräsident Markus Söder und Alfons Hörmann, DOSB-Präsident.

20. Oktober 2019: Herbstliche Abschluss- und Jubiläumstour zum Unternberg

Die Eheleute Langenmantel bestiegen 1920 den Unternberg von Ruhpolding aus. Im Andenken an den ehemaligen Bezirksarzt Dr. Langenmantel -- Alpenvereinsvorstand der Sektion Griesbach i. R. von 1919 bis 1925 -- wurde diese Tour knapp hundert Jahre später von Vereinschef ins Programm genommen und kürzlich als Jubiläums- und Abschlusstour durchgeführt. Dichter Nebel lag über Bad Griesbach als 33 Bergfreunde die Fahrt nach Ruhpolding antraten, doch dank einer positiven Wettervorhersage wussten sie, dass im Chiemgau sonniges Wetter zu erwarten war. In Seehaus am Förchensee verließen nach zweieinhalbstündiger Fahrt 23 Bergfreunde den Bus und folgten ihrem Tourenbegleiter Franz Koblbauer hinauf zum Unternberg, auf Ruhpoldings beliebtestern Ausflugsberg. Munter plätschernd begleitete sie der Rummelbach beim Aufstieg durch den herbstlichen Bergwald, der mit seiner atemberaubenden Leuchtkraft des verfärbten Blattwerks dem goldenen Oktober alle Ehre machte. Nach einer Stunde Aufstiegsarbeit rückte die urige Branderalm ins Blickfeld, an der kein Bergwanderer ohne Einkehr vorbeikommt. Das markante Felsmassiv der Hörndlwand vor Augen, ließen sich die Bergfreunde als erste Tagesgäste an den schön gedeckten Gartentischen nieder. Eine kurze Pause sollte es werden, aber es verging fast eine volle Stunde, bis sich die gesellige Runde auflöste, um die Bergtour fortzusetzen. Gestärkt und ausgeruht ging es anschließend weiter zur unbewirtschafteten Simandlmaisalm und in Richtung Durlachkopf, den sie auf kaum sichtbaren, laubgepolsterten Waldpfaden nordseitig im Blätterregen umrundeten. Vorbei am Mittagswandl und knorrigen Baumskeletten schlugen die DAVler den breiteren Weg zur Bergwachthütte auf 1.300 m Höhe ein. Unter dem hohen Holzkreuz davor wartete die schnelle Vorhut auf die Langsameren, um mit ihnen zur Sesselbahn-Bergstation hinaufzuwandern. Dabei kamen ihnen die von Enno Hutterer angeführten Genusswanderer entgegen. Sie hatten sich bequem mit der Sesselbahn von 740 auf 1.425 m Höhe tragen lassen und legten nun den Abstieg zur Talstation auf Schusters Rappen zurück, während die Koblbauer-Wanderer sich auf der dicht bevölkerten, 2017 komplett neu erbauten Unterbergalm umsahen, keinen Sitzplatz fanden und dann die letzen 25 Höhenmeter zum Gipfel des Unternbergs aufstiegen. An Stelle des gewohnten Kreuzes fanden die Rottaler Gipfelstürmer eine bemalte Gipfelsäule, ein Marterl vor. Trotz der ungemütlichen Windstärke packten sie ihre Brotzeit aus und genossen den fantastischen Ausblick auf die Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, zu den Loferer Steinbergen, zum Wilden Kaiser Chiemsee und auf Ruhpolding. Um Knieprobleme zu vermeiden, beendeten einige DAVler die Bergtour mit einer Talfahrt im Sessellift, doch die Mehrzahl der Bergwanderer eilte den steilen Forstweg über zahlreiche Kehren abwärts zur schmucken Raffner Alm, wo sie den farbenprächtigen Bergtag in geselliger Runde ausklingen ließen. Sie alle können nach dieser wunderbaren Abschlusstour in den Chiemgauer Alpen den Worten von Frau Bezirksrat Dr. Langenmantel nur beipflichten, die vor knapp hundert Jahren in ihr Reisetagebuch schrieb: "Immer ist die Natur in den Bergen gleich begeisternd für den Wanderer, der zur Höhe steigt; überall ist die Schönheit der Berge zu finden, wenn wir sie nur sehen."

29. September 2019: DAVler unterwegs im Schatten der Ramsauer Dolomiten

Was für ein wunderbarer Bergtag im Berchtesgadener Land! Als spätes Geschenk des Sommers breitete die Sonne am strahlend blauen Himmel noch einmal angenehme Wärme über 34 Bergfreunde des Griesbacher Alpenvereins aus, die wieder einmal auf verschiedenen Wegen wandelten. So verließen an der Schwarzbergwacht (868 m) acht Bergkraxler mit ihrerTourenbegleiterin Marianne Birkeneder den Bus, um die anspruchsvolle Tour zum Eisberg (1.800 m) in Angriff zu nehmen. Zunächst wanderten die strapazierfähigen DAVler auf dem markierten Wachterlsteig durch den noch kühlen und schattigen Wald. Nach etwa einer Viertelstunde Wanderzeit zweigten sie zum "Eingeschossenen Steig" ab, der die Nordostwand des Zirbenecks quert. Hier galt es vorsichtig zu sein, denn der teilweise aus dem Felsen herausgesprengte, sehr schmale Steig ist zwar durchwegs mit einem Stahlseil versichert, erforderte aber von den Rottaler Bergsteigern Trittsicherheit und ein hohes Maß an Bergerfahrung, vor allem weil die schwierige Passage nicht ganz trocken und damit leicht glitschig war. Konzentriert setzten die Alpinwanderer Schritt vor Schritt, bis sie schließlich erleichtert das obere Ende der Querung erreichten. Ein Blick zurück ließ sie erahnen, welch fatale Folgen hier ein Sturz haben könnte.Anschließend ging es dann im Eisbodenkar weniger spektakulär weiter aufwärts zur verfallenen Eisbodenalm und zum Gipfelgrat des Eisbergs, der sie auf einem unmarkierten, aber gut sichtbaren Pfad hinauf zum Gipfelkreuz leitete. Bevor sie über den extrem steilen "Eisbergsteig" mit Drahtseilversicherungen und Eisenleitern nach Hintersee abstiegen, ließen sie das herrliche Bergpanorama auf sich wirken. Alle alpinen Größen des Berchtesgadener Landes und Umgebung waren in der Gipfelrunde vertreten: Hoher Göll, Hohes Brett und dahinter lugte sogar der Dachstein hervor, Watzmann und Hochkalter mit Blaueisgletscher, Hochstaufen und Untersberg. Natürlich blickten sie auch in die Tiefe, ins schöne Klausbachtal, wo 26 Bergfreunde mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw die Ramsauer Dolomiten von unten betrachteten. Schon bald nach ihrem Wanderstart am Parkplatz Hintersee betraten die Genusswanderer den Nationalpark Berchtesgaden. Am rauschenden Klausbach entlang ging es dann durch das Tal der Almen und Adler -- mit etwas Glück kann man hier Steinadler beobachten. Ihr kleiner Abstecher zur idyllischen Ragertalm wurde mit einer gemütlichen Einkehr und tollen Ausblicken auf die Mühlsturzhörner und das Hochkaltermassiv belohnt. Anschließend wanderten die DAVler auf sanft ansteigenden Wegen durch lichten Mischwald zur nächsten Attraktion: Auf einer 55 m langen Hängebrücke, die sich in 11 m Höhe elegant-grazil über das Tal schwingt, ließ sich der Klausbach leicht schaukelnd überqueren - ein Vernügen und echter Blickfang am Fuße der Ramsauer Dolomiten und außerdem ein begehrtes Fotomotiv für Fotografen. Auch an der Informationsstelle Engert-Holzstube nahmen sich die Rottaler Wanderer viel Zeit, die Informationen zum Thema "Wege zurück zur Wildnis" zu studieren und auf der Hausbank eine Trinkpause einzulegen. Dann ging es durch das steiler ansteigende Tal und felsenreiche, dunkle Nadelwälder hinauf zur Bindalm. Wer von den Almhütten einen Blick zurück ins Klaustal warf, dem präsentierte sich nun die grandiose Reiteralpe in voller Größe. Der letzte Anstieg zum Hirschbichl war schnell geschafft. Im Gasthaus Hirschbichl kehrten die meisten DAVler nicht zum ersten Mal ein, ist doch der Ort Ausgangspunkt für die Besteigung des Karlkogels, auf dessen Gipfel das Griesbacher Bergkreuz thront. Im sonnigen Gastgarten frönten die Genusswanderer bei Kaiserschmarrn und Germknödel kulinarischen Genüssen, bevor sie nach Hintersee zurückmarschierten, wo sie sich mit den Bergsteigern bei einer gemeinsamen Einkehr im Gasthaus Seeklause ein drittes und letztes Mal verwöhnen ließen.

13. bis 15. September 2019: Den Almandin-Granaten im Ötztal auf der Spur

Wie Jäger verborgener Schätze fühlten sich acht Rottaler Mineraliensammler, als sie drei Tage lang bei herrlichstem Wetter im Ötztal unterwegs waren. Da Mineraliensuchen nicht nur ein spannendes, sondern auch anstrengendes Erlebnis ist, machten sie sich kurz nach ihrer Ankunft in Zwieselstein mit einer Eingehtour im Obergurgler Zirbenwald fit für die geplanten Mineralientouren. Die Wanderung durch den 20 ha großen, geschlossenen Zirbenwald ist ein Muss für jeden Ötztal-Besucher - eine echte Rarität, die als Naturdenkmal ausgewiesen und geschützt ist. Im Schatten der bis zu 300 Jahre alten Zirbelkiefern ging es hinauf zum imposanten Rotmoos-Wasserfall, dessen gewaltige Wassermassen in einer dunklen engen Felsschlucht tosend in die Tiefe stürzten. Erfrischt vom "Bad" im Zirbenwald kehrten die Rottaler Wanderer auf pilzreichen  Wegen wieder zurück zum Ausgangspunkt. -- Über schier endlose Kurven und Kehren ging es am nächsten Tag im Kleinbus hinauf zum Timmelsjoch, wo sich Motorrad- und Porschefaher ein riskantes Wettrennen lieferten. An der Aussichtsplattform Timmelsjoch (2.509 m) legten die Rottaler Schatzsucher eine Pause ein, um den unglaublichen 180-Grad-Panoramablick auf die spektakuläre Hochgebirgslandschaft zu genießen und natürlich besuchten sie auch den nahe gelegenen , einzigartigen Skulpturenpark, bevor sie auf Südtiroler Seite unter Führung des Mineralienexperten Gerhard Graw zu einer zweistündigen Wanderung ins Seebertal starteten. Vorbei an der schmucken Hütte der Oberglaneggalm wanderten sie in mäßiger Steigung auf einem aussichtsreichen Höhenweg bergan, wobei über weite Strecken leuchtend rote Preiselbeeren die Vorübergehenden zum Naschen verführten. Als sie schließlich das Talende erreichten, konnten sie sich nicht sattsehen am Anblick, der sich nun bot -- vor ihnen lag der kleine, idyllische Seebersee , auf dessen ruhiger Wasserfläche sich die glänzenden Flanken von Seeberspitze, Hochfirst und Granatkogel spiegelten. Nach kurzer wegloser Wanderung hatten sie dann ihr Ziel erreicht, die Schottergräben des Granatkogels, -- ein Berg, der aus Glimmerschiefer besteht und über und über mit Almandin-Granat durchsetzt ist. Nur wenige Minuten später waren alle acht Mineraliensammler in einem der granatreichen Gräben verschwunden, suchten in den teils steilen Hängen nach dem begehrten Halbedelstein und wurden auch fündig. Schwer lastete der mit Mineralien befüllte Rucksack auf den Schultern, doch erst die Einkehr auf der Oberglanegger Alm brachte nach dem mühsamen Rückweg die ersehnte Entlastung und Erholung. -- Über die kurvenreiche Passstraße ging es auch am letzten Tag hinauf zum Timmelsjoch, wo sich den Griesbacher Schatzsuchern ein unerwartetes Naturschauspiel bot: Der atemberaubende Blick auf ein weißes Wolkenmeer, aus dem nur noch die sonnenbeschienenen Gipfel der Südtiroler Alpengrößen spitzten, ließ die Kameras der Hobbyfotografen auf Hochtouren laufen. Nach einem zweistündigen Fußmarsch , der ebenfalls an der Timmelsjochstraße seinen Anfang nahm, erreichten die Rottaler Schatzsucher einen weiteren Mineralienfundort am Erlebnisbergwerk Schneeberg. Das höchste Bergwerk Europas mit Knappendorf und uriger Schutzhütte befindet sich auf 2.355 m Meereshöhe. Seit dem Mittelalter fanden hier unzählige Knappen bis 1967 Arbeit und Brot, indem sie nach Silber,- Blei- und Zinnerzen gruben. Mehrere Schutthalden und Wasserstellen am heute stillgelegten Bergwerk zeugen noch von der Schürftätigkeit in vergangenen Zeiten. Und auf diese Schotterhügel schickte Gerhard Graw seine Mineraliensammler. Ihre Begier richtete sich hier auf die granatähnlichen Zinkblendekristalle, die hochglänzend und äußerst selten sind. Der ausdauernden Mineraliensuche folgte eine ausgiebige Brotzeitpause vor der Schutzhütte und anschließend der Rückweg zum Kleinbus-Parkplatz. Am Jauchenpass genehmigten sich die Griesbacher Schatzsucher noch eine längere Mittagspause, dann traten sie "steinreich" eine durch mehrere Staus verlängerte Heimreise an.

29. August bis 2. September 2019: Im Stubaital dem Himmel ein Stück näher

Genusswandern, Höhenrausch und Themenwege - das Stubaital ist ein wahres Wandereldorado, das 44 Bergfreunde aus Bad Griesbach fünf Tage lang in seinen Bann zog. Unabhängig von Kondition, Ausdauer und Bergerfahrung bot das Stubaital für jeden etwas, für Bergsteiger, sowie Berg- und Genusswanderer. Schon bei der Ankunft in Neustift lenkten schneebedeckte Berggipfel und das vergletscherte Talende alle Blicke auf sich, sodass die unternehmungsfreudigen DAVler es gar nicht erwarten konnten, im "Hotel zum Holzknecht" einzuchecken, ihre Wanderschuhe zu schnüren und loszuziehen. Als Eingehtour bot sich die Wanderung auf dem "WildeWasserWeg" an, die am Parkplatz Eisgratbahn begann und den Rottaler Bergfreunden die landschaftsformende Kraft des Wassers deutlich vor Augen führte - ein spannender Weg von Anfang an, voller dramatischer Ereignisse. Wandert man zunächst noch am Ufer des gemächlich fließenden Ruetzbaches, ist man im nächsten Moment umgeben von tosenden Wassermassen.Superlative reichen nicht aus, um die Schönheit des Ruetzkatarakts und des imposanten Grawa Wasserfalls zu beschreiben: Treppenartige Kaskaden, tosendeund gischende Wasserschwälle, wehende, aerosolreiche Wasserschleier, all das ließen die Rottaler Besucher auf sich wirken. Natürlich durfte auf dieser großartigen Wanderung eines nicht fehlen: Die genussvolle Einkehr in die bewirtschafteten Hütten der Grawa- und Tschangelairalm.

In nur wenigen Minuten schwebten die Griesbacher DAVler am nächsten Tag mit der Gondelbahn zum 2.136 m hohen Kreuzjoch, wo die nahe gelegene Aussichtsplattform "Stubaiblick" traumhafte Aussichten auf das Massiv der nahen Kalkkögel und fantastische Fernblicke über Innsbruck bis hin zum Wilden Kaiser und dem Zillertal bot. Dann trennten sich ihre Wege: Die ambitionierten Bergsportler nahmen einen der Seven Summits, den Hohen Burgstall (2.611 m) in Angriff, während eine zweite Gruppe zum Sennjoch (2.190 m) hochstieg und dort den Weg zum "Gletscherblick" und zur Starkenburger Hütte einschlug. Zeitgleich starteten die Genusswanderer ihre leichte Bergwanderung, die sie zur Schlickalm (1.616 m) und zum Panoramasee (1.570 m) hinabführte. In gemütlicher Runde hatten sich die Bergfreunde dann am Abend dieses ereignisreichen Tages viel zu erzählen.

Die faszinierende Welt von Schnee und Eis stand am dritten Tag auf dem Programm. Um in den Genuss des sagenhaften Blickes über ein fast endloses Gipfelmeer zu kommen, ließen sich fast alle Bergfreunde ohne eigene Kraftanstrengung in den Gondeln der Eisgratbahn auf eine Höhe von 3.210 m tragen. Nur die strapazierfähigsten unter den Griesbacher Alpinisten erkämpften sich mit der Besteigung des Großen Tröglers (2.902 m) eine Aussichtslage, die sie auf Augenhöhe mit den Stubaier Alpengrößen und ihren gleißenden Gletschern brachte. Auf einem 200 m langen Rundgang durch die fantastisch illuminierte Eisgrotte auf etwa 3.000 m Seehöhe tauchten die Bergfreunde anschließend ein in die Welt des ewigen Eises, dann fuhren sie per Gondel hinab zur Mittelstation, um auf dem leicht begehbaren Rundwanderweg "Dresdner Hütte" die sagenhafte Gletscherlandschaft eine Etage tiefer zu genießen, während einige DAVler den anstrengenderen Weg zum Mutterberger See - schönster Bergsee Österreichs in hochalpiner Umgebung - einschlugen. Egal, wohin sie ihre Schritte auch lenkten, letztendlich trafen sie alle in der Dresdner Hütte zur abschließenden Einkehr wieder zusammen, bevor sie zur Eisgrat-Talstation hinabschwebten.

Auch am vorletzten Tag überwanden die Bergfreunde dank Stubaicard schon einmal 800 Höhenmeter kräfteschonend in der Elferbahn, um dann gruppenweise von der Bergstation in verschiedene Richtungen auszuströmen. Die strapazierfähige "Elitetruppe" hatte es am eiligsten, sie steuerte zunächst die Elferhütte (2.080 m) an und erstürmte dann einen weiteren Gipfel der Seven Summits, die Elferspitze (2.505 m), dessen Bezwingung den Bergsteigern eingehöriges Maß an Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Übung im Klettern abverlangte. Auch eine zweite Gruppe nahm Kurs auf die Elferhütte, aber eben etwas langsamer. Hier zweigten die Bergwanderer ab und wandelten auf dem aussichtsreichen Panoramaweg über Wiesenwege und Grashänge ins grüne Gratzengrübl - Naturschauplatz und Kraftort in der östlichen Bergflanke des Zwölfermassivs. Dann ging es etwas steiler bergab zur Pinisalm und nach einer erholsamen Einkehr wieder zurück zur Bergstation. Hier fanden sich nach und nach auch die Bergsteiger und Genusswanderer wieder ein, die sich für eine Wanderung zur Autenalm und Klamperbergalm entschieden hatten. Nicht ohne die in unmittelbarer Nähe liegende, begehbare Holz-Sonnenuhr bestaunt zu haben, nahmen alle mit einer Ausnahme die Gondel zurück nach Neustift - eine mutige DAVlerin schwebte im Tandem-Paragleitflug zu Tal. -- Weil sich die Sonne am Abreisetag hinter einer dichten, tief hängenden Wolkendecke verbarg und somit auf Energiesparmodus geschaltet hatte, verzichteten die DAVler gerne auf einen kühlen, regenreichen Innsbruck-Aufenthalt und kehrten ohne Fahrtunterbrechung zurück in die Rottaler Heimat. Wie Vereinschef Manfred F. Graw schon vor Reiseantritt prophezeit hatte, wurde der Urlaub im Stubaital für die teilnehmenden Bergfreunde zum unbestrittenen Highlight der diesjährigen Sommersaison - nicht zuletzt dank seiner großartigen Planung und Organisation.

Familienwanderung und Bergtour am Samstag, 24. August

Am 24. August holten 26 Erwachsene und 5 Kinder im Alter von 5-10 Jahre  die wegen Schlechtwetter ausgefallene Familientour vom Juni nach. Unter Leitung von Franz Koblbauer machten sich 8 Erwachsene auf den Weg zur 1430 m hohen Rudersburg; die Übrigen folgten der Tiroler Ache auf dem alten Schmugglerweg, der schon in der Bronzezeit ein wichtiger Handelsweg war, ]flußaufwärts nach Kössen in Tirol. Ausgangspunkt für beide Touren war Ettenhausen bei Schleching. Die „Kindergruppe“ ( begleitet von Elisabeth Selbach ) blieb meist weit hinter den Erwachsenen ( begleitet von Jochen Selbach ) zurück. Nicht, weil die Kinder nicht mehr konnten, sondern weil es am Wegrand so viel zu entdecken gab: Pilze, Schmetterlinge, Blumen, und es dauerte, bis jeder einen passenden Stecken gefunden hatte. Zur Mittagsrast  trafen Alt und Jung wieder zusammen. Steil stieg man zur Ache hinunter, überquerte sie auf einer tollen Hängebrücke und ebenso steil ging es zur Wallfahrtskirche Klobenstein hinauf. Nach deren Besichtigung schlüpfte jeder durch den einer Sage nach „geklobenen Stein“, einen sehr engen Felsspalt. Auf einer Kiesbank am Ufer der rasch und stark dahinströmenden Ache machte die „Kindergruppe“ Mittagsrast. Die Füße wurden gekühlt; es gab so viele schöne Steine zum Werfen, zum Sammeln, kleinere Kiesbänke zum Erkunden, vorbeifahrenden Kajaks, Kanus , Schlauchbooten, ja sogar Stand-up Paddlern zuzuschauen, sodass sogar die Zeit zum Essen knapp wurde. Über die Hängebrücke, an der engsten Stelle des tief eingeschnittenen Tales mit beeindruckenden, aufgefalteten Felswänden, führte der Weg wieder steil nach oben und weiter nach Kössen. Diese Stelle war früher noch viel enger. Wegen eines verheerenden Hochwassers in Kössen, hervorgerufen durch einen immensen Rückstau, weil Baumstämme und Geröll an der Engstelle den Abfluss versperrten, wurden dort Sprengungen durchgeführt. Immer wieder gab es Ausblicke auf die Ache; außerdem war der Weg angenehm schattig. Es ging stetig leicht bergab und gegen 14:00 Uhr war man am Treffpunkt in Kössen. Da die „Rudersburger“ mehr Höhenmeter und einen wesentlich weiteren Weg in praller Sonne zu überwinden hatten, gab es erst mal Kaffee und Eis im Ort. Mit Ratschen und Spielen vertrieb man sich dann die Zeit bis zum Eintreffen der Bergsteiger. Das seit Spätnachmittag bedrohlich am Himmel stehende Gewitter entlud sich erst, als alle im Bus zur Heimfahrt saßen. Die Fahrt  führte parallel zur Ache nach Schleching zurück und die Kinder staunten, wie weit sie gegangen waren.

4. August 2019: Auf Entdeckungstour im schönen Berchtesgadener Land

Wandern im Schatten von Watzmann und Hochkalter - auf dieses attraktive Tourenangebot ließen sich kürzlich 41 Griesbacher Bergfreunde ein und je nach Kondition und Leistungsfähigkeit konnten sie, wie schon so oft, zwischen verschiedenen Wanderrouten wählen. Während einige strapazierfähige DAVler die alpine Tour zur Hochalmscharte mit grandiosen Ausblicken auf Watzmann und Hochkalter in Angriff nahmen, tourten die Genusswanderer auf Bayerns schönstem Wanderweg durch die wildromantische Wimbachklamm und das geologisch einzigartige Wimbachtal, bis hinauf zur Wimbachgrieshütte. Vom Parkplatz an der Wimbachbrücke in Ramsau, dem Ausgangspunkt für beide Gruppen, machten sich sieben höhenmetertaugliche Bergfexe mit Tourenleiter Franz Koblbauer, ohne viel Zeit zu verlieren, auf den zunächst noch unschwierigen Weg durch das Wimbachtal und als nach 50 Wanderminuten das Wimbachschloss zwischen den Bäumen auftauchte, gönnten sie sich die erste Trinkpause. Dann folgten sie dem steilen Steig, der sie in zahlreichen Kehren durch zum Teil schrofiges Gelände hinauf zum Stanglahnergraben führte, wobei die geübten Bergsteiger mühelos die mit Drahtseilen und Holztreppen gesicherten, ausgesetzten Stellen meisterten. Kurz vor dem Ziel ging es noch einmal über eine lange "Himmelsleiter" aufwärts - dann stand die ausdauernde schnelle Truppe auf der Hochalmscharte, in 1.536 m Höhe. Herrliche Ausblicke hinüber zur mächtigen Watzmann-Westwand, zum Lattengebirge, Untersberg und hinunter zur Ramsau entlohnte die Rottaler Bergsteiger bei einer erholsamen Verschnauf- und Brotzeitpause für die Mühen des schweißtreibenden Aufstiegs. Über die verfallene Hochalm und die idyllische Eckaualm ging es auf extrem steilen Pfaden abwärts und zurück nach Ramsau. Zur gleichen Zeit marschierten die Genusswanderer mit Tourenleiter Manfred F. Graw mühelos mäßig bergauf in Richtung Wimbachklamm. Am Automaten kurz die Chips für den Eintritt gelöst - und schon war nach ein paar Metern der Eingang zur Klamm erreicht. Ein wirklich atemberaubendes Naturschauspiel bot sich ihnen, als sie über Holzstege und Treppen an den Felswänden entlang wanderten: Tosende Wassermassen in der Tiefe, während von oben feine Wasserschleier über blanke und bemooste Klammwände herabrieselten. Die Macht des Wassers wurde ihnen hier genauso deutlich vor Augen geführt, wie die immensen Zeiträume, die die Natur braucht, um solche Landschaften zu formen. Nach einer knappen halben Stunde war das Klammspektakel schon wieder vorbei. Als sich die Bergfreunde auf bequemen Wegen allmählich dem hinteren Wimbachtal - dem sogenannten Wimbachgries - näherten, verstummte plötzlich das Rauschen des Wassers, denn hier versickert das Wasser und fließt unter dem mächtigen Schuttstrom talwärts, der sich nun den Wanderern entgegenschob. Wer es mit der Fortbewegung nicht übertreiben wollte, ließ sich am Wimbachschloss auf der einladenden Sonnenterrasse im Schatten der Bäume nieder, während eine größere, wanderfreufige Gruppe mit Tourenbegleiter Enno Hutterer dem Talschluss entgegeneilte, hinauf zur 1.317 m hoch gelegenen Wimbachgrieshütte. Es war schon eine ganz spezielle Erfahrung für die Teilzeitwanderer, nach ihrer ausgedehnten Einkehr auf dem riesigen Schuttstrom des Wimbachs nach Ramsau zurückzukehren. Dabei kamen sie auch am Gedenkkreuz vorbei, das an den Hubschrauberabsturz im Wimbachgries am 7. Juli 1970 erinnert, bei dem vier deutsche und acht französische Soldaten ihr Leben verloren. -- Mehr oder weniger ausgepowert ließen die Rottaler Wanderer den erlebnisreichen Tourentag schließlich bei der obligatorischen Einkehr in Ramsau gesellig ausklingen.

21. Juli 2019: Gewappnet ins Nass - Regentour in der südl. Osterhornregion

Bereits drei Mal stand die Besteigung des Schwarzer Bergs in den vergangenen Jahren im Tourenprogramm des Griesbacher Alpenvereins - und fiel jedes Mal ins Wasser. Nun unternahmen zehn strapazierfähige Bergsteiger mit Tourenbegleiter Franz Koblbauer einen vierten Anlauf zum alleinstehenden Aussichtsberg, doch als sie am Gasthof Bachrainer starteten, machte ihnen der schon nach wenigen Höhenmetern einsetzende Regen prompt wieder einen Strich durch die Rechnung. So mussten die trittsicheren und schwindelfreien Bergfexe ein weiteres Mal auf fantastische Fernblicke bis weit hinein ins Salzachtal verzichten und umkehren. "Der Berg mag uns einfach nicht", bemerkte Manfred F. Graw lapidar, als sie die vom Vereinschef angeführten Genusswanderer einholten, die ihre talnahe Rundwanderung ebenfalls am 910 m hoch gelegenen Gasthof begonnen hatten. Zunächst steuerte die nun vollständige Gruppe das Gipsbergwerk Grubach-Moosegg an, das sich in 900 m Höhe auf einem Vorberg des Tennengebirges am Fuße des Schwarzer Bergs befindet und 1613 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der Berg Riedl ist vollständig aus Gips aufgebaut und bildet das größte österreichische Vorkommen überhaupt. Gut beschirmt und in Regencapes gehüllt, hinterließen 31 Rottaler Wanderer und eine Chihuahua-Hundedame ihre Spuren auf den nassen, schlammigen Wegen, denen sie auf verschiedenen Ebenen durch das Betriebsgelände folgten, wobei einige ambitionierte Mineraliensammler/innen nach besonderen Steinen suchten und auch fündig wurden. Vorbei an Gipsmühle und Radladerparkplatz ging es anschließend hinab nach Grubach und über Teerstraßen aufwärts in Richtung Wilhelmskapelle. Nach einer Lagebesprechung an der Abzweigung zur sehenswerten Holzkapelle beschloss man umzukehren, denn nun standen die Bergfreunde nicht mehr nur im Regen, sondern buchstäblich in der Traufe. So schön eine Regenwanderung auch sein mag: Ist man bis auf die Knochen durchnässt, wird man schwerlich die Vorzüge des nassen Wetters auf sich wirken lassen können. Mit der Einkehr beim Grubachwirt entkamen die triefend nassen Rottaler Wanderer bei Kaffee, Kuchen und mitgebrachter Brotzeit auf angenehme Weise den wolkenbruchartigen Regenfällen. Auf dem Weg zurück zum Gasthof Bachrainer ließen sich dann schon wieder einige Berggipfel in Wolkenlücken ausmachen und als die Bergfreunde nach einer abschließenden Einkehr die Heimfahrt antraten, ließ sich sogar die Sonne wieder blicken.

17. bis 19. Juni 2019: Manfred auf Erkundungstour - so schön ist das Stubaital!

Um uns Ende August/Anfang September einen unvergesslichen Sommerurlaub im Stubaital präsentieren zu können, hat Vereinschef Manfred mit Rosi schon im Voraus das herrliche Alpental zwischen Gletschereis und Almwiesen ausgekundschaftet und alle, egal ob Spaziergänger, Genusswanderer oder Bergsteiger werden dank seines perfekt ausgearbeiteten Tourenprogramms auch heuer wieder auf ihre Kosten kommen. Wenn er darüber hinaus nicht vergisst, noch schönes Bergwetter zu bestellen, dürfen wir uns auf ein einzigartiges Wanderparadies mit anspruchsvollen Bergsteigen, romantischen Wanderwegen, urigen Almen und Hütten, rauschenden Wasserfällen, stillen Bergseen, sowie vielen schneebedeckten Dreitausendern freuen -- seht selbst!

2. Juni 2019: Bergfreunde erkunden die Welt der Mühlviertler Granitriesen

Die Wanderschuhe geschnürt, den Rucksack geschultert, die Wanderstöcke auf die passende Länge gebracht und schon standen 45 wanderfeste Bergfreunde aus Bad Griesbach und Pocking nach zweistündiger Busfahrt in den Startlöchern zur ersten Mühlviertler Themenwanderung. Doch zuerst sahen sie sich in Neufelden am historischen Marktplatz um, bewunderten seine wunderschönen, barocken Hausfassaden und mit dem Besuch der beeindruckenden Pfarrkirche erlebten die Rottaler Wanderer nicht nur eine gelungene Synthese zwischen Gotik und Barock, sondern sicherten sich auch gleich noch den Begleitschutz der beiden Kirchenpatrone St. Philipp und St. Jakob. Dann ging es mit Tourenleiter Manfred F. Graw hinab nach Unternberg und hinein ins schluchtartige Tal der Großen Mühl mit steilen Wald- und Felshängen, wo sie grüne Romantik und eine erstaunliche Vielfalt blühender Wildpflanzen empfing. Richtig spannend und wildwüchsig wurde es für die Bergfreunde bereits unter der hohen Bogenbrücke, die seit 1982 das enge, felsige Tal überspannt. Vorbei an mächtigen Steinblöcken und Felswänden mit Blick auf die Ruine Schellenberg begleiteten sie das rauschende Wasser der Großen Mühl auf seiner Reise zur Mündung in die Donau. Der als "Schwarze Kuchl" bezeichnete Felsüberhang lud sie wenig später zum Rasten auf das darunter stehende Bankerl ein; in der rußigen Felsengrotte fanden die Holzschwemmer im 18. und 19. Jahrhundert während der Scheiterschwemme Schutz und Unterschlupf. Vorbei an Ebenmühle und einem erfrischenden Wasserbrunnen führte sie der Weg am rauschenden Fluss schließlich dem Speicherkraftwerk Partenstein zu, das 1924 als erstes Großwasser-Kraftwerk Österreichs in Betrieb ging. Im Schatten des umgebenden Waldes legten die DAVler dann die schon längst fällige Rast- und Brotzeitpause ein. Der letzte Abschnitt der herrlichen Naturwanderung führte die Bergfreunde über den bequemen Partensteinweg entlang einer breiteren, nun fast geräuschlos dahinfließenden Großen Mühl, die sich in Untermühl mit dem mächtigen Strom der Donau vereint. Im Gasthof Ernst mit Donaublick kamen die Rottaler Genießer nach der 9 km langen Flußwanderung auch kulinarisch auf ihre Kosten. Der Nachmittag, der mit einem schweißtreibenden, ziemlich steilen Aufstieg zum Schloss Neuhaus begann, stand ganz im Zeichen der Mühlviertler Granit-Erlebniswelt. Während sich einge Bergfreunde mit dem Bus dorthin kutschieren ließen, erreichte die leicht "geschrumpfte" Wandergruppe mit Tourenleiter Enno Hutterer auf einer wenig befahrenen Straße und dem Granitpilgerweg schließlich Österreichs größten Steinlehrpfad in Plöcking. Mit über 160 Exponaten wurde hier ein Natursteinlehrpfad zum größten seiner Art in Europa ausgebaut und demonstriert auf 300 m Länge die Österreichische Natursteinlandschaft. Beim Betrachten der Granitsteine aus dem Granithochland Mühlviertel, Waldviertel, Sauwald und der Region Böhmerwald/Bayerischer Wald mit ihrer Vielfalt an Farben und Strukturen kam so manchem Besucher ein Spruch aus fernen Schultagen in den Sinn, der die Zusammensetzung von Granit vereinfacht wiedergibt: "Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess` ich nimmer". In einem weiteren Bereich der imposanten Granitarena konnten Natursteine wie Marmor, Kalkstein, Konglomerat und viele mehr aus ganz Österreich im Schatten heimischer Laubbäume bestaunt werden. Die letzten Kilometer nach Kleinzell, dem Endpunkt der Tour, sollten die noch strapazierfähigen Wanderer durch die nahe gelegenen Granitsteinbrüche führen, doch fehlende Markierungen der Wanderwege zwangen sie, die Wegstrecke auf Teerstraßen zurückzulegen, sodass sie die Steinbrüche nie zu Gesicht bekamen. Immerhin entdeckten sie auf ihren Irrwegen einen stillen Badesee auf dem Gelände eines ehemaligen Granitsteinbruchs - Resilacke genannt. Am kunstvollen Granit-Dorfbrunnen von Kleinzell (siehe Textbild) fanden sich dann nach und nach alle Bergfreunde wieder zur Heimfahrt ein - erholt die Teilzeitwanderer, überhitzt und ausgepowert die Asphaltläufer.

19. Mai 2019: Gemeinsam unterwegs auf dem Grünen Dach Europas

Nach fantastischen, gemeinsamen Wandererlebnissen auf Donausteig und Via Nova gingen 39 Bergfreunde aus Bad Griesbach und Pocking heuer neue Wege auf dem Goldsteig, der sich durch die wunderbaren Mittelgebirgslandschaften des Oberpfälzer und Bayerischen Waldes schlängelt. Die "Goldenen Steige" waren im Mittelalter Salzsäumerpfade, auf denen das "weiße Gold" von der Donau nach Böhmen transportiert wurde, zudem gab es im Bayerischen Wald zahlreiche Goldminen und Gold führende Bäche. Mit seinen 660 Kilometern ist der Goldsteig heute der längste und abwechslungsreichste unter Deutschlands Fernwanderwegen. Er beginnt im oberfränkischen Marktredwitz und endet im niederbayerischen Passau. Ihre erste Etappe starteten die Rottaler Wanderer mit den Tourenbegleitern Manfred F. Graw und Enno Hutterer ungefähr in der Mitte des Goldsteiges an der kleinen Rokokokirche in Herzogau bei Waldmünchen. Nach einem kurzen Aufstieg zum Gipfelkreuz des Klammerfelsen (847 m) ließen sich die Bergfreunde auch die herrlichen Ausblicke vom nahe gelegenen, 14 m hohen Aussichtsturm über die sanften, bewaldeten Mittelgebirgs-Bergkämme bis hinein nach Böhmen nicht entgehen. In spannendem Auf und Ab ging es anschließend auf alpinen Steigen über Felskuppen, vorbei an imposanten Steinriesen in Richtung Althütte. Obwohl am "Bergstadl Althütte" keine Einkehr vorgesehen war, ließen sich doch alle auf der einladenden Sonnenterrasse nieder, um an diesem sonnigen Wandertag unter blauem Himmel den ersten Durst zu löschen. Mit frischer Kraft nahmen die DAVler anschließend den kurzen, steilen Anstieg zum Gasthaus Gibacht in Angriff.Auf mäßig ansteigenden Waldpfaden erreichten sie bald den "Pfennigfelsen", der zwar kein Kreuz trägt, aber dessen Besteigung sich dennoch wegen des schönen Ausblicks ins Waldmünchner Land lohnte. Der Dreiwappenfels (917 m), gekrönt von einem schmiedeeisernen Kreuz mit der Aufschrift: "Wo Liebe ist, da ist Frieden" liegt unmittelbar an der Grenze zu Tschechien. Die drei Wappen der Kurfürsten zu Bayern, des Königreiches Böhmen und des Herzogtums Pfalz sind hier in den Fels gemeißelt. Das nächste Gipfelerlebnis folgte bereits nach einer kurzen Wanderung durch den Wald, der sich öffnete und den Blick zum wuchtigen Kreuzfelsen (938 m) freigab. Nach einer längeren Mittagspause unter seinem hohen Holzkreuz erwartete die Bergfreunde schon nach wenigen Wanderminuten ein weiteres Highlight: Im Herbst 2007 "von Menschen - für Menschen" am Tannenriegel (910 m) errichtet, standen die DAVler nun vor dem "Leuchtturm der Menschlichkeit". Dabei wurden ca. zehn Tonnen Steine vermauert, die aus verschiedensten Gegenden und Ländern der Welt stammen. In westlicher Richtung sind vier handgegossene Glaselemente eingesetzt, die per Solartechnik nachts leuchten. So rufen neben einer Weltscheibe, ein islamischer Halbmond, ein christliches Kreuz und ein Davidstern die Menschen zu mehr Frieden und Verständigung auf. Wandern macht glücklich und am Gipfelkreuz fühlt man sich wie der König der Berge - dieses Glücksgefühl konnten die Rottaler Wanderer auf ihrer 17 km langen Tour bereits zum vierten Mal erleben, als sie zum Felsen des Reiseck (902 m) hochkraxelten. Seit April 2005 steht hier ein großes Glaskreuz, das wohl das erste auf einem Berg in Bayern sein dürfte. Anschließend ging es nur noch bergab. Vor der Robert-Hütte eröffnete sich den Wanderern dann ein herrlicher Blick auf Furth im Wald und den Drachensee. Wenig verheißungsvoll war dagegen die dunkle Wolkenwand, die sich über dem Hohen Bogen und den Ossergipfeln aufgebaut hatte. Zügig eilten sie deshalb hinunter nach Voithenberg (637 m), vorbei am Schloss und hinüber zum Waldlehrpfad Eilbrunn, wo sie der wartende Bus am Parkplatz gerade noch rechtzeitig vor den einsetzenden Regenfällen rettete. Der verdienten, geselligen Einkehr und anschließenden Heimfahrt konnte der Wetterumschwung nichts anhaben - im Gegenteil, bescherte er doch den Heimreisenden fast eine Stunde lang einen prächtigen Regenbogen.

7. Mai 2019: Traditionelle Maiandacht in der Klosterkirche St. Salvator

Als schönster Monat des Jahres ist der Wonnemonat Mai seit jeher der wunderbarsten aller Frauen, der Gottesmutter Maria, gewidmet. Bereits im 18. Jahrhundert entstand in Italien der Brauch der Maiandachten, der dann allmählich nach Norden "wanderte". Wie vielerorts im katholischen Bayern halten auch die Bergfreunde des Alpenvereins die Tradition der Marienverehrung hoch und erbitten alljährlich mit Gebetstexten, Litaneien und Marienliedern den Schutz und Segen der Gottesmutter für den Verein. Eine geeignete Kirche dafür hat Maiandachtsorganisatorin Traudl Schmidt mit der Klosterkirche in St. Salvator gefunden und es gab zwei Möglichkeiten das idyllisch gelegene Dorf zu erreichen: So wanderten 22 Bergfreunde in zweieinhalb Stunden auf Schusters Rappen von Bad Griesbach dorthin, während andere den bequemeren Transport mit Bus oder Privatauto bevorzugten. Vor Ort begrüßte dann Griesbachs früherer Stadtpfarrer und langjähriges Alpenvereinsmitglied Dr. Oswin Rutz seine ehemaligen Schäfchen und lud sie zur Maiandacht in die schöne Klosterkirche ein, die der "Heiligen Dreifaltigkeit" geweiht ist. Als die Bergfreunde das Gotteshaus betraten, empfing sie ein für den Monat Mai ungewöhnlich kühler Kirchenraum. Doch während der feierlichen Maiandacht lenkte sie andächtiges Beten und Singen vom Frösteln ab und hinterher aufmerksames Zuhören bei der Kirchenführung mit Pfarrer Dr. Oswin Rutz. Der versierte Kunsthistoriker vermittelte den DAVlern interessante Informationen zur Geschichte des ehemaligen Prämonstratenser-Klosters und dem damit verbundenen Werdegang der Klosterkirche. Sie wurde nach dem Klosterbrand von 1632 bis 1645 durch den italienischen Baumeister Bartolomeo Viscardi unter Abt Michael Lanzensperger erbaut. 1703 brannte die Abtei erneut nieder. Erst 1751 konnte die Kirche wieder fertiggestellt werden. Sie ist eine barocke Wandpfeilerkirche mit Fresken von Franz Anton Rauscher. Die Heiligenfiguren schuf Joseph Deutschmann. Der Hochaltar aus dem Jahr 1640 wurde 1782 von ihm umgestaltet. Er zeigt die Himmelfahrt Christi. In Seitenkapellen befinden sich sechs weitere Altäre: Maria mit dem Kind und auf der anderen Seite Maria bei ihrer Mutter Anna. Dann folgen die Altäre des hl. Norbert und des hl. Erasmus, danach die des hl. Florian und des hl. Sebastian. 1734 wurde in St. Salvator eine Dreifaltigkeits-Bruderschaft gegründet, die Almosen sammelte, um christliche Gefangene aus muslimischer Sklaverei loszukaufen (siehe Textbild!). Diese Bruderschaft hat heute fast 100 Mitglieder und setzt sich für die verfolgten Christen im Nahen Osten ein. - Als dann beim Hasenberger Wirt in Haarbach zünftige Brotzeiten und süffiges Bier in einer wohlig warmen Gaststube serviert wurden, klang der religiös begonnene Maiabend in geselliger, froher Runde aus.

Alpenverein wandert auch bei kühlem Wetter

Alles andere als gut war der Wetterbericht für die vom Alpenverein Bad Griesbach angekündigte Frühjahrswanderung am 14. April durch das Vydratal  im tschechischen Nationalpark  Šumava. Regen oder gar Schnee sollte es geben bei Temperaturen um null  Grad. Trotzdem ließen sich 24 wackere Wanderer auf das Erlebnis ein und bereuten es nicht, an der Wanderung teilgenommen zu haben. Rasch ging die Gruppe bei Cenkova Pila flussaufwärts los, um Betriebstemperatur zu erreichen.  Dann aber war der Weg entlang der Vydra so abwechslungsreich, dass man in gemächlicheres Tempo überging, immer wieder stehen blieb, um zu fotografieren oder einfach nur dem wilden Wasserlauf zuzusehen. Auf der etwa acht  Kilometer langen Wanderstrecke hat der  Fluss ein Gefälle von  280 Meter und  tost über riesige rundgeschliffene  Felsblöcke, die er von den  seitlichen  Felshängen mitnimmt. Bei Antygl  weitet sich das Tal, der Fluss läuft hier ruhiger und die Gruppe wanderte nun entlang des Hammerbachs, einem Zufluss der Vydra, an dem früher Gold gewaschen wurde, nach Horska Kvilda. Stetig ansteigend führte der Weg landschaftlich reizvoll durch Wald und vorbei an Schachtenwiesen, auf denen wetterfeste  Rinder grasten. Von  Horska Kvilda ging die Fahrt im warmen Bus zur schon ersehnten Einkehr in Modrava. Hier trat dann ein, was man schon den ganzen Tag erwartet hatte: Während die Gruppe im Restaurant Speis und Trank genoss und sich über die ca. 30 aktiven Kuckucksuhren im Raum amüsierte, schneite es draußen einige Minuten lang in dicken Flocken .

23. März 2019: Gelungene Heimatwanderung mit Frühlingsgefühl-Garantie

Endlich ist er da, der Frühling! Um ihn gebührend zu begrüßen, schnürten 23 sonnenhungrige Bergfreunde des Alpenvereins kürzlich ihre Wanderschuhe und folgten Tourenbegleiter Jochen Selbach, der die Wanderroute von Sammarei nach Aldersbach im Vorfeld genauestens ausgekundschaftet und darüber hinaus auch sonniges Frühlingswetter bestellt hatte. Aber nicht allein das blaue Band des Frühlings lockte die Bergfreunde hinaus in die erwachende Natur, sondern auch gemeinsam erlebtes Wandern und die Aussicht auf eine gesellige Einkehr im legendären Aldersbacher Bräustüberl, wo bayerische Gemütlichkeit Trumpf ist. Über Feld- und Waldwege ging es anfangs moderat bergauf, bis die Griesbacher Wanderer eine Anhöhe erreichten, die einen herrlichen Blick zurück auf das "bayerische Assisi" zuließ - so nennen die Einheimischen ihren beliebten Wallfahrtsort Sammarei. Im Weitergehen eröffneten sich den Rottalern dann wunderschöne Ausblicke über das sanfte Vilstaler Hügelland und auf malerische Dörfer und Einödhöfe. Aber auch Naheliegendes blieb den Bergfreunden nicht verborgen. Auf der Suche nach ersten Frühlingsboten blieb so mancher Hobbyfotograf am Wegesrand zurück, um Schlüsselblumen, Buschwindröschen, Taubnesseln, gelb leuchtende Blütenkörbe des Huflattichs und die filigranen Blüten der Vogelmiere abzulichten. In ständigem Bergauf und Bergab erreichten die Rottaler Wanderer schließlich eine aussichtsreiche Anhöhe am Waldrand, die sich als idealer Rast- und Brotzeitplatz anbot. Nicht nur Nahrungs- und Flüssigkeitsdefizite füllten die Rastenden in der wärmenden Sonne auf, sondern so ganz nebenbei auch ihre Vitamin-D-Speicher. Bis kurz vor Aldersbach ging es dann über viele Kilometer auf weichen, laubgepolsterten Waldwegen allmählich dem Ziel entgegen. Ein romantischer Hohlweg und mehrere Treppenstufen  führten die Wanderer schließlich hinab zum Kloster und zur schönsten Marienkirche des Vilstals. Leider war ihnen der Zutritt zur wunderschönen Asamkirche verwehrt, denn wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten bleibt der "Vilstaldom" bis auf Weiteres geschlossen. Deshalb eilten die Bergfreunde ohne zu zögern in Richtung Bräustüberl, der verdienten Einkehr entgegen. Nach der 12 km langen Wanderstrecke ließen sie sich im ehemaligen Refektorium der Zisterzienser nieder und genossen die gemütliche Atmosphäre in netter Gesellschaft bei Brotzeit und Bier, das sich jeder Gast beim Schenkkellner in Steinkrügen selbst abholen konnte. Und wer keine Brotzeit dabei hatte, ließ sich "klösterliche Schmankerl", wie Wurstsalat auf Altbayerisch, Bratensülze, Käseplatte und Weißwürste schmecken. Den Weg zurück in die Rottaler Heimat legten die Frühlingswanderer nach ausgedehnter Einkehr kräfte- und zeitsparend im Bus zurück.

3. März 2019: Winterfreuden in "Klein-Kanada" für Mitglieder des DAV und SC

Ein absolutes Highlight für Schneeschuhwanderer und Langläufer ist das Chiemgauer 3-Seen Gebiet zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl. Und genau dieses Wintersportparadies steuerte Busfahrer Willi Dobler an, mit 50 sportbegeisterten Griesbachern aus Skiclub und Alpenverein an Bord. Wie zu erwarten, ließ der hervorragende Bordservice des Skiclubs auch diesmal keine Wünsche offen, denn schon nach kurzer Fahrt verströmten knusprige Brezeln und knackige Würstl mit Senf ihren herzhaften Duft, da konnte keiner widerstehen. Und die nötige flüssige Nahrung - Wasser, Säfte und Bier - kam auch gratis daher. Gut versorgt und gestärkt verließen die Rottaler Wintersportler nach gut zwei Stunden Fahrt den Bus an der Chiemgau Arena Ruhpolding, wo sie herrliches Frühlingswetter empfing. Ohne viel Zeit zu verlieren, schulterten die Nordischen mit Reiseleiter Hans Venus ihre Langlaufskier und eilten hinüber zum ausgedehnten Biathlonzentrum, während sich die Schneeschuhfans noch mit der Bindung ihrer "Schneeteller" auseinandersetzten. Als sie kurze Zeit später zu Acht mit Tourenbegleiter Franz Koblbauer loszogen und neben der 3-Seen-Loipe in Richtung Seehaus stapften, die markante Hörndlwand im Blickfeld, waren sie wohl so manchem, schnell dahingleitenden Langläufer ein Dorn im Auge. Deshalb trennte sich das "Schneetreter-Oktett" nach wenigen Kilometern von der Seen-Loipe, um eigene Wege zu gehen. Vom Parkplatz Seehaus bog die Wandergruppe rechts ab und stieg auf einem schneereichen Bergpfad in Richtung Brander Alm auf. In schneefreien Monaten erreicht man die 1150 m hoch gelegene Alm in eineinviertel Stunden, doch Schneeschuhe an den Füßen drosseln die Wandergeschwindigkeit erheblich. Zudem erwies sich die Tour schon nach kurzer Aufstiegszeit als Hürdenlauf. Da galt es Engstellen am steilen Hang, eine mit dicker Schneeschicht belastete Brücke und zahlreiche umgeknickte Baumstämme und Äste zu überwinden. Trotzdem genossen die Schneewanderer die landschaftlich reizvolle Tour im verschneiten Bergwald entlang des munter dahin plätschernden Rummelbachs. Auf halber Strecke zur Brander Alm stellte sich ihnen dann ein unüberwindliches Hindernis in den Weg: Verharschter Schnee - vermutlich war hier eine Lawine abgegangen - begrub den Bergsteig unter sich und machte einen weiteren Aufstieg unmöglich. Da die Zeit knapp und der Weg zur Brander Alm noch weit war, fiel den Schneewanderern die Umkehr nicht allzu schwer. So trafen sie relativ entspannt zum vereinbarten Zeitpunkt am Parkplatz wieder mit den Langläufern zusammen, die sich im 3-Seen Gebiet - "Klein-Kanada" genannt - unter der wärmenden Chiemgauer Sonne ausgetobt hatten. In unmittelbarer Nähe des Busparkplatzes waren sie am Langlaufzentrum in eine kleine, ebene Übungsloipe eingestiegen und ein paar Kilometer zum eigentlichen Ziel weitergelaufen, zur 15,4 km langen 3-Seen-Loipe. Vorbei am Seehaus und dem kleinen Förchensee gelangten sie schließlich zum Löden-, Mitter- und Weitsee. Da ein Lawinenabgang einen Abstecher zur Winklmoosalm verhinderte, ging es im Rundkurs und mit wundervollen Eindrücken von der herrlichen Seen- und Bergwelt wieder zurück zum Bus. Nach soviel Bewegung an frischer Luft freuten sich Griesbachs aktive Sportler auf die obligatorische Einkehr. Wer noch nie bei der legendären Windbeutelgräfin in Ruhpolding zu Gast war, machte große Augen, als die riesigen Windbeutel im Schwanenkostüm serviert wurden. Abgefüllt mit Schlagobers, Sauerkirschen, Heidelbeeren, Vanilleeis etc. traten die Wintersportler schließlich die Heimfahrt an. Und hier setzten spendable Skiclubler die bei der Anreise begonnene Rundumversorgung der Fahrgäste fort, indem sie eine abwechslungsreiche Kuchen-, Getränke- und Spirituosenbar eröffneten. Es wurde eine fröhliche Heimreise - mit viel Heiterkeit, Humor und Hochprozentigem im Glas ließen die Rottaler Sportsfreunde den erlebnisreichen Sport- und Faschingssonntag in fideler Stimmung ausklingen.

Alpenvereinsjahr 2018

"Wenn Berge da sind, weiß ich, dass ich die hinaufgehen kann, um mir von oben eine neue Perspektive vom Leben zu holen". (Hubert von Goisern, Musiker und Bergsteiger)

8. Dezember 2018: Lichter, Lob, Leviten und Leckerl für die Bergfreunde

Wer sehnt sich in der dunklen, kalten Jahreszeit nicht nach Lichterglanz, stimmungsvollen Momenten und anheimelnder Atmosphäre? So strömten auch heuer wieder zahlreiche Bergfreunde erwartungsvoll dorthin, wo all dies geboten war - in die festlich geschmückten Räume der Waldpension "Jägerstüberl" zur traditionellen Nikolausfeier - und alle waren sie gespannt auf das Highlight des Abends, den Auftritt des Bischof Nikolaus. Im dicht besetzten Saal begrüßte Vereinschef Manfred F. Graw dann durchwegs froh gestimmte Bergfreunde und Gäste aus der Ortsgruppe Pocking - Vereinschefin Anita Kälker und Schatzmeister Uli Schauwecker mit Ehefrau Traudl - sowie die vier Musikantinnen der "Stubnmusi", die die Nikolausfeier mit adventlichen Weisen festlich gestalteten. Dank eines langen, trockenen Sommers, der Wanderlust unternehmungsfreudiger Bergfreunde, sowie der hilfreichen Unterstützung des Vorstandsteams ging ein äußerst erfolgreiches Bergjahr zu Ende, betonte Vereinschef Graw, wobei er sich mit kleinen Geschenken bei seinen rührigen Mitarbeiterinnen und Helfern bedankte. Die Auszeichnung langjähriger Mitglieder mit Urkunde und Plakette ist seit jeher ein wichtiger Programmpunkt des Nikolausabends. Für 25 Jahre Treue zum Verein wurden geehrt: Johann Berger, Michael Löw und Manfred Öhrl. Zum 50. Vereinsjubiläum gratulierte die Vorstandschaft dem Griesbacher Wolfgang Skala. Anschließend traten sieben rüstige Bergfreunde zur Geburtstagsgratulation an. Zum 70., 75. und 80. Wiegenfest erhielten Erika Ecker, Brigitte Ostermann, Alfred Hausberger, Herbert Piwerka, Angelika Loher, Christine Löw und Josef Niedernhuber das großartige Alpenvereinsjahrbuch "Berg 2019". Eines weiteren Geburtstagskindes gedachte anschließend Vorleser Robert Erdl in seiner Weihnachtsgeschichte: "Stille Nacht, heilige Nacht". Ein Lied, das mit seiner zeitlosen Botschaft die Herzen der Menschen auf der ganzen Welt im Sturm eroberte, feiert in wenigen Tagen seinen 200. Geburtstag. Am 24. Dezember 1818 erklang es zum ersten Mal in der kleinen St. Nikolai-Kirche im österreichischen Oberndorf. Zum Text von Pfarrer Josef Mohr schrieb Lehrer Franz Xaver Gruber eine dazu passende Melodie. Tatsächlich kann man sich Weihnachten ohne das berühmte Lied kaum noch vorstellen. Gut vorstellen konnten sich die Bergfreunde dagegen, wie aus einer besinnlichen Feier durch den Auftritt von Santa Claus ein fröhliches Fest werden kann. Denn als wenig später Markus Hilz als Bischof Nikolaus erschien, kam Leben in den Saal. Aus seinem goldenen Buch streute er allerhand Frotzeleien unter das "alpine Bergvolk": Von ausgedehnten Einkehrschwüngen in Moststuben war die Rede und ungeduldiger Warterei, von Irrungen und Wirrungen im Höllbachtal und allerlei Alleingängen, sowie Missgeschicken auf Berg- und Wanderpfaden - alles schön in Versform gepackt und mit anklagender Stimme vorgetragen,  verfehlte die Derbleckerei bei den DAVlern ihre Wirkung nicht. Doch auch Anerkennung, lobende Worte und Geschenke gab es für die aktiven Mitglieder des Vereins, bevor der heilige Mann eine nun aufgelockerte, heitere Gesellschaft zurückließ. Jetzt war Geschichtenerzähler Robert Erdl wieder an der Reihe. Seine Geschichte vom "Thermdampf", die er nach einer mündlichen Überlieferung bereits 1978 für die "Griesbacher Notizen" verfasst hatte, weckte Kindheitserinnerungen an die vorweihnachtliche Zeit, als man noch an das Christkind glaubte. Wie im Fluge verging anschließend die Zeit in geselliger Runde bei Weihnachtsplätzchen, Glühwein und Punsch und wie jedes Jahr gab Vereinschef Manfred F. Graw seinen Bergfreunden einen klugen Spruch - diesmal ein Zitat von Ingmar Bergmann - für das kommende Bergjahr mit auf den Weg: "Mit dem Altwerden ist es wie mit Auf-einen-Berg-steigen, je höher man steigt, desto mehr schwinden die Kräfte - doch umso weiter sieht man".

6. November 2018: Kein Führungswechsel im Griesbacher Alpenverein

Die Vereinsglocke läutet zum"Appell"

Mit der Jahreshauptversammlung und Neuwahl der Vorstandschaft neigt sich für den Griesbacher Alpenverein ein tourenreiches und unfallfreies Bergjahr allmählich dem Ende zu - Zeit, Rückschau zu halten und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. So fanden sich im Wintergarten der Waldpension "Jägerstüberl" neben aktiven und passiven Bergfreunden auch zwei Vertreterinnen der Ortsgruppe Pocking ein: Anita Kälker, 1. Vorsitzende, begleitet von Schriftführerin Margit Reil. Da die umfangreiche Tagesordnung kaum Zeit für lange Begrüßungsreden ließ, begann Vereinschef Manfred F. Graw nach einem kurzen Willkommensgruß mit dem Vortrag seines ausführlichen Rechenschaftsberichts. Das Jahr 2018 war für die aktuell 735 Mitglieder umfassende Sektion äußerst erfolg- und ereignisreich und es gab - was selten vorkommt - keine verstorbenen Mitglieder zu betrauern.Mit ihrer Teilnahme am Südbayerischen Sektionentag in Laufen, sowie an der Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins in Bielefeld beweise die Vorstandschaft ihre Bereitschaft sich an vorderster Front zu informieren, mitzuarbeiten und durch ihre Stimmabgabe richtungsweisende Entscheidungen für die Entwicklung des Verbandes in den nächsten Jahren mitzutragen, fuhr Vereinschef Graw in seinem Vortrag fort. Ein großes Thema war die am 25.05.2018 in Kraft getretene Europäische Datenschutzgrundverordnung. In der Sektion haben alle Vorstände, Beiräte und Beauftragte des Vereins eine Verpflichtung unterschrieben, die darauf hinweist, dass personenbezogene Daten dem Datengeheimnis unterliegen und nicht weitergegeben werden dürfen. Nicht ohne Anlaufschwierigkeiten wurde im April dieses Jahres der Versuch gestartet, eine Jugendgruppe aufzubauen. Inzwischen konnten mehrere "Junge Bergler" für die ehrenvolle Aufgabe gewonnen werden, mit attraktiven Berg- und Klettertouren gleichgesinnte, junge Leute für den Bergsport zu begeistern und damit für jugendlichen Nachschub im Verein zu sorgen. Sehr erfreut zeigte sich Vereinschef Graw über die Fortbildungsbereitschaft seines Vorstandsteams. So nahmen in diesem Jahr Franz Koblbauer, Enno Hutterer und Anita Kälker erfolgreich an DAV-Ausbildungsseminaren teil und erwarben dabei den Ausweis für Wanderleiter C. Ausführlich ging Manfred F. Graw auch auf die Gründungsfeier der Ortsgruppe Pocking im Dezember 2017 ein, die sich vor 40 Jahren der Alpenvereinssektion Bad Griesbach anschloss. Im Mai 2018 wurde von der Stadt das "Bad Griesbacher Vereinsnetz" ins Leben gerufen. Mit drei Vorstandsmitgliedern nahm der Alpenverein an der ersten Sitzung teil. Dabei ging es in erster Linie darum, dass sich die Vereine kennen lernen, von Erfahrungen in der Vereinsarbeit berichten und sich evtl. vernetzen. Nicht nur mit anderen Vereinen, sondern auch mit Sektionen der näheren Umgebung sucht der Griesbacher Alpenverein intensivere, freundschaftliche Zusammenarbeit. Mit einem ersten Bergfreunde-Treff und einer gemeinsamen Brotzeit in ihrer Hütte wurde mit den Raindinger AV-Mitgliedern schon einmal ein viel versprechender Anfang gemacht. Dann ließ Vereinschef Graw die Aktivitäten des vergangenen Jahres Revue passieren. Neben 3 Vorstandssitzungen und 6 Sektionsabenden konnten fast alle geplanten Touren dank des langen, trockenen Sommers erfolgreich durchgeführt werden. Nur zwei Unternehmungen fielen den selten auftretenden Regenfällen zum Opfer. Neu im Veranstaltungskalender und begeistert angenommen wurden die von Gerhard Graw geführten Mineralientouren. Als weitere Highlights bleiben den Teilnehmern sicher die 5-Tage-Fahrt nach Südtirol und die Tour auf dem Stoderer Dolomitensteig in Erinnerung. Neben vielen spannenden Tourenangeboten startet der Verein im kommenden Bergjahr drei neue Themenwanderungen: Touren auf dem Goldsteig im Bayerischen Wald, dem Mühlviertel in Oberösterreich und zu den 8 Tausendern im Bayerwald. Bevor Vereinschef Graw seinen Bericht beendete, dankte er allen Mitgliedern der Vorstandschaft, den Beiräten, sowie einigen Helfern aus der Mitgliederschaft für ihre zuverlässige Unterstützung und den Vertretern der Ortsgruppe Pocking für die hervorragende Zusammenarbeit. Anschließend übergab er das Wort an Schatzmeisterin Elisabeth Selbach, der die Kassenprüfer Markus Hilz und Elfriede Cress nach ihren übersichtlichen Ausführungen eine vorbildliche Kassenführung bestätigten. Unter Leitung von Anita Kälker, unterstützt von den Wahlhelferinnen Margit Reil und Elisabeth Selbach, ging die Neuwahl der Vorstandschaft per Akklamation rasch über die Bühne. Nur das Kassenprüfer-Duo Cress/Hilz stellte sich nicht mehr zur Wahl, ansonsten bleibt alles beim Alten: Manfred F. Graw übernimmt noch einmal den Vereinsvorsitz, ihm steht Barbara Erdl als Vizechefin zur Seite.Elisabeth Selbach bleibt Schatzmeisterin und das Amt der Schriftführerin wird von Edeltraud Schmidt weitergeführt. Ebenso übernimmt Marianne Birkeneder noch einmal die Leitung der Familiengruppe und die Betreuung der Sektionsjugend, während Stephan Selbach abermals ins Amt des Naturschutzreferenten berufen wurde. Acht Beiräte stehen der Vorstandschaft tatkräftig zur Seite: Enno Hutterer und Franz Koblbauer (Tourenleiter), Erhard Loher, Maria Reischl (Pressearbeit), Uli Schätz (Mountainbiking), Jochen Selbach (Gerätewart, Webmaster, Tourenleiter), Peter Weis ( Webmaster, Tourenleiter) und Max Wimmer (EDV-Mitgliederverwaltung). Als Kassenprüfer fungieren in Zukunft Irene Graw und Robert Erdl. - Mit der Bitte um zahlreiche Anmeldungen, wenn es 2019 wieder heißt "fahrn ma ins Gebirg" entließ der neue alte Vereinschef Manfred F. Graw spätabends seine Bergfreunde in eine dunkle, kühle Novembernacht.

Familientour zum Wackelstein am Sonntag, 04. November 2018

Es war die richtige Entscheidung,  die Familientour für Jung und Alt zum Wackelstein wegen des schlechten Wetters um eine Woche zu verschieben. Während Bad Griesbach unter einer dichten Hochnebeldecke lag, empfing der Bayerische Wald dieses Mal die Wanderer, darunter auch Großeltern mit ihren Enkelkindern, in den schönsten Farben des Herbstes,  mit strahlend blauem Himmel und angenehmen Temperaturen. In der Nähe von Etschenreuth angekommen, ging der Weg der Gruppe mit Tourenbegleiterin Marianne Birkeneder anfangs über freie Flächen mit einem herrlichen Ausblick auf die Höhen des Bayerischen Waldes zur ersten Attraktion, einem Wildschweingehege. Nicht nur die Kinder waren beeindruckt von der Größe des Ebers und belustigt über die kleinen Frischlinge, die durch Lücken im Zaun schlüpften. Im Fischweiher daneben spiegelte sich die sonnenbeschienene bunte Blätterpracht wie ein Flammenmeer. Anschließend ging es im Wald bergauf, begleitet von großen und kleinen Granitblöcken, die die Kinder immer wieder zum Besteigen und Erobern lockten. Kein Halten mehr gab es dann beim Steinernen Kirchlein, einer beeindruckenden Felsformation aus riesigen Granitblöcken, aufgetürmt , liegend und zerklüftet. Sie formen eine kleine Höhle zu der man nur durch einen schmalen Spalt schlüpfen kann. Das Kirchlein wurde gründlich erforscht und schließlich auch die Höhle und das Kreuz im Inneren gefunden. Granitblöcke, auf der Wetterseite mit malerischem grünem Moos überzogen, säumten auch den Weiterweg zum Wackelstein. Der wurde wirklich trotz seiner ca. 50 t zum Wackeln gebracht, spürbar und gut zu sehen an den Bewegungen des jungen Kiefernbäumchens , das auf der leicht gewölbten Oberfläche des Steins wächst.

Hier wurde Brotzeit gemacht. Weil noch alle gut bei Kräften waren, ging die Wanderung weiter über Loh, vorbei am Gelände des „ Hexenkessels“ von Solla, zur Schartenkirche, immer wieder mit vielen Blicken in die bunte Herbstlandschaft, zurück zum Ausgangspunkt. Bei der abschließenden Einkehr in Zenting waren sich alle einig, dass es eine wirkliche Genusswanderung zum Abschluss des Bergjahres war. Die Kinder meisterten die Tour teils fröhlich hüpfend, kein Jammern oder Murren war zu hören und legten durch das Kraxeln und Erkunden der Granitblöcke sicher mehr als die 11 km der Erwachsenen zurück.

14. Oktober 2018: Almbummel und steiler Gratanstieg in der Osterhorngruppe

Wandern kann man zweifellos das ganze Jahr über, besonders schön sind Bergtouren aber im Herbst, wenn sich die Blätter verfärben, die Luft meistens klar ist und fantastische Aussichten auf die Berge ermöglicht. Ein solch farbenfrohes und aussichtsreiches Wandererlebnis genossen kürzlich 29 Bergfreunde des Griesbacher Alpenvereins, als sie in der Osterhornregion unterwegs waren. Ihre vielversprechende Tour zum Hochwieskopf und Hochbühel starteten sie am großen Wanderparkplatz der Hintertrattbergalm. Zuerst ging es auf einer nicht allzu steilen Schotterstraße aufwärts zu einem Sattel und von dort wanderten die Bergfreunde - vorbei am Hohen First - hinüber zur einladenden Moosangerlalm. Wer sich schon auf einen Frühschoppen in der fast 100 Jahre alten Almhütte gefreut hatte, wurde enttäuscht, denn Tourenleiter Jochen Selbach zog ohne Unterbrechung zügig daran vorbei und weiter zur Hochwiesalm. Bis hierher war der Weg für die Genusswanderer leicht zu bewältigen und wäre die Almhütte an diesem Tag geöffnet gewesen, hätten sie sich hier niedergelassen, sich im Almgebiet umgesehen und bei Kaffee, Kuchen und Brotzeit auf die zurückkehrenden Bergsteiger gewartet. So beschlossen sie, die Aufsteiger auf ihrem Weg zum Hochwieskopf noch ein Stück zu begleiten. Über einen breiten Rücken ging es nun teilweise weglos über Weidehänge in südliche Richtung, dem Gipfel entgegen. Als sie auf dem Weg nach oben am "Schiachn Loch" vorbeikamen, ließ es sich niemand nehmen, in das durch Holzbalken abgesicherte "hässliche" Loch zu blicken - in eine Doline, die durch Lösungsverwitterung entstanden ist. Zuerst flach über Wiesen, dann steiler ansteigend, ließen die Gipfelstürmer die langsameren Genusswanderer bald hinter sich und erreichten schließlich die Latschenzone. An einer Wegteilung kurz unter dem Gipfelaufbau folgten sie dem Pfad, der sie zum Hochwieskopf führte. Beim weiteren Anstieg über den steilen Nordgrat, hoch über der felsigen Ostflanke, mussten sich die Bergfreunde ihr Gipfelglück regelrecht verdienen. Über 150 Höhenmeter zog sich der schmale, zum Teil etwas ausgesetzte Steig nach oben, der sowohl Trittsicherheit als auch Schwindelfreiheit erforderte. Böiger Wind empfing die Bergfreunde am Gipfelkreuz in 1.754 m Höhe, doch die wunderbare Rundumsicht entschädigte sie für das ungemütliche "Naturgebläse" und wer sich für die Gipfelrast einen Platz im Windschatten suchte, konnte in aller Ruhe herrliche Ausblicke zum Hohen Dachstein, Gosaukamm, Hohen Göll und zu den nahen Bergkuppen der Osterhorngruppe und des Tennengebirges unter einem nahezu wolkenlosen, blauen Himmel genießen.Auch ihr zweites Gipfelziel, das etwas tiefer liegende Gipfelplateau des benachbarten Hochbühel, nahmen sie ins Visier. Ein Gipfelerlebnis genügt, sagten sich die meisten Bergfreunde und zogen eine längere, gesellige Einkehr einem zweiten Gipfelsturm vor und während sie auf gleichem Wege wieder abstiegen, eilten nur noch sieben DAVler über Latschenfelder, Felsaufschwünge, Grashänge und einen von Felsblöcken durchsetzten Nordrücken hinüber zum 1.710 m hohen Hochbühel, auf dessem großflächigen Grasgipfel sich der spitze Hochwieskopf von seiner schroffen, felsigen Seite zeigte. Zurück auf der Moosangerlalm gesellten sich die ausdauernden Gipfelstürmer dann zu den zahlreichen Bergwanderern, die auf der Hüttenterrasse ihren Berghunger gestillt und hier windstille, sonnige Stunden verbracht hatten. Nach einer kurzen Kaffeepause kehrten die Griesbacher Wanderer gemeinsam zum Ausgangsparkplatz "Feuchter Keller" zurück und mit einmaligen Bergerlebnissen im Gepäck traten sie die Rückfahrt in ihre Rottaler Heimat an.

30. September 2018: Beeindruckende Strumberg-Rundtour im Salzburger Land

Schmucke Berghöfe, malerische Almen, schmale Steige, wildromantische Schluchten und jede Menge Pilze, die allerorts aus Waldboden und Baumstümpfen quollen, erstaunten 21 Bergfreunde, die eher eine unspektakuläre Wandertour ohne besondere Überraschungen erwarteten, als sie mit Tourenbegleiter Jochen Selbach in dem Urlaubsdorf Ebenau, östlich von Salzburg, ihre Tour rund um den Strumberg starteten. Bei nur 2 Grad Celsius ging es zunächst auf der beschatteten Wiestalpromenade am Waldrand entlang, rechterhand lag noch feiner Raureif auf den Wiesen. Auf einem leicht aufwärts führenden Waldweg genossen die noch fröstelnden Bergfreunde für kurze Zeit die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Wieder im Schatten wandernd, führte ihr Weg von der Schwarzaubachbrücke zum Almbach und über den schmalen Almbachsteg, der den DAVlern schon einmal einen ersten Blick in das untere Ende der beeindruckenden Strubklamm erlaubte. Anschließend folgten sie einem schmalen Steig durch den Wald hinauf zum Gehöft Heiligenstein, der Sonne entgegen und auf Wiesenpfaden erreichten sie schließlich den Hof Roßbach, wo weidende Schafe und Rinder die vorbeiziehenden Bergfreunde neugierig beobachteten, die ihrerseits aber mehr am herrlichen Ausblick zum Watzmann, Hohen Göll und Wiestalstausee interessiert waren. Auf dem Metzgersteig arbeiteten sich die Rottaler Wanderer nach einer kurzen Trinkpause hinauf zum höchsten Punkt (770 m) der Rundtour, wo sich ihnen spektakuläre Tiefblicke in die wildromantische Strubklamm boten. In Tausenden von Jahren hat der Almbach diesen über hundert Meter tiefen Canyon in das Dolomitengestein gefressen - bei schönem Wetter und ausreichender Wasserführung ein beliebter Tummelplatz für Canyoning-Begeisterte. Seinen Namen verdankt der Metzgersteig einer verhängnisvollen Tragödie, die sich 1673 auf einer Wallfahrt nach St. Wolfgang hier abgespielt haben soll: Weil ein Metzgergeselle sein schwangeres Mädchen loswerden wollte, stieß er es kurz entschlossen in die Tiefe. Am oberen Ende der Klamm erregte das stillgelegte Speicherkraftwerk Strubklamm, 1924 eröffnet und heute denkmalgeschützt, das Interesse der Griesbacher Bergfreunde. Bis 1945 versorgte die Anlage das benachbarte Salzburg mit Strom. Beim Überqueren der 38 m hohen Staumauer wurde auch der als "Vordersee" bezeichnete Stausee sichtbar. Hinter dem Stauwerk rückte nach kurzer Wanderung das einladende Gasthaus des Seewirts ins Blickfeld. In gemütlicher Runde, bei Brotzeit, Kaffee und Kuchen beschlossen einige strapazierfähige DAVler noch zusätzlich den Strumberg zu besteigen. Während die Genusswanderer mit Manfred F. Graw ihre Rundtour fortsetzten, eilten die Gipfelstürmer mit ihrem Tourenbegleiter weitere 300 Höhenmeter zum 981 m hohen, dicht bewaldeten Strumberg hinauf. Die neu erbaute Jagdhütte und die gemütliche Bank unter dem hohen Kreuz daneben war für die Bergwanderer ein idealer Rastplatz, der ihnen unweit des bewaldeten Gipfels wunderschöne Aussichten nach Osten zu den sanften Bergkuppen des Alpenvorlands gewährte. Beim Abstieg vom Gipfel nach Norden ließen die Bergfreunde am Aussichtsplatz Predigtstuhl die herrliche Bergwelt ein letztes Mal auf sich wirken, dann ging es zügig abwärts und auf bequemen Wegen zurück nach Ebenau. Im "Dorf der alten Mühlen" konnten die DAVler nach einer gemeinsamen Einkehr beim Dorfwirt noch einen Blick in eine weitere kleine Schlucht, die Schwarzaubachklamm, werfen, bevor sie die Heimfahrt antraten.

7. bis 9. September 2018: Erfolgreiche Mineraliensuche im schönen Zillertal.

Weder Gipfelstürme, noch Gipfeleuphorie unter dem Gipfelkreuz standen für neun Griesbacher DAVler kürzlich in den Zillertaler Alpen im Vordergrund, sondern ausgedehnte Touren zu ergiebigen Mineralienfundstellen unter fachkundiger Führung von Gerhard Graw, der sich mit Gesteinen und Mineralien bestens auskennt. So steuerte er die überschaubare "Schatzsuchergruppe" im Selbstfahrer-Kleinbus über Rosenheim, Inntalautobahn und Zillertal gen Süden zu den mächtigen Dreitausendern des Alpenhauptkamms und schließlich über die Mautstraße hinauf zum 1.800 Meter hoch gelegenen Schlegeis Speichersee. War der Himmel bei der Ankunft an der Dominikushütte noch grau und wolkenverhangen, überspannte er am nächsten Tag tiefblau die schneebedeckten Berggipfel und den spiegelnden See. Gleich nach dem Frühstück machten sich die Rottaler Frühaufsteher in zwei Gruppen auf den Weg. Wer Höhenmeter sparend auf Mineraliensuche gehen wollte, schloss sich Irene Graw an und suchte das kilometerlange Ufer des Schlegeis Speichersees nach steinernen Schätzen ab und was die eifrigen Sammler dort fanden, wurde von ihrer fachkundigen Tourenleiterin als Hornblendegarbenschiefer, Muskovit, Disthen. Magnetit und Granit identifiziert. "Steinreich" kehrten sie nach achtstündiger Wanderung bei der lustigen Wirtin vorm Zamsergatterl ein und warteten gespannt auf die vier Steinsammler, die mit Gerhard Graw auf der Suche nach Mineralien fast 1000 Höhenmeter bewältigt hatten. Zunächst waren sie auf bequemem Weg in Richtung Pfitscher Joch gewandert, bevor sie zum Haupental abbogen. Beim folgenden, steilen Anstieg gewannen die Bergfreunde rasch an Höhe, allerdings waren dazu Ausdauer und gute Kondition erforderlich. Höhenmeter um Höhenmeter wechselte die Aussicht von schön auf noch schöner. Faszinierend war dann der Anblick des mächtigen Hochfeiler mit seinen gleißenden Gletschern, als sie im wunderschönen, weiten Haupental landeten. Weglos ging es anschließend in mäßiger Steigung über sattgrüne Wiesen aufwärts und nur Kuhglockengebimmel, leises Plätschern des Haupentalbachs und Warnpfiffe scheuer Murmeltiere durchbrachen die fast andächtige Stille in der einsamen Hochgebirgslandschaft. Der weitere steinige und felsenreiche Aufstieg zum Bereich Hintergras erforderte behutsames Steigen und Trittsicherheit, da die Fels- und Gesteinsbrocken zuweilen beim Auftreten nachgaben. Ab hier hieß es Augen auf, denn nun befanden sie sich mitten im Fundgebiet für Hornblende, Magnetit, Muskovit und Rutil. Mineralienexperte Gerhard Graw machte sie unterwegs auch auf Steine aufmerksam, die silbrig glänzendes Molybdän enthielten oder Spuren von Fluorit. Während seine "Schützlinge" in einer Höhe von 2.750 m eine Brotzeitpause einlegten, spürte Gerhard Graw zur Freude seiner Begleiter einen Graben mit reichen Granatvorkommen auf. Nach erfolgreicher Suche genossen sie beim Abstieg dann nur noch die traumhafte Hochgebirgslandschaft rundum. Glasklar zeichneten sich Zillertaler Alpengrößen wie Hohe Wand, Schrammacher und Olperer mit ihren Schneehäuptern gegen den blauen Himmel ab, währen zu ihren Füßen ein Meer von Heidelbeersträuchern in satten Rottönen leuchtete - Indian-Summer-Feeling pur! Geschafft, aber glücklich ließen sich die Bergfreunde am Abend, vereint am großen Tisch, von Hüttenwirt Heiko mit herzhaften Tiroler Spezialitäten verwöhnen. -- Wandern, suchen, finden und staunen stand auch am zweiten Tag auf dem Programm, als die DAVler zu einer gemeinsamen Mineralientour in Richtung Pfitscher Joch aufbrachen. Eine Kaffeepause in der Lavitzhütte machte sie fit für die Mineraliensuche im Schatten der eisenhaltigen Roten Wand und des Haslatsteins in 2400 m Höhe. Eifrig suchten sie hier, nahe der Grenze zu Italien, nach dem in bester Qualität vorkommenden Strahlstein oder Aktinolith. Besonders ausdauernde Sucher fanden auch Bergkristalle, schöne Hornblenden, sowie kleine Amethystkristalle im Quarzgestein. Nach einer erholsamen Mittagspause vor der Lavitzhütte ging es schnellen Schrittes zurück zum parkenden Bus am Zamsergatterl. -- Eins stand am Ende dieses erlebnisreichen Wochenendes im Zillertal fest: Einmal vom Sammelvirus infiziert, sind die Rottaler "Schatzsucher" bei der nächsten Mineralientour garantiert wieder mit von der Partie.

31.August bis 4.September 2018: Kunst- und Naturgenuss im Tauferer Ahrntal

Umrahmt von nicht weniger als 80 Dreitausendern und mehreren mächtigen Gletschern lockte kürzlich das Tauferer Ahrntal 49 aktive DAVler der Sektion Bad Griesbach bereits ein zweites Mal mit attraktiven Bergtouren, romantischen Almwanderungen und spektakulären Wasserfällen nach Südtirol. Über die Inntal- und Brennerautobahn nahm der voll besetzte Reisebus zunächst Kurs auf Sterzing. Trotz anhaltender Regenfälle ließen sich die Rottaler Besucher vom unvergleichlichen Charme der nördlichsten Stadt Italiens bezaubern. Mit seinen prächtigen Bürgerhäusern, malerischen Einkaufsstraßen und dem 46 m hohen Zwölferturm im Zentrum, der Neustadt und Altstadt verbindet, wirkte Sterzing idyllisch, altertümlich und zugleich sehr modern auf die Bergfreunde aus Niederbayern. In einem malerischen Seitental des Tauferer Ahrntals liegt Mühlwald und das gebuchte, komfortabel eingerichtete Hotel am See, das der Bus am Spätnachmittag erreichte.

Als am nächsten Tag immer noch graue Regenwolken den Südtiroler Himmel bedeckten, beschloss man kurzerhand sich in Bruneck und Innichen umzusehen. Als wahres Highlight entpuppte sich der Besuch des Messner Mountain Museums im Schloss von Bruneck. Dort erwartete die Bergfreunde eine faszinierende Reise zu Bergvölkern aus aller Welt. Der aufregende "Rundgang durch die fünf Kontinente" unterrichtete die Besucher nicht nur über ihre Lebensweise, sondern auch über die Entwicklungsstufen der Menschheit - vom Nomadentum bis hin zur Sesshaftigkeit der Völker in den Gebirgen der Erde. Um die Mittagszeit ließ die Sonne dann die malerische Altstadt in allen Facetten leuchten und es machte den Griesbacher DAVlern sehr viel Spaß, nun bei Sonnenschein durch die "gute Stube" Brunecks zu bummeln und die wundervollen Fassaden und historischen Stadttore zu betrachten und einzukehren. Regennass und trüb gestaltete sich später wieder der Kirchen-Rundgang in Innichen. Ein Muss für jeden Besucher des idyllischen Bergstädtchens ist die Besichtigung der Stiftskirche, die als schönster Sakralbau romanischen Stils im Ostalpenraum gilt. Auch in der Pfarrkirche zum Hl. Michael suchten die Bergfreunde Schutz vor den starken Regenfällen und waren überrascht von der üppigen barocken Ausstattung der ehemals romanischen Kirche, die bereits an die Verspieltheit des Rokoko erinnert.

Am dritten Tag versprach der morgendliche Himmel dann endlich Aussicht auf regenfreie Bergtouren. So zogen die anspruchsvolleren Wanderer mit Tourenbegleiterin Waltraud Hegner von Rein in Taufers hinauf zur Hochgallhütte in 2.276 m Höhe. Während des Aufstiegs klarte der Himmel auf und präsentierte den DAVlern sein tiefstes Blau. Vorbei an rauschenden Wasserfällen wand sich der Weg in unzähligen Kehren nach oben, zur Aussichtsloge über dem Bachertal. Vor der Berghütte umgab sie die Einsamkeit einer kühlen, steinernen Welt und in ihren urigen Stuben wohlige Wärme und Geselligkeit. Von der geplanten Besteigung des nahen Tristennöckl sahen die Bergfreunde ab, da sich die 2.465 m hohe Felspyramide schon beim Aufstieg in Wolken gehüllt hatte. Zur gleichen Zeit wanderte eine zweite Gruppe mit Tourenleiter Manfred F. Graw auf dem "Reiner Höhenweg zu den "Lobisa Schupfen", zur "Hirberalm" und schließlich auf einem schmalen Steig im hochalpinen Bereich zur "Durra Alm". 620 Höhenmeter waren geschafft, bevor es wieder zurück ging nach Rein in Taufers. Die Genusswanderer hatten sich für eine leichte Wandertour im Bachertal mit Wanderleiter Peter Weis entschieden.

Mit der Benutzung der Klausbergkabinenbahn konnten die Griesbacher DAVler am vierten Tag schon einmal bis in eine Höhe von 1600 Meter schweben, wo sich ihre Wege abermals trennten. Die strapazierfähigen Wanderer stiegen zügig hinauf zum Klaussee und anschließend über eine Blockhalde zur Klausscharte und von dort in ca. 10 Minuten zum 2.653 m hohen, schroffen Rauchkogelgipfel. Eine zweite, langsamere Gruppe visierte ebenfalls den Klausse an. Sie ließ sich jedoch Zeit, verweilte in aller Ruhe am schönsten Gebirgssee des Tauferer Ahrntals, in dessen kristallklarem Wasser sich die schneebedeckten Zillertaler Berggipfel spiegelten.Zur gleichen Zeit klapperten die Genusswanderer, ausgehend von der Bergstation, mehrere urige Almen ab, wobei mit der Einkehr in die "Speck- und Schnapsalm", die "Baurschaftshütte" und "Bachmair Hütte" ein kulinarisch angenehmer Tourentag vor ihnen lag. Genussvoll gestaltete sich dann auch der Abend im Hotel, als ein Gala Diner mit 6 Gängen bei Kerzenlicht serviert wurde.

Am Abreisetag steuerte der Bus auf der Heimfahrt Kramsach an, das über die Tiroler Landesgrenzen hinaus für seinen "Lustigen Friedhof" mit skurillen Grabinschriften bekannt ist. So war auf dem Grabkreuz eines Totengräbers zu lesen: "Wer kaum hat 90 Jahre gelebt und scharrte manchen ein. Wer anderen eine Grube gräbt, fällt endlich selbst hinein". Mit dem Besuch des Städtchens Kufstein, der "Perle von Tirol", endete eine 5-Tage-Fahrt, die den DAVlern gerade wegen des abwechslungsreichen Wetters neben unvergesslichen Natur- auch interessante Kulturerlebnisse bescherte.

19. August 2018: Auf Schritt und Tritt ein atemberaubendes Bergerlebnis

Helles Kalkgestein, wilde Zacken, bizarre Felsentürme und reizvolle, schmale Bergsteige, so kennt man die Dolomiten - das gibt es tatsächlich auch in Österreich! So erlebten 14 trittsichere und schwindelfreie DAVler aus dem Rottal auf Österreichs schönstem Felssteig am Ende des Stodertals Dolomitenfeeling pur - romantische Almen, sowie fantastische Tief- und Ausblicke inklusive. Ausgangspunkt der großartigen Rundtour war der Parkplatz neben dem Gasthaus Baumschlagerreith im Stoderer Talschluss. Nach einer bequemen Einlaufphase auf breiter Forststraße begann der steile Anstieg, der die Bergfreunde in vielen Serpentinen durch schattigen Wald hinaufführte auf einen kleinen Sattel. Dieses besonders steile "Kuhstückl" erinnert an den mühsamen Aufstieg mit dem Vieh, das man hier bis zur Jahrhundertwende aufgetrieben hat. 300 Höhenmeter waren geschafft und wer vorab schon beeindruckende Weit- und Tiefblicke gewinnen wollte, scheute sich nicht, auf den vorgelagerten Felsen rechterhand zu kraxeln, während die anderen, am Sattel wartend, eine Trinkpause einlegten. Schattig und steil ging es weiter im Buchenwald hinauf, bis der Wald sich lichtete und den Blick auf die ersten freien Almwiesen und die unbewirtschaftete Hochsteinalm frei gab. In nur wenigen Gehminuten war die Lögeralm erreicht. Ein gemütliches Bankerl vor der Lögerhütte lud nach 600 Höhenmetern zur Rast und zum Betrachten der grandiosen Bergwelt ein: Felsriesen wie Großer und Kleiner Priel, die elegante Spitzmauer, Ostrawitz und Hochkästen bilden hier ein unglaublich schönes Gebirgspanorama. Dann betraten die Griesbacher Wanderer den eigentlichen Dolomitensteig, dessen schwierigste Stellen mit Seilen und Eisenhaken gesichert sind.In leichtem Auf und Ab führte sie der schmale Steig entlang steiler Felswände, in Gräben, über Kuppen, vorbei an Wasserrinnen und zerklüfteten  Felsformationen, wobei manch ausgestetzte Stelle ohne Seilsicherung zu bewältigen war. Im zunehmend felsigen Terrain näherten sie sich schließlich dem seilgesicherten Abstieg in den Schwarzgraben, wobei sie schon von weitem das Rauschen der kleinen Wasserfälle hörten. Zahlreiche Gumpen verhießen an diesem heißen Tag willkommene Abkühlung und schnell entledigten sich einige DAV-Mädels ihrer schweren Bergschuhe, um sich im kristallklaren Wasser zu  erfrischen. Anschließend wurde der Steig wieder "normaler", aber es war trotzdem wichtig, weiter auf seine Schritte zu achten. Als der Weg sich durch schattigen Hochwald schlängelte, standen die Rottaler Wanderer mehrmals staunend vor bizarren Felstürmen, die hoch in den blauen Himmel ragten. Allmählich ging es abwärts und bald rückte eine völlig neue Landschaft ins Blickfeld - die blendend weiße Steinwüste des Poppensands. Auf steinigem Weg talwärts wandernd, trafen sie auf eine breite Forststraße, die sie zurück zum Ausgangspunkt führte. Auf dem Weg dorthin lohnte es sich, noch einen kleinen Abstecher zum nahe gelegenen Steyr-Ursprung zu machen, wo mehrere Karstquellen binnen weniger Meter die munter sprudelnde Steyr hervorzaubern. Im Biergarten der Baumschlagerreith-Hütte warteten die Dolomitensteig-Tourer dann geduldig auf 15 Genusswanderer, die mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw auf den Spuren der ehemaligen Holzknechte und Flötzer entlang der jungen Steyr wandelten und sich dabei viel Zeit ließen. Vom Ausgangspunkt Steyrbrücke führte sie der abwechslungsreiche Weg hinauf zur Flötzerstubm, eine Mostschenke, die die Genusswanderer auf keinen Fall links liegen lassen wollten. Anschließend ging es zum herrlichen Strumboding-Wasserfall, zur Kreidelucke - eine 1160 m lange Höhle, die jedoch nicht betreten werden darf - vorbei an einer alten Mühle, einer "Holzriese" und "Lafthütte" bis sie schließlich Hinterstoder erreichten, wo sie der Bus aufnahm und nach Baumschlagerreith zur verdienten, zweiten Einkehr brachte

5. August 2018: Unser Gipfelkreuz am Karlkogel erstrahlt in neuem Glanz.

Gipfelkreuzpflege am Karlkogel ist wieder mal angesagt, meinte Manfred Graw, Vorsitzender des Bad Griesbacher Alpenvereins, bei Aufstellung des Jahresprogramms für 2018. Und so fuhren 22 Mitglieder der Sektion an einem der heißesten Sonntage des Jahres am frühen Morgen mit dem Bus nach Weißbach bei Lofer und von dort hinauf zum Hirschbichlpass. 15 Bergsteiger zogen es allerdings vor, schon vor dem Pass den Bus zu verlassen und zur auf rund 1500 Metern gelegenen Kallbrunnalm aufzusteigen. Auf dem gut ausgebauten, aber steilen und schweißtreibenden Almweg waren die Wanderer durchaus nicht allein, wurden sie doch immer wieder von Radfahrern überholt, von denen die meisten mit motorischer Unterstützung unterwegs waren. Nach zwei Stunden war die Alm erreicht. Und natürlich führte der Weg sofort zum Durstlöschen zu der in einem Almkaser untergebrachten Jausenstation. Zu den Getränken und Brotzeiten gab es dort einen herrlichen Ausblick auf das weitläufige Almgelände zu Füßen des Kühkranz mit einer Fläche von 2,5 Quadratkilometern, auf der etwa 30 Almkaser stehen. Die Alm ist urkundlich schon 1385 erwähnt und gehörte damals zum Sitft Berchtesgaden. Obwohl auf österreichischem Territorium gelegen, haben heute noch 16 Bauern aus Berchtesgaden neben 14 Bauern aus Weißbach das Weiderecht. Nach der erholsamen Pause ging die Gruppe einen Teil des Aufstiegsweges zurück, verließ diesen dann, um über die Kammerlingalm zum Hirschbichlpass aufzusteigen. Dort traf man sich mit den sieben Bergsteigern, die gerade von der Gipfelkreuzpflege zurückkamen. Die Sieben mussten dazu gut 1000 Meter zum Gipfel des Karlkogel aufsteigen, auf dem die Sektion 1982 ein Gipfelkreuz aufgestellt hatte, das sie seitdem jedes Jahr einmal besucht. Es musste wieder einmal gestrichen werden und erstrahlt nun in neuem Glanz. Das Gipfelbuch gehörte ausgewechselt und außerdem wollte man die Gelegenheit nutzen, beim Abstieg Unrat aufzusammeln. Erfreulich, dass so gut wie nichts aufzusammeln war. Gut gelaunt kam auch diese Gruppe vom Berg zurück und gemeinsam schloss man den schönen Tag mit einer Einkehr im Gasthaus ab.

7. und 8. Juli 2018: Erlebnisreiches Wochenende auf der Passauer Hütte.

Vierzehn Bergsteiger und Wanderer des DAV Bad Griesbach machten sich an den sehr steilen Aufstieg von Leogang zur Passauer Hütte. Bereits nach 500 Metern kam das erste Hindernis: Der Birnbach trug so viel Wasser mit sich, dass mit großen Steinen erst einmal eine Furt gebaut werden musste, um den Bach überqueren zu können. Für die jungen Bergsteiger jedoch kein Problem und mit gegenseitiger Hilfe kam jeder trocken über den Bach. Nach drei Stunden war das erste Ziel des Tages erreicht - die Passauer Hütte auf 2051 Meter. Nach einer kurzen Rast und Bezug des Lagers machten sich zehn Bergsteiger noch über das Melkerloch - einem riesigen Loch im Fels - auf den Weg zum Birnhorn mit seinen 2634 Metern. Der Aufstieg verlangte von den jungen Bergsteigern noch einiges an Energie und Konzentration. Es wurde richtig zum Kraxeln, was nicht nur dem Jüngsten mit seinen zehn Jahren richtig Spaß machte. Zur größeren Herausforderung wurde allerdings der Abstieg über die Kuchelnieder, bei dem nach einem rutschigen Klettersteig noch ein steiles Schneefeld zu queren war. Aber kein Problem, rechtzeitig zum Abendessen waren alle wieder auf der Hütte, wo zur freudigen Überraschung für alle die Ortsgruppe des DAV Passau aus Rainding inzwischen eingetroffen war. Der lustige und gemütliche Hüttenabend war gesichert. Am Sonntag teilte sich die Gruppe wieder. Während fünf den Klettersteig auf die Mitterspitze, 2171 Meter, mit Abstieg übers Teufelsloch machte, genoss die restliche Gruppe einen neu angelegten Höhenweg zum Dürrkar. Mittags trafen sich alle wieder auf der Hütte, um gemeinsam nach Weißbach bei Lofer abzusteigen, wo der Bus wartete. Es gab auch einen Vorsatz für die Zukunft: Für ein Treffen mit den Raindingern müssen die Griesbacher nicht erst wieder auf die Passauer Hütte, das geht auch in der näheren Heimat und alle freuen sich darauf.

24. Juni 2018: Rauschende Wasserfälle, tiefe Schluchten und Mühlenromantik

Graue, tief hängende Wolken und einsetzender Regen ließen bei der Anfahrt ins Lammertal die Chancen auf ein aussichtsreiches Alpbichl-Gipfelerlebnis für Griesbachs begeisterte Bergsteiger drastisch sinken. So beschlossen sie schweren Herzens, mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw und den Genusswanderern die Lammerklamm zu erkunden. Als  sich die wetterfeste 26-köpfige Wandergruppe vom Parkplatz am Forsthaus Pichl in Bewegung setzte, schloss der Himmel tatsächlich seine Schleusen, was die Stimmung unter den DAVlern beträchtlich hob. Ein erstes Highlight, das den grauen Wandertag dann vollends erhellte, war der kurze Abstecher zum Aubachwasserfall. Über eine Geländekante stürzen die Wassermassen des Aubachs über fünf Kaskaden viele Meter in die Tiefe, bevor der wieder ruhig dahinfließende Bach in die Lammer mündet. Die vorausgegangenen Regenfälle bescherten den Rottaler Naturfreunden auf ihrer nachfolgenden, einstündigen Wanderung zur Lammerklamm spannende Entdeckungen und reizvolle Fotomotive am Wegesrand, denn glitzernde Wassertropfen verwandeln Blätter und Blüten in kleine Kunstwerke. Nach einer kurzen Brotzeitpause betraten die Bergfreunde dann das faszinierende Naturdenkmal Lammerklamm. Auf gesicherten Steigen konnten sie die tosenden Wassermassen, das fantastische Schauspiel aus Licht, Wasser und Schatten hautnah erleben.  Vom oberen Eingang ging es über 124 Stufen hinunter zur sogenannten "Dunklen Klamm", das ist der imposanteste Teil der Lammeröfen überhaupt. Die tiefe, dunkle Schlucht, wo sich die Felswände so nahe kommen, dass sie sich fast berühren, ist ein eindrucksvolles Beispiel für die erosive Kraft des Wassers. Gegen Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10 000 Jahren strömten durch das Abschmelzen der Gletscher gewaltige Wassermassen ins Tal und hobelten Stück für Stück ein enges Kerbtal in den Fels unter sich. Tief beeindruckt verließen die Bergfreunde die "Dunkle Klamm" und folgten auf dem stabilen Holzsteig - für Besucher seit 1994 begehbar - dem weiteren Verlauf der sich allmählich verbreiternden Klamm. Zwischen hoch aufragenden Felswänden rauschte tief unten das türkisblaue Wasser der sich wild gebärdenden Lammer. An einer weiteren Engstelle überquerten die Griesbacher Wanderer die Lammerklamm über die "Hohe Brücke". Circa 30 m über dem Wasser präsentierte sich ihnen ein eindrucksvoller Rückblick in die Klamm und ein ebenso interessanter Ausblick zum Tennengebirge. Über zahlreiche Holzstufen ging es auf der anderen Seite schließlich hinab zum unteren Klammende, wo sich das Tal öffnete und die Klammwanderer entlang der Lammer nach Oberscheffau hinausführte.Hier schloss sich der herrliche Mühlenrundweg an, der ein wunderbares Wandererlebnis versprach, vor allem, weil sich jetzt auch die wärmende Sonne blicken ließ. Am Ufer des wildromantischen Schwarzenbachs luden attraktive Aussichtsplätze und besondere Kraftorte immer wieder zum Verweilen und Staunen ein. Stationen, wie das Waldxylophon, ein Hörtrichter, die Herzerlbank, sowie der Ein,- Aus- und Durchblickrahmen regten zum Musizieren, Lauschen und Träumen an. Schließlich erreichten die Bergfreunde die "Alte Mühle", eine historische Getreidemühle, die als einzige von ursprünglich drei Anlagen noch erhalten ist. Bis 1958 in Betrieb, brach 1979 für sie eine neue Ära an; frisch restauriert, erfreut ihr klapperndes Rad seitdem nicht nur die Müller, sondern auch die vorüberziehenden Wanderer. Nicht weit davon entfernt, standen die Bergfreunde dann überwältigt vor den tosenden Wassermassen des Schwarzenbachfalls und nach einem steilen Anstieg erreichten sie auch seine sehenswerte Karstquelle. Erwartungsvoll wanderten sie anschließend hinüber zum Winnerfall. Doch nicht ein Tropfen Wasser rann hier talwärts, denn nur zu Zeiten der Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen donnern hier gigantische Wassermassen in die Tiefe. Nach eineinhalb Stunden Gehzeit war der Mühlenspass für die DAVler vorbei und bevor sie die Heimfahrt antraten, ließen sie den erlebnisreichen und letztendlich auch sonnigen Tag auf der Sonnenterrasse des Gasthofs "Voglauer Hof" bei Kaffee, Kuchen und zünftiger Brotzeit ausklingen.

10. Juni 2018: Fossiliensuche und Almenwanderung im Salzburger Land

Rußbach-Schnecken, geschnitten und poliert

Wie schon so oft, war auch kürzlich wieder ein Bus voller Griesbacher Bergfreunde zweigleisig unterwegs, diesmal im Salzburger Land nahe Rußbach. Mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw verließen sechzehn DAVler das Ortszentrum in nordwestlicher Richtung und wanderten bei noch sonnigem Wetter hinauf zur Schottergrube, um dann auf einer Almstraße die bewirtschaftete Rinnbergalm anzusteuern. Ein sicheres Dach über dem Kopf, konnten sie in der urigen Rinnbergalmhütte in aller Ruhe das Nachlassen der plötzlich einsetzenden Regenfälle abwarten. Dann marschierten sie auf kürzerem Weg nach Rußbach hinab, denn die anschließende Tour zur Traunwandalm war den Almwanderern auf dem nun nassen, rutschigen Steig nicht mehr zuzumuten. Unter dem Motto: "Wer suchet, der findet", schlossen sich gleichzeitig dreizehn Bergfreunde dem Mineralienexperten Gerhard Graw an. Sie waren schon sehr darauf gespannt, was sie erwartete, denn eine Mineralientour stand beim Griesbacher Alpenverein noch nie auf dem Programm. Der Randobach in Rußbach am Pass Gschütt gab den Rottaler Fossiliensuchern den Weg vor. Ihre Schatzwanderung zog sich entlang des Bächleins zu den Relikten Millionen alter Erdgeschichte. Zwar stand die Fossiliensuche an diesem Tag an erster Stelle, doch das hinderte einige begeisterte Hobbyfotografen nicht daran, auch die herrliche Alpenflora am Bachufer abzulichten, sowie flatternden Schmetterlingen nachzujagen und die flinken Forellen im glasklaren Wasser zu beobachten. Unterwegs versammelten sich die Gruppenmitglieder an geologisch interessanten Stellen mehrmals um Gerhard Graw, um Wissenswertes über die Entstehung von Versteinerungen und das Alter der fossilienführenden Schichten an den Ufern des Randobachs zu erfahren. Das Wasser legt hier frei, was von einem eiszeitlichen Meer übrig blieb: Fossile Schneckenhäuser, Muscheln, Korallen oder Seeigel, durch hohen Druck vor ca. 100 Millionen Jahren versteinert. An einigen zugänglichen Uferstellen lohnte es sich, die Hosen hochzukrempeln und im Bachbett zu waten, denn am und im Wasser gab es bei aufmerksamer Suche beeindruckende Fossilien zu entdecken und unzählige rote Steine; dabei handle es sich um den begehrten roten Adneter Marmor, erklärte Mineralienexperte Graw seinen interessierten Bergfreunden. Auf ihrer Wanderung trafen sie auch auf fündige Seitengräben, wie den unwegsamen "Zimmergraben", den sie links liegen ließen, während später einige aus der Gruppe ihre Fossiliensuche auch auf den steilen, zugänglichen "Stöckelwaldgraben" ausdehnten. Nach einer Trinkpause setzten alle ihre geologische Reise zur berühmten Schneckenwand fort; sie ist eine bedeutende und weltweit bekannte Fundstelle für versteinertes Meeresgetier. Dicht an dicht präsentierten sich den Rottaler Fossiliensuchern an der von der Humusschicht frei gelegten Fläche bis zu 25 cm große, versteinerte Schnecken der Gattung "Trochactaeon gigantis". Graben und schürfen ist an der Schneckenwand verboten, erfuhren die Griesbacher "Schneckensucher" von Tourenbegleiter Graw, aber frei und lose liegende Versteinerungen durften sie mitnehmen. Da massenhaft schneckenverdächtige Steine herumlagen, konnte jeder echte Schätze heben und im Rucksack verstauen, bevor sich die Gruppe vor der beeindruckenden Urzeit-Wand zu einer ausgedehnten Mittagspause niederließ und die leicht wolkenverhangene Aussicht zum Hohen Dachstein, Gosaukamm und Tennengebirge genoss. Allerdings mussten die DAVler ihren "Schnecken-Rastplatz"  vorzeitig und fluchtartig verlassen, als wolkenbruchartige Regenfälle niedergingen. Eilig und verfolgt von einer Herde Pinzgauer, stürmten sie auf einem schmalen Wald- und Wiesensteig hinab nach Rußbach. Die nasse Rückkehr aus der Urzeit ins "Hier und Jetzt" endete schließlich gesellig bei Kaffee, Kuchen und Brotzeit im Gasthof Kerschbaumer, wo auch die trocken gebliebenen Rinnbergalm-Wanderer kurze Zeit später eintrafen.

27. Mai 2018: Auf paradiesischer Höllentour im Vorderen Bayerischen Wald

Paradiesisch und Höllentour -- das sind Gegensätze, die absolut widersprüchlich und unvereinbar sind. Nicht in der Oberpfalz! Denn wer an geologisch außergewöhnlichen Landschaften interessiert ist, die mit großer botanischer und zoologischer Artenvielfalt aufwarten, fühlt sich auch in der Hölle wohl, einem der ältesten Naturschutzgebiete des Bayerischen Waldes. So wagten kürzlich 34 unternehmungsfreudige Rottaler Bergfreunde den Vorstoß in das "himmlische" Höllbachtal. Die aufregende Tour begann in Brennberg, einem idyllisch gelegenen Burgdorf im nördlichen Regensburger Landkreis. Den weiten Blick über die hügelige Landschaft genießend, folgte die Griesbacher Wandergruppe ihrem Tourenbegleiter Enno Hutterer zunächst hinab in Richtung Wernetsgrub und dann auf einem Feldweg hinauf nach Untereppenberg. Durch schattige Wälder, blühende Wiesen und vorbei an einer Herde Schottischer Hochlandrinder führte der Weg schließlich hinunter ins romantische Höllbachtal. Vieles versetzte die Griesbacher Naturfreunde an den Ufern des munteren Höllbachs in Erstaunen: Rund und glatt geschliffene Steine im Bachbett, meterhohe Gesteinsformationen, dicht mit Moosen und Flechten besetzt, der leise rauschende Wildbach, sowie bunt schillernde Libellen, Jungfrösche und Schlangenknöterichgesellschaften, die umliegende Wiesenflächen in zartes Rosa kleideten. Als sich die Rottaler Wanderer bachaufwärts allmählich der Hölle näherten, verwandelte sich das sanfte Fließgewässer schnell in einen wilden Gebirgsbach, der ein beeindruckendes Meer aus mächtigen Gesteinsbrocken durchströmt. In der faszinierenden Felsenwelt der Hölle sahen sich die Bergfreunde unzähligen, übereinander getürmten, wuchtigen Gneis- und Granitblöcken gegenüber. Witterungseinflüsse führten hier während der letzten Eiszeit zu einer besonders eindrucksvollen Form der Wollsackverwitterung. So entstanden im Laufe der Zeit Gesteinsblöcke, die mit ihren stark abgerundeten Kanten aussehen wie Kissen, Matratzen oder eben übereinander gestapelte Wollsäcke. Von Postfelden ausgehend, hatten fünf DAVler mit Vereinschef Manfred F. Graw einen kürzeren Weg ins Naturschutzgebiet eingeschlagen und die Hölle durch einen engen Felsenspalt erobert, ehe die wanderfeste Hutterer-Gruppe eintraf. Als die Rottaler Wanderer nach einer ausgedehnten Mittagspause das "höllische Paradies" verließen, erlebten sie einen drastischen Szenenwechsel: Aus der dunklen, grünen Felsenhölle ging es hinaus zu fantastisch weißblau gewebten Blütenteppichen aus Margeriten und Kornblumen. Der kurze Abstecher zum Stausee Postfelden, wo Sportfischer ihr Anglerglück versuchten, zog sich wider Erwarten in die Länge. Beim Marsch zurück nach Brennberg kam es später erneut zu einer Trennung der Gruppe. Als die schnelle Vorhut voreilig an falscher Stelle abbog und auf kürzerem Weg ihr Endziel ansteuerte, folgten nur noch wenige Bergfreunde der geplanten Route. Sie wanderten auf dem wunderschönen Promenadenweg am schattigen Ufer des Höllbachs entlang nach Fahnmühle, bevor sie der Weg über die naturbelassenen Wiesenhänge des Seidelbergs mit seltenen Pflanzen und Schmetterlingen hinauf nach Brennberg führte, wo die schnellen Wanderer ihren zeitlichen Vorsprung für eine längere, genussvolle Erholungspause auf der Sonnenterrasse des Gasthofs "Zur Burg" nutzten. Der abschließende Aufstieg zur Burgruine Brennberg ließ die Bergfreunde noch einmal eintauchen in vergangene Zeiten, denn Bausubstanz und Mauerreste der Burg aus dem 11. bis 18. Jahrhundert zeugen von einer abwechslungsreichen Geschichte. Die traumhafte Rundumsicht auf Bayerwald und Donauebene vom hölzernen Aussichtsturm aus neuerer Zeit setzte letztendlich einen stimmigen Schlusspunkt hinter eine erlebnisreiche und beeindruckende Wandertour durch die einzigartige, oberpfälzische "paradiesische Hölle".

8. Mai 2018: Andächtig starten die Bergfreunde in den Wonnemonat Mai

Seit Jahrzehnten schon hat die traditionelle Maiandacht im Veranstaltungskalender des Griesbacher Alpenvereins ihren festen Platz. Dass es so bleibt, dafür sorgt alljährlich Maiandachtsorganisatorin Traudl Schmidt. Nicht nur die Suche nach einem geeigneten Maiandachtskirchlein liegt ihr sehr am Herzen, sondern auch, dass Griesbachs früherer Pfarrer Dr. Oswin Rutz die Maiandacht mit seinen ehemaligen "Schäfchen" feiert und fast ebenso wichtig ist ihr das Auskundschaften einens schönen Wanderwegs zum Ort der Marienverehrung. So tourten heuer vierzehn bewegungsfreudige Bergfreunde, ausgehend von Geroling, durch die blühende Natur der "niederbayerischen Toskana" nach Ottenberg. Die eineinhalbstündige Wanderung, ohne schweren Rucksack und schweißtreibende Höhenmeter, war eine passende Einstimmung auf die nachfolgende, feierliche Maiandacht in der kleinen Ottenberger Kirche, die den insgesamt 25 Bergfreunden gerade ausreichend Platz bot. Es ist nie verkehrt, Mariens Schutz und Segen für ein erfolgreiches, unfallfreies Vereinsjahr zu erbitten und so sangen und beteten alle DAVler kräftig mit. Anschließend folgten sie mit großem Interesse den Ausführungen des kunstgeschichtlich versierten Pfarrers Dr. Rutz: Die Filialkirche St. Leonhard und St. Wolfgang wurde ursprünglich von dem hier ansässigen Geschlecht der Ottenberger zu Ehren des hl. Leonhard errichtet, erst um 1752 ist auch vom hl. Wolfgang die Rede. Der gotische Kirchenbau stammt aus dem 14. Jahrhundert. Während der Altarraum von einem gotischen Rippengewölbe überspannt ist, überdacht den Kirchenraum eine Flachdecke. Der schwarz gefasste, barocke Hochaltar weist auf der Rückseite die Datierung 1683 auf. Sein reich vergoldeter Aufbau zeigt im Zentrum die Skulpturen der Kirchenpatrone Leonhard und Wolfgang. Auch die beiden Seitenaltäre stammen aus der Zeit des Hochbarocks. Sehenswert seien auch der Kreuzweg aus dem 18. Jahrhundert, sowie das kunstvolle Kreuz und die Madonna neben dem Kirchenportal, beendete Pfarrer Rutz seinen "Geschichtsunterricht". Schnell leerte sich anschließend die Kirche, denn nun stand eine gesellige Einkehr in einem Tettenweiser Gasthaus auf dem Programm. Nach Streichkkas- und Brettl-Brotzeit kehrten die Griesbacher per Bus in ihre Kurstadt zurück.

22. April 2018: Faszinierende Kultur- und Wandererlebnisse am Donausteig

"War das nun eine Frühlingswanderung oder schon eine Sommertour", fragten sich 36 Griesbacher und Pockinger DAVler zu Recht, als sie bei ungewöhnlich hohen Temperaturen ihr Wanderziel, Österreichs Kulturstadt Linz, erreichten. Gestartet waren sie in Wilhering, nicht ohne vorher die prächtige Stiftskirche der Zisterzienser, die bedeutendste Rokokokirche Österreichs, besucht zu haben. Im Rokoko, sagt man, wurden die allerletzten Möglichkeiten des Barock verwirklicht und ausgeschöpft. So hatten die Rottaler Wanderer in der Wilheringer Stiftskirche tatsächlich den Eindruck: Mehr an Ausstattung, Farbe, an Skulptur, Malerei und Stuckatur ist in einem Kirchenraum nicht mehr möglich. Nur wenige Schritte vom Stift entfernt, betraten die Bergfreunde nach Kultur- und Kunstgenuss das waldreiche Donauengtal der Linzer Pforte. Auf dem schmalen Prinzensteig folgten sie ihrem Tourenbegleiter Enno Hutterer im leichten Auf und Ab durch den Kürnberger Wald, der sie mit herrlich frischem Grün empfing. Wundervolle Mischwälder, versteckte Tiefblicke auf die Donau und ein alpin anmutender Steig, das war für die wanderfreudigen DAVler Donau-Steig-Erlebnis pur. Auf den Spuren der Römer wandelten die Rottaler Naturfreunde einige Zeit später, als sie einer Abzweigung zum Römerturm folgten. Im 2. Jahrhundert als Wachturm erbaut, entdeckte man seine Grundmauern erst 1936 und seit 1991 können Wanderer an diesem geschichtsträchtigen Ort eine informative Rast einlegen. Wer sich die Wanderung am Prinzensteig, die ein gewisses Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert, nicht zutraute, ließ sich mit Vereinschef Manfred F. Graw per Bus zum vereinbarten Treffpunkt auf halber Strecke bringen, um mit der Hutterer-Gruppe gemeinsam nach Linz zu wandern. Nach einem kurzen, steilen Waldaufstieg erreichte die nun vollständige Gruppe in Friesenegg städtisches Siedlungsgebiet. Der kurze Abstecher zum Turm 13 der Maximilianischen Befestigungsanlage erwies sich als überaus lohnend, bot er doch einen fantastischen Ausblick über das Alpenvorland bis zu den Alpen und hinüber zum Linzer Wahrzeichen, zur barocken Wallfahrtskirche am Pöstlingberg. Im Schatten der bereits vollständig belaubten Bäume ließen sich die Bergfreunde am Rande blühender Wiesen zu einer ausgedehnten Mittagspause nieder. Dann ging es über das Villenviertel des Zaubertals bergab Richtung Donau und auf schattigem Waldweg, entlang eines plätschernden Baches zur versteckten Wallfahrtskirche Maria Thal in St. Margarethen. Nur wenige Meter bergauf ließ sich die Wandergruppe dann von der sehenswerten Kalvarienbergkirche mit ihrer figürlichen Darstellung der 12. Kreuzwegstation beeindrucken. Steil und schweißtreibend gestaltete sich der nachfolgende Aufstieg nach Freinberg, der die DAVler mit großartigen Aussichten auf Linz belohnte. Noch grandioser waren die Ausblicke auf der Aussichtsplattform der Franz-Josefs-Warte am Gipfel des Freinbergs für all jene, die den Aufstieg über 127 Stufen nicht scheuten, denn hier eröffnete sich ihnen ein Panorama, das vom erwanderten, idyllischen Engtal der Linzer Pforte bis über weite Teile des städtischen Linzer Beckens reichte. Auf schattigen Parkwegen, vorbei an Barbara-Kapelle und Haubitzgranate aus dem 1. Weltkrieg wanderten die Rottaler DAVler schließlich durch Siedlungen des Römerbergs hinab zum majestätischen Linzer Schloss. Dort, wo ihnen auf der großen Aussichtsterrasse des modernen Schlossmuseums ganz Linz zu Füßen lag, stimmte Linz-Kenner Manfrd F. Graw seine Bergfreunde mit wertvollen Hinweisen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf das Erlebnis "Kulturhauptstadt Linz" ein. Dann strebten alle hinab in die belebte Innenstadt mit ihren malerischen Gässchen und dem barocken Hauptplatz. Und nach der Besichtigung des Neuen und Alten Doms genossen die DAVler am Ende eines wunderbaren Wandertags noch Linzer Biergarten-Atmosphäre -- ein passender Ausklang für eine sommerlich heiße Tour am Donausteig, der im nächsten Jahr keine Fortsetzung folgen wird.

8. April 2018: Ein letztes Mal unterwegs auf dem Weg der Stille und Begegnung

Was einst vor 10 Jahren in der Rottaler Heimat voller Elan in Angriff genommen wurde, fand jetzt für 46 wanderfeste Griesbacher und Pockinger Bergfreunde im Salzburger Seenland -- in St. Wolfgang -- ein ebenso schwungvolles Ende. Jahr um Jahr haben aktive DAVler zur Frühlingszeit ihre Füße in Bewegung gesetzt, um ihrem Pilgerziel Schritt für Schritt näher zu kommen. So lockte heuer die Aussicht auf einen perfekten Start in den Frühling vor der fantastischen Berg- und Seenkulisse des Salzkammerguts einen ganzen Bus voll wanderfreudiger Bergfreunde ein letztes Mal auf den Weg der Stille und Begegnung. Feine Nebelschleier lagen noch über dem Mondsee und die aufsteigende Sonne zauberte silberne Lichtreflexe auf seine Wasseroberfläche, als die Pilgerwanderer mit Tourenbegleiter Enno Hutterer bei Gries am Mondsee ihre 10. Via-Nova-Etappe starteten. Steil und steinig ging es für die strapazierfähigen Bergfreunde im Schatten der Drachenwand aufwärts. Der noch unbelaubte, lichtdurchflutete Bergwald gab Frühblühern wie Leberblümchen, Buschwindröschen und Lerchensporn allerorts die Chance, ihre bunte Blütenpracht auf dem Waldboden zu entfalten. Zum strapaziösen Hindernislauf wurde die Tour für die Pilger dann weiter oben, als sich ihnen ein ganzes "Heer" entwurzelter Baumstämme in den Weg stellte. Während einige leichtfüßig über die Stämme balancierten, krochen andere mühsam unten durch. Da kam den gestressten "Baumstammkraxlern" die Brotzeitpause vor der Brandlberg Jagdhütte in 746 m Höhe gerade recht, ihre Energiedefizite auszugleichen. Der idyllische Rastplatz bot den Rottalern neben bequemen Sitzplätzen und kristallklarem Brunnenwasser auch beeindruckende Mondsee-Tiefblicke. Leicht bergab führte anschließend der Weg zum Pass Scharflinger Höhe. Am nahe gelegenen, malerischen Krottensee verweilten die DAVler nach zweistündiger Wanderung ein weiteres Mal; sie genossen die wärmenden Sonnenstrahlen, sowie die Spiegelungen der umliegenden Berge im dunklen Wasser des 46 m tiefen Bergsees, an dem vor gut zwei Stunden die Genusswanderer mit Vereinschef Manfred F. Graw zu einer verkürzten Wanderung auf der Via Nova aufgebrochen waren. Ohne größere Anstrengung und Bewältigung weiterer Höhenmeter erreichten die schnellen "Vollzeitwanderer" bald den Wolfgangsee. In der Fürbergbucht ließen sie sich ein drittes Mal nieder, blickten hinüber nach St. Gilgen und stärkten sich für den anschließenden, steilen Aufstieg zum Falkenstein. Im Gegensatz zu den "Teilzeitwanderern", die den breiten Weg der Wallfahrer nicht verlassen hatten, folgten die strapazierfähigen Bergfreunde dem felsigen Steig zum Scheffel- und Aberseeblick (795 m). Und die Mühe hat sich gelohnt, denn an beiden Aussichtsplätzen eröffneten sich ihnen faszinierende Ausblicke hinunter zum Wolfgangsee, der sich nun in voller Länge präsentierte und hinüber zu den schneebedeckten Gipfeln der mächtigen Aussichtsberge Bleckwand und Sparber. Als die DAVler nach einem steilen Abstieg aus dem Schatten des Bergwaldes traten, lagen der der blaue See, die Orte Falkenstein und Ried, sowie eine noch 45-minütige Wanderung nach St. Wolfgang vor ihnen. Über die obere Uferstraße erreichten die Pilgerwanderer schließlich ihr Endziel und als sie im Zentrum ankamen, lenkten sie ihre Schritte unverzüglich zur Wallfahrtskirche St. Wolfgang, wo sie auf die Genusswanderer trafen. Andächtig verweilten sie vor dem berühmten Flügelaltar von Michael Pacher und dem barocken Schwanthaler-Doppelaltar, der die Reliquien des hl. Wolfgang beherbergt. Am Ende eines erlebnisreichen Wandertags nahmen die Rottaler Bergfreunde dann am sonnigen Ufer des Wolfgangsees wehmütig Abschied von den in all den Jahren so vertraut gewordenen Pilgertouren auf der Via Nova.